Kategorie: Statement

Petition „Kirchen positioniert Euch: Evakuierung von Refugee Camps“

Neulich wurde diese Petition an uns herangetragen. Sie trägt den Titel „Kirchen positioniert euch: Evakuierung von Refugee Camps“. Wir als Jesus Freaks möchten uns gern dazu positionieren.
Was auf den griechischen Inseln in überfüllten Camps wie Moria und auch im zentralen Mittelmeer vor sich geht, ist eine Verletzung der Würde von Menschen. Unabhängig von politischen Ansichten stellen wir uns hinter die Forderung, die Menschen aus den überfüllten Camps auf den Inseln zu evakuieren. Die Gefahr, dass der Corona Virus die überfüllten Camps mit ihren geschwächten Menschen erreicht, macht diese Forderung umso dringender und deutlicher. Wir möchten den Blick dafür nicht verlieren, dass es sich nicht um anonyme Massen handelt, die leiden. Es sind Brüder und Schwestern, Kinder, Eltern, Großeltern. Personen. Wir möchten aus unserer Geschichte lernen, wir möchten die Nächstenliebe, die uns Jesus an Herz legt, ernst nehmen und dafür unsere Stimme erheben. Denn was Dietrich Bonnhoeffer über die Kirche im Nationalsozialismus schreibt, fordert uns in dieser herausfordernden und komplexen Zeit heraus, heute aktiv zu werden: „Die Kirche war stumm, wo sie hätte schreien müssen (…). Die Kirche bekennt die willkürliche Anwendung brutaler Gewalt, das leibliche und seelische Leiden unzähliger Unschuldiger, Unterdrückung, Hass und Mord gesehen zu haben, ohne ihre Stimme für sie zu erheben, ohne Wege gefunden zu haben, ihnen zu Hilfe zu eilen. Sie ist schuldig geworen am Leben der schwächsten und wehrlosesten (Geschwister) Jesu Christi.“

Lasst uns füreinander einstehen. Lass uns für die einstehen, die nicht gehört und nicht gesehen werden. Lasst uns die Stimme erheben gegen das Unrecht – in unseren Familien, in unserer Nachbarschaft und auch an unseren europäischen Außengrenzen.

https://www.change.org/p/amtsträger-innen-der-christlichen-kirchen-deutschlands-kirchen-positioniert-euch-evakuierung-der-refugee-camps

Freakstock 2020 abgesagt

Wegen der Coronasituation muss leider auch das Freakstock 2020 abgesagt werden. Auf der Homepage schreibt das Team dazu:

„Wir haben immer noch ganz viel Spucke an den Händen, weil wir schon kräftig an der Vorbereitung für das Freakstock 2020 waren. Verträge wurden entworfen, Flyer, Poster und Webseite überarbeitet, Ämter kontaktiert, Bands angefragt.
Die letzten vier Wochen haben wir die weltweite Entwicklung der Corona-Pandemie bangend beobachtet. Jetzt ist es leider so gekommen, dass wir uns in einem erweiterten Team dazu entschlossen haben, dass das nächste Freakstock erst 2021 sein wird.
Die offensichtlichen, vermuteten und noch nicht zu erahnenden Folgen der Corona-Krise haben uns diese Entscheidung treffen lassen. Angefangen bei der Frage, ob sich bis Ende Juli die Gesamtsituation stabilisiert hat, inwieweit sich die Pandemie auf Beschränkungen von Veranstaltungen durch Ämter auswirkt, über die Frage von Auswirkungen auf Zulieferung und Dienstleistung bis hin zur Frage nach den gesundheitlichen und/oder finanziellen Auswirkungen, die wir verantworten müssten.
Dennoch wird unsere Arbeit nicht komplett still stehen. Wir werden weiterhin planen, tüfteln, uns mit den Menschen auseinandersetzen die finanziell auf Freakstock angewiesen sind und versuchen ein umso schöneres Freakstock zu basteln. Es wäre total ermutigend, wenn Ihr uns dabei mit Euren Ideen, Gebet oder/und Spende unterstützt.
Auf daß das Freakstock weiterhin sozialverträglich bleibt und unsere Vorfreude – nun etwas länger während – in einem überwältigenden Freakstock 2021 mündet.

Hier unsere Bankverbindung für Spenden:
Jesus Freaks Deutschland e. V.
Freakstock
Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold
BIC DGPBDE3MXXX
IBAN DE80 4726 0121 8281 1631 00“

Statement des BLT zur Corona-Situation

Liebe Jesus Freaks,

wie schnell sich unsere Welt ändern kann, wie sich Prioritäten verschieben können und auf einmal ganz andere Dinge wichtig sind als vorher, haben uns die letzten Wochen deutlich vor Augen geführt. Ganz egal, ob du das mit dem Coronavirus ernst nimmst oder nicht oder welchen Virologen du am glaubwürdigsten findest: Du wirst zugeben, dass schon jetzt vieles nicht mehr so ist, wie es noch vor kurzem war. Und noch weniger können wir uns gerade vorstellen, was die nächsten Monate uns noch bringen werden.

Was das mit uns macht, hat sich in den letzten Wochen schon abgezeichnet. Die erzwungene Entschleunigung, die zusätzliche freie Zeit zu Hause hat bei Manchem schon viele Ideen und Kreativität freigesetzt. Die wir seit Jahren darüber reden, dass wir unbedingt präsenter sein müssten in den sozialen Netzwerken, suchen jetzt die passenden Kanäle, über die wir Inhalte teilen. Es entstehen neue Formen von Gottesdienst, Kleingruppentreffen, gemeinsame Zeit. Und das alles ist gerade erst der Anfang… es gibt noch so viel mehr zu entdecken.

Und dann die Kehrseite des Ganzen: Menschen, die aufeinander hocken und an ihre Grenzen kommen. Menschen, die alleine sind und vereinsamen. Menschen, die Sorgen und Ängste haben, wenn sie an die Zukunft denken, an ihren Job, ihre wirtschaftliche Existenz. Einige von uns haben sich in den letzten Jahren etwas aufgebaut und fragen sich wahrscheinlich, ob das noch Bestand hat.

Freut euch über die Hoffnung, die ihr habt. Wenn Nöte kommen, haltet durch. Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen. Helft Gläubigen, die sich in einer Notlage befinden; lasst sie mit ihrer Not nicht allein. Macht es euch zur Aufgabe, gastfreundlich zu sein. (Römer 12,12-13 NGÜ 2011)

Dies Bibelwort aus dem Brief von Paulus an die Römer scheint in der aktuellen Situation so passend und unpassend zugleich zu sein. Wie sollen wir denn momentan gastfreundlich sein, wenn Social distance das Gebot der Stunde ist?

Andererseits kriegen wir gerade ein Gefühl dafür, was es bedeutet, dass Nöte kommen und wir durchhalten sollen. Nein, uns ist nicht die Zusage gegeben worden, dass wir ein Leben haben werden, in dem alles immer super läuft und wir gut gelaunt, gesund und wohlhabend von einem Erfolg zum nächsten rennen. Stattdessen steht hier, dass es Notlagen geben wird und dass Menschen alleine sein werden.

Unsere Aufgabe ist es, niemanden mit seiner Not allein zu lassen und Gastfreundschaft zu leben. Ich hab schon viel überwältigende Gastfreundschaft erleben dürfen. Und das Entscheidende war nicht unbedingt, wie gut der Kaffee geschmeckt hat oder wie gemütlich das Bett war, in dem ich übernachten durfte. Was hängen geblieben ist, ist die Herzlichkeit, mit der Menschen mich willkommen geheißen haben, mir zugehört haben, mit mir zusammen gelacht haben oder meine Sorgen ernst genommen haben. Wie ich etwas von ihrem Leben mitbekommen durfte, und sie etwas von meinem.

Das können wir auch in dieser Zeit leben und erfahren, mit allem, was uns an technischen Möglichkeiten zur Verfügung steht. Nur den Kaffee muss sich dann vorerst jeder selber kochen.

Unsere Jesus-Freaks-Welt mit ihren regelmäßigen Veranstaltungen und Angewohnheiten wird sich in diesem Jahr noch mal stark verändern. Ja, in den letzten Jahren hat sich sowieso einiges verändert, aber diesmal werden auf einmal alle unsere Pläne und Überlegungen durcheinander geworfen, in Frage gestellt oder aufgeschoben. Was tun wir mit dem Freiraum, der dadurch entsteht? Lasst uns mutig durch die Türen gehen, die sich gerade öffnen und die Möglichkeiten nutzen, die wir haben. Wir sind kein großartiger Gemeindeverband, wo jeder für sich vor Ort das irgendwie schon macht. Sondern wir sind eine Gemeinschaft unterschiedlichster Gruppen und Einzelpersonen, die sich aber zum Teil schon seit vielen Jahren und über große Distanz hinweg miteinander verbunden fühlen. Lasst uns diese Ressource nutzen in der Zeit, die vor uns liegt. Wir brauchen uns jetzt gegenseitig, vielleicht mehr als je zuvor.

Und die Welt um uns herum braucht uns auch. Unsere Aufgabe ist es, niemanden mit seiner Not allein zu lassen, egal woher jemand kommt und woran er glaubt. Das Angebot von Jesus steht: „Kommt her zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen!“ (Mt 11,28 NGÜ).

Wir wünschen euch für die kommende Zeit viel Segen, Frieden und Hoffnung!

Hans für das Bewegungsleitungsteam der Jesus Freaks (mit Iwona und Gerd)

A Rocha

(English below)

Wir haben die traurige Nachricht erhalten, dass Chris Naylor, CEO von A Rocha International, und seine Frau Susanna am 28.10.19 bei einem schweren Autounfall in Port Elizabeth (Südafrika) ums Leben gekommen sind. Bei ihnen waren Peter und Miranda Harris, die Gründer von A Rocha. Leider ist Miranda ebenfalls bei dem Unfall verstorben, Peter und der Fahrer des Wagens sind im Krankenhaus in stabilem Zustand. Das offizielle Pressestatement findet Ihr hier: https://www.arocha.org/en/press-statement/
Viele von uns haben Chris‘ inspirierende Predigt auf dem Freakstock 2019 gehört und kennen A Rocha durch die Zusammenarbeit mit der Wald- und Wiesenkathedrale. Wir sind zutiefst schockiert und betroffen von diesem Unglück. Als Jesus Freaks Deutschland möchten wir den Familien, den Freunden und Mitarbeitern bei A Rocha und unseren Freunden bei der Wald- und Wiesenkathedrale unser tiefes Beileid aussprechen und im Gebet an sie denken. Chris Naylor wird uns als Mensch und durch seine wichtige Arbeit in Gottes Reich in guter Erinnerung bleiben.
Auf dem Blog von A Rocha könnt Ihr kondolieren: https://blog.arocha.org/en/condolences/
Und hier könnt Ihr noch mal Chris‘ Predigt ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=qvdX-mbSTVY

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We have received the devastating news that Chris Naylor, CEO of A Rocha International, and his wife Susanna, have passed away as a result of a serious car crash on the 28th of October 2019 in Port Elizabeth (South Africa). In the vehicle with them were Peter and Miranda Harris, the founders of A Rocha. Tragically, Miranda also died in the accident. Peter and the driver are still in the hospital. They are in a stable condition. Many of us listened to Chris‘ inspiring sermon at Freakstock 2019 and are familiar with A Rocha due to our cooperation with the “Wald- und Wiesenkathedrale”. Read the official press statement: https://www.arocha.org/en/press-statement/

We as Jesus Freaks are deeply shocked and saddened by this incident. Our deepest sympathies go to their families, their friends, their colleagues at A Rocha and our friends of the Wald- und Wiesenkathedrale. Our prayers are with you.
Chris Naylor will remain in our memories. His important work in God’s kingdom shall always be remembered.

You can share your condolences at https://blog.arocha.org/en/condolences/ and watch Chris‘ sermon at Freakstock here: https://www.youtube.com/watch?v=qvdX-mbSTVY

Jesus Freaks und Gesellschaft – Wofür wir stehen

Wir Jesus Freaks verstehen uns als Teil einer großen Jesusbewegung. Gemeinsam mit anderen wollen wir Jesus und das, was er getan hat, wofür er steht und was er sich für uns Menschen wünscht, leben und in der Welt bekannt machen. Unsere aktuelle gesellschaftliche Situation, global und lokal, kann auf jeden Fall noch viel mehr davon gebrauchen. Dazu wollen wir christuszentriert die uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen. Wir verstehen die Botschaft der Bibel als Aufruf zu Frieden und Versöhnung und nicht zu Ausgrenzung und Erniedrigung.

Wir als Jesus Freaks solidarisieren uns daher mit den armen, benachteiligten, vergessenen oder ausgegrenzten Menschen in unserer Nachbarschaft und weltweit und mit denjenigen, die sich um sie kümmern, sich für sie einsetzen und ihnen ganz praktisch die Liebe Gottes durch Wort und Tat zeigen. 

Wir als Jesus Freaks distanzieren uns von jeder Art von menschenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen, sexistischen, nationalistischen (genauso wie national verherrlichenden) oder gewaltanwendenden Organisationen, Parteien, Haltungen oder Äußerungen. Wir sehen darin nicht Jesus und sein Herz für die Menschen auf dieser Erde. Sollten trotzdem Menschen im und mit dem Namen der Jesus Freaks Taten begründen oder Dinge sagen, die als menschenfeindlich, rassistisch, antisemitisch, sexistisch oder national verherrlichend einzuordnen sind, tun sie dies als Einzelpersonen und niemals im Namen der Jesus Freaks als Ganzes.

Als Jesus Freaks stehen wir für eine offene Gesellschaft, in der die Menschenwürde geachtet und die Persönlichkeitsrechte aller Menschen geschützt werden. Diese offene Gesellschaft steht für uns im Widerspruch zu diskriminierenden und ausgrenzenden Tendenzen. Wir schätzen die Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit in unserem Land und wollen für diese Werte einstehen. Deshalb ist es uns wichtig, Menschen mit anderen Meinungen, anderen Kulturen oder einem anderen Glauben mit Respekt zu begegnen. 

„Fasten, wie ich es liebe, sieht […] so aus: Lasst die zu Unrecht Gefangenen frei und gebt die los, die ihr unterjocht habt. Lasst die Unterdrückten frei. Zerbrecht jedes Joch. Ich möchte, dass ihr euer Essen mit den Hungrigen teilt und heimatlose Menschen gastfreundlich aufnehmt. Wenn ihr einen Nackten seht, dann kleidet ihn ein. Verleugnet euer eigenes Fleisch und Blut nicht. Wenn du so handelst, wird dein Licht aufleuchten wie die Morgenröte. Deine Heilung wird schnelle Fortschritte machen. Deine Gerechtigkeit geht dir dann voraus und die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Dann wirst du rufen und der Herr wird antworten. Du wirst um Hilfe schreien und er wird antworten: ›Hier bin ich.‹ Entferne die Unterdrückung aus deiner Mitte. Lass die höhnischen Fingerzeichen und das trügerische Reden! Öffne dem Hungrigen dein Herz und hilf dem, der in Not ist. Dann wird dein Licht in der Dunkelheit aufleuchten und das, was dein Leben dunkel macht, wird hell wie der Mittag sein.“

Jesaja 58:6-10 (Neues Leben Bibel)