Kategorie: Impuls

thematische Inhalte, Anregungen

Come as you are …

Jfs Logo altKennst du das? Du erzählst einem Menschen, dass du bei den Jesus Freaks bist. Dies ist dein Ort, wo du deinen Glauben mit Jesus leben und teilen kannst. Deine Family, deine Bewegung, deine Jesus-Gang. Und dann stellt dir die Person die Frage „Ja, und was unterscheidet euch nun von den anderen Christen?“

Jetzt wird es spannend.

In den ersten Jahren unserer jungen Geschichte haben wir uns sehr über Abgrenzung definiert. Es war klar, dass wir ziemlich innovativ und cool sind. Dass wir uns Dinge trauen, über die andere nicht mal nachdenken. Oder die anderen zu peinlich wären. Egal, wir konnten auch peinlich sein und über uns selbst lachen. Leider haben wir manchmal auch über die anderen Christen gelacht. Die ewig Gestrigen, mit ihren Liedern und ihrer Sprache, die zum fremdschämen ist. Mit ihrer übertriebenen Vorsicht und dem engen moralischen Korsett.

Dann mussten wir uns kleinlaut eingestehen, dass Hochmut keine coole Sache ist. Wir haben selbst Fehler gemacht, die uns bis heute viel abverlangen. Und wir haben erlebt, wie heilsam es ist, mit anderen Christen Gemeinsamkeiten zu entdecken und voneinander zu lernen. Und haben immer weniger darüber geredet, was uns ausmacht, was unser besonderer Auftrag ist, was unsere Daseinsberechtigung ist. Was berechtigt dich und mich, das Label „Jesus Freak“ zu tragen?

Ich bemühe einige Antworten, die ich schon oft gehört habe:

  • Wir sind total begeistert von Jesus …
  • Wir haben einen Auftrag für diejenigen die sonst in keine Kirche gehen würden …
  • Wir haben coolen Lobpreis … sogar manchmal mit Schlagzeug …
  • Vielfalt …
  • Wir sprechen im Gottesdienst die Sprache die wir auch sonst sprechen …
  • Bei uns kann man während der Predigt ein Bier trinken …
  • Bei uns muss man sich nicht verbiegen …

Was denkst du, wenn du das liest? Sind das nicht Antworten, die auch auf viele andere christliche Gemeinden zutreffen? Gibt es nicht zahlreiche Gemeinden, die inzwischen viel innovativer, stylischer und cooler sind als wir? Christen anderer Kirchen, von deren Begeisterung für Jesus wir gerne dazu lernen dürfen? Naja, zumindest das mit dem Bier könnten wir noch als Alleinstellungsmerkmal verteidigen (Ironie Ende).

Wenn wir als Jesus Freaks zukunftsfähig und relevant bleiben wollen, wenn wir unseren Auftrag den Gott uns gegeben hat leben wollen, und wenn wir der Generation, die nach uns kommt ein gutes Erbe weitergeben wollen – welches sie nicht abschlagen werden; dann sollten wir uns darauf besinnen, welche Werte und Erkenntnisse uns ausmachen.

Come as you are … der Nirvana-Hit aus den 90ern wurde zu einem beliebten Slogan, wenn es darum ging, Menschen zu Jesus Freaks-Treffen einzuladen. Dahinter stand die Erkenntnis, dass Gott keine Kultur hat. Ein Gedanke der mich bei meiner ersten Begegnung mit den Jesus Freaks völlig umgehauen hat und der mich immer noch begeistert. Gott ist es egal, was für eine Frisur oder Klamotten du hast, ob du Worship, Schlager, HipHop oder Heavy Metal hörst, ob du Kräutertee, Cola oder Bier trinkst, welchen Beruf du ausübst, welche Hobbys du hast, wie dein Lifestyle ist. Es spielt für ihn wirklich keine Rolle, denn er sieht dein Herz. Wir Menschen versuchen Normen und Regeln aufzustellen die unseren Vorstellungen von einem guten oder auch gottgefälligen Leben entsprechen. Und wir sind gut darin, andere Menschen in Schubladen und Schablonen zu pressen, damit nichts Ungewohntes passiert. Bei Jesus wird niemand reduziert. Er nimmt bedingungslos jeden Menschen an, so wie er ist. Diesem Vorbild nachzueifern ist eine Lebensaufgabe.

Ich wünsche uns, dass wir uns damit beschäftigen, was dies für uns bedeutet. Um eine solche Auseinandersetzung anzuregen, werden in den kommenden Monaten immer wieder Impulse kommen, die das Thema aufgreifen und danach fragen, was unsere Einzigartigkeit und unseren konkreten Auftrag als Jesus Freaks ausmacht.

Hans (Leitungsteam der Bewegung)

Vom Fedd, vom Dittschn und vom Heilischen Geisd

Christstollen

Heute, am 5. Dezember, gibt es eine köstliche Geschichte zur Weihnachtszeit von Björn (JF Halle und Projekt B):

Mit meiner Einheiratung in eine echte sächsische Familie begann eine sehr liebenswerte adventliche Tradition auch in meinem Leben Fuß zu fassen, die ich nicht mehr missen möchte.

Seit ich meine Frau kenne, fahre ich fast jedes Jahr, wenn es die Umstände zulassen, an dem Wochenende des Toten- oder Ewigkeitssonntags in ein kleines sächsisches Städtchen, um im Kreise meiner Schwiegerfamilie beim Stollenbacken zu helfen.

Das Stollenbacken nach einem uralten Rezept ist eine fest verankerte Tradition in der Familie meiner Frau. Und ich liebe diesen Brauch so, weil es immer in einem möglichst großen Rahmen zelebriert wird und unheimlich schöne Gefühle von Behaglichkeit, Gemütlichkeit und Familie in mir weckt. Wer an dem Samstag kommen kann, ist anwesend, denn Stollen backen ist sowohl anstrengend – wir reden hier von ca. 15 – 20 Kilogramm Stollenteig, die in einer großen Waschwanne zubereitet und v.a. von Hand geknetet werden müssen, und das um 05:00 Uhr morgens (ohne Frühstück) – als auch sehr gesellig und von viel Plausch begleitet. Nach dem Kneten wird der Teig dann früh morgens zum Bäcker gebracht, die die Stollen dann ausbacken. (Insgeheim besteht ein Wettbewerb, welcher Familie, der beste Stollenteig gelungen ist.) Meist wird an diesen Samstagen nach dem gemeinsamen Frühstück Plätzchen gebacken oder Wurst gemacht und nicht zuletzt endet der Tag bei Bier, Wein und Schnaps im Wohnzimmer.

Ich war nie der große Stollenesser (ich kannte nur gekaufte westdeutsche Marzipanstollen), aber seit dem liebe ich Stollen in der Adventszeit, wahrscheinlich auch weil ich weiß, welche Liebe und Mühe drin steckt. In jedem Jahr aufs Neue bin der festen Überzeugung, dass das der beste Christstollen ist, den man nicht kaufen kann.

Bis auf ein Mal und von dem möchte ich erzählen:

Wie bereits erwähnt ist das Rezept uralt und ist seit Großmutters Zeiten auf einem braunen, befleckten Zettel, in alter Handschrift festgehalten. Diese Reliquie wird jedes Jahr von der Großmeisterin (meiner Schwiegermutter) hervorgeholt und der Ritus beginnt nach festem Ablauf. Nur in einem Jahr, niemand weiß warum, kam meine liebe Schwiegermutter auf die Idee, die Menge an Fett zu reduzieren. Ob es einem spontanen Impuls folgend geschah, in einem Anflug von Diätwahn oder weil sie allen etwas Gutes tun wollte, oder weil sie in ihrer Erinnerung mit dem (tadellosen) Teig des letzten Jahres nicht zufrieden war – man weiß es nicht (sie übrigens auch nicht), vielleicht werden wir es dereinst erfahren, wenn wir bei Gott sind und er uns alle Geheimnisse enthüllt…

Ein Christollen ist keine Diätspeise, noch nie gewesen, eher das Gegenteil. Dafür kann aber der Stollen nichts! Ein Christstollen besteht nun mal im Großen und Ganzen vor allem aus Mehl, ganz viel Zucker und ganz viel Fett, plus Rosinen und so weiter. Ein Christstollen wurde wohl deshalb so gemacht, weil man sich und anderen in Zeiten des Mangels etwas Gutes tun wollte (übrigens, die mit Puderzucker bestäubte Form des Christstollens soll das Jesus-Kind darstellen). In unseren Zeiten des Überflusses an Kalorien und des Mangels an Bewegung sollte man vielleicht die Gesamtmenge an konsumiertem Christstollen auf ein hüft- und bauchfreundliches Maß reduzieren – bewusst genießen – aber um Gottes Willen, niemals sollte man an der Grundkonstruktion eines Christstollens herumschrauben!!! Wie dem auch sei, meine Schwiegermutter machte sich so der Häresie schuldig, wenn auch aus gutem Willen.

Die Folge war ein Stollen, den man auch mit ganz viel Dittschn (Dittschn bezeichnet im Sächsischen das Eintauchen, meist von Stollen, in jedwede Flüssigkeit – warum blieb mir bis zu diesem Jahr unklar…) nur mit ganz viel Mühe oder gar nicht runter bekam. Letzten Endes haben wir ihn schweren Herzens dem Kreislauf aus Werden und Vergehen in der heimischen Biomülltonne übergeben. Ich könnte mir vorstellen, er existiert nach wie vor in mumifizierter Form und wird dereinst von Archäologen ausgegraben, so trocken war er.

Nach erfolgter familiärer Revolution mit mehr gelebter Demokratie und neu eingesetzten Kontrollinstanzen über die Einhaltung der Rezeptur, konnte der Frieden und die Reinheit des Kultes übrigens wieder hergestellt werden.

Diese Geschichte verdeutlicht mir ein paar Dinge über meinen Glauben.

Unser Glaube, genauso wie Christstollen, existiert sowohl für uns, zur eigenen Auferbauung, als auch zum Teilen mit anderen, um unseren Nächsten „etwas Gutes zu tun“.

Der Christstollen verdeutlicht das in seiner Form, die dem Christkind in Windeln nachempfunden sein soll, als auch, dass er, wie bereits erwähnt, aus lauter kostbaren Köstlichkeiten besteht und vor allem in früheren Zeiten einen ganz anderen Wert besaß, als wir das heute nachvollziehen können.

Und damit steht er für mich für den Glauben an diesen Christus. Gott, der Mensch wurde, und in einem unscheinbaren Stall zur Welt kam, um sich selbst und sein Leben als Geschenk Gottes an uns Menschen hinzugeben, um uns die Gnade des ewigen Lebens in der Gemeinschaft mit ihm zu schenken. Der Christstollen versinnbildlicht die Botschaft von Weihnachten und verdeutlicht sowohl den Zweck des Glaubens (ein Stollen ist ja nicht nur etwas, das allein genossen wird, sondern immer auch geteilt werden soll), als auch dessen Wert und Kostbarkeit (er besteht aus lauter Dingen, die vor allem in früherer Zeit sehr kostbar waren und die auch noch zu DDR-Zeiten nicht immer in ausreichender Menge vorhanden waren) – schließlich sollte er auch helfen über einen entbehrungsreichen Winter zu kommen.

Manchmal kommt uns aber in den Sinn, wichtige Dinge wegzulassen, in dem Glauben, etwas Gutes zu tun oder aus Angst.

Genauso wie meine Schwiegermutter auf die Idee kam, das zu reduzieren, was einem Stollen Geschmeidigkeit und Geschmack gibt, als auch Feuchtigkeit bewahrt und ihn auch nach langer Lagerzeit leichter essbar macht, lassen wir – lasse ich – manchmal essentielle Dinge, die unseren Glauben ausmachen, außer Acht.

Allen voran die Liebe, die ja das Wesen Gottes ist und durch seinen Geist bewirkt wird, der in uns und durch uns leben will. Das Problem ist aber, wenn wir den Heiligen Geist außen vor lassen, wenn wir ihn in seinem Handeln reglementieren, wenn wir nicht in diese Liebe des Vaters, die Essenz unseres Glaubens, eintauchen, werden viele Dinge ungenießbar, trocken, tot.

Das merken wir zum Beispiel, wenn wir versuchen uns dem Glauben zu nähern indem wir die Bibel lesen oder beten. Wenn der Geschmacksträger, der Heilige Geist und die Liebe fehlt, die das Ganze aufschlüsselt, bleibt es bei einem toten Buch und bei hohlen Phrasen. Lassen wir aber zu, dass der Heilige Geist zu und durch uns spricht und uns in den göttlichen Liebesstrom hineinnimmt, wird es köstlich.

Genau so ist es auch, wenn wir Glauben wie Stollen teilen wollen. Geschieht das ohne Liebe, lassen wir den Heiligen Geist in seinem Wirken und in seiner unbändigen Kraft weg, lassen wir Teile des Ganzen weg, versuchen wir aus der Guten Botschaft ein Light-Produkt zu machen, wird es trocken und ungenießbar und auch ein Sachse wird nichts finden, worin man es Dittschn kann, so dass es essbar wird.

In diesem Jahr lagern stolze 10 Pfund Stollen, mit allem was dazu gehört, in meinem Keller – bereit von mir und meiner Familie genossen und mit Freunden, Kollegen und meinen Nächsten geteilt zu werden. Und bevor sie angeschnitten werden, werden sie zum Schluss noch mit flüssiger Butter bestrichen und dick mit Puderzucker bestäubt. Mein Weihnachtswunsch für mich und für Dich ist, dass es Dir mit deinem Glauben genauso gehen möge, egal ob Du ihn selbst genießen willst, oder ihn teilst, dass Du nichts weglässt, und er von Dir und deinen Nächsten in vollen Zügen genossen werden kann.

Björn aus Halle

Hab eine gute Zeit mit’m Papa

gebetSo langsam häufen sich die Jahresrückblicke. Das Jahr 2018 hat nur noch ein paar Tage vor sich, dann ist es Geschichte.
Was bleibt?

Erinnerungen an Begegnungen und Erlebnisse, Ereignisse, die es vielleicht in Chroniken und Geschichtsbücher schaffen, manches, was wir lieber schnell vergessen oder ungeschehen machen würden, aber auch schöne Momente, an die wir immer gerne zurückdenken werden, uns vielleicht sogar wünschen, die Zeit wäre da stehen geblieben …

Was hat dieses Jahr dir gebracht? Was bleibt für dich?

Heute, von 20:00 bis 21:30 Uhr, findet das letzte Dienstagsgebet diesen Jahres statt. (Wenn du noch nichts vom Dienstagsgebet gehört hast, gibt’s hier mehr Infos dazu.)
Nimm dir gern diese Zeit, Gott mal zu fragen, was seine Perspektive auf dieses Jahr ist. Vielleicht entdeckst du dabei ja noch ein paar Schätze. 😉

Hab eine gute Zeit mit’m Papa,
denise für’s Gebetsnetzwerk & die Gebetskampagne

Wir sind dein

trauer-gebet_aaron-burdenEin Gebet für den Ewigkeitssonntag

Der Himmel ist dein und die Erde ist dein.
Wir sind dein.
Deine Liebe trägt den Himmel.
Deine Liebe trägt die Erde.
Deine Liebe trägt uns.
Ewiger Gott,
zu dir beten wir.

Nimm dich unserer Verstorbenen an.
Berge sie in deiner Liebe.
Halte du an ihnen fest,
wenn sie uns entgleiten.
Sprich
und die Worte,
die nicht mehr gesagt wurden,
werden aufklingen.
Höre,
und die Worte,
die noch gesprochen werden sollten,
werden Gehör finden.
Wische die Tränen ab.
Tröste und heile.
Segne die Erinnerungen und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich der Schutzlosen an.
Begleite sie.
Zeige ihnen den Weg zu den Orten,
an denen sie sicher und geborgen sind.
Sprich,
damit die guten Worte,
die gesagt werden müssen.
laut werden.
Sprich,
damit das Brot,
das geteilt werden muss,
alle satt macht.
Richte du die, die andere verletzten.
Heile die Wunden und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich der Mächtigen an.
Begeistere sie für die Gerechtigkeit.
Sprich,
damit sie sich ihrer Verantwortung erinnern:
für das Miteinander in Europa,
für die Rechte von Flüchtlingen,
und für die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen.
Versöhne die Verfeindeten.
Komm mit deinem Frieden und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich deiner Kirche an.
Ermutige sie durch dein Wort.
Stärke sie durch dein Mahl.
Beschütze sie durch deine Liebe.
Der Himmel ist dein und die Erde ist dein.
Wir sind dein.
Auf dich hoffen wir,
ewiger Gott.
Höre unsere Bitten
durch Jesus Christus und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Amen.

Dieses Fürbittegebet wurde vom Gottedienstreferat und vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschland in Leipzig erarbeitet.

Leben als Verbinder

leben_als_verbinderDie Geschichte der Menschheit erzählt von der Suche nach Verbundenheit. Kein Mensch möchte ernstlich allein sein! Vatergott übrigens auch nicht. Er wünscht sich Beziehung und sendet Jesus als Verbinder. Jesus öffnet unsere Augen für den Vater und überträgt uns seinen Verbindungsauftrag. Lassen wir uns darauf ein, werden wir Teil der selbsterwählten Mission Gottes und Agenten seiner Sehnsucht. Klingt das zu groß? Keine Angst – Verbindung zu stiften ist einfacher, als wir denken!

Im Oktober 2018 erschien das neue Buch „Leben als Verbinder“ von Kristian Reschke, einem der Jesus Freaks-Gründer. Das Buch handelt von Gottes Geschichte mit den Menschen und was das konkret in deinem Leben bedeutet. Louise hatte die Ehre, es vorab zu lesen und Kristian einige Fragen dazu stellen. Das Interview erschien in der Korrekten Bande 3/2018.

Weitere Infos zum Buch und die Möglichkeit es zu bestellen gibt es über den Kultshop der Jesus Freaks Remscheid.

Gedenken und Verantwortung

kerzenHeute werden im Bundestag, in Städten und Gemeinden Gedenkstunden und Gottesdienste zum Volkstrauertag veranstaltet. Initiiert vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde der Volkstrauertag erstmals im März 1925 begangen. Seit 1952 findet er am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres (zwei Sonntag vor dem ersten Advent) statt. Im Kirchenkalender wird er auch als Friedenssonntag bezeichnet.

In seiner Rede vom November 2016 brachte der damalige Bundespräsident Joachim Gauck die Hoffnung zum Ausdruck, wie aus dem Gedenken an Gewalt und Krieg eine Verantwortung zum Frieden erwächst.

 

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,

und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“

 

aus: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (Hg.): Frieden, Vertrauen und Versöhnung. Reden zum Volkstrauertag 2016. Kassel 2017.

Artikel der Korrekten Bande online verfügbar

Chaos-Ausgabe-KBAb sofort gibt es ein paar Artikel aus der Korrekten Bande online verfügbar. Schau doch mal rein!

Was will Gott uns nun damit sagen?

„Los, auf geht’s!“ oder „Lass erstma noch chillen“? Ermahnung oder Ermutigung? Bestätigung oder Herausforderung?

In der Reihe „Hä, wie meinst du das?“ beschäftigt sich Dörthe mit Missverständnissen. Je nachdem, aus welchem Hintergrund wir kommen, hören wir Dinge total verschieden. Auch die Texte im Neuen Testament können ganz unterschiedlich auf uns wirken. Wie kann das sein, dass eine Aussage getroffen wird und an anderer Stelle steht scheinbar das Gegenteil davon? Und wie gehen wir damit nun um?

https://bande.jesusfreaks.de/2018/11/14/418-hae-kolumne/

Beten in Zeiten abnehmenden Lichts

Herbstwald
Foto: Pexels/pixabay.com

Weniger Tageslicht aufgrund der zunehmend kürzer werdenden Tage und ungemütliches, nasskaltes Wetter – der November rangiert in der Beliebtheitsskala unter den Monaten weit hinten. Nach dem Grünen, Blühen und Früchtetragen der letzten Monate bereitet sich die Natur nun langsam auf ihre Wintererholungspause vor.

Zur Ruhe kommen und die eigenen Akkus wieder aufladen (lassen). Das können wir uns von der Natur abschauen. Und diesen lebensnotwendigen und überlebenswichtigen Rhythmus, den Gott seiner Schöpfung gegeben hat, ein Stück weit auch für unser Leben in Anspruch nehmen.

So kannst du das heutige Dienstagsgebet (20 bis 21.30 Uhr) auch nutzen, um ganz bewusst zur Ruhe zu kommen, still zu werden vor Gott, einfach sein beim und mit dem himmlischen Papa. Wir wünschen dir & euch eine gesegnet Zeit,

denise für’s Gebetsnetzwerk & die Gebetskampagne

Weitere Infos zum Dienstagsgebet findest du hier.

Von ganzem Herzen

enjoy-nowVon Freitag bis Sonntag hat sich der Erweiterte Leitungskreis und weitere Jesus Freaks in Kirchvers versammelt. Einen Tag haben die Menschen aus Regionen und Bereichen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Regioarbeit nachgedacht, sich ausgetauscht und neue Ideen entwickelt. Mit den Ergebnissen werden sich die Verantwortlichen weiter beschäftigen, um Jesus Freaks – egal ob mit oder ohne Gemeinde- oder Regioanbindung – zu fördern und zu vernetzen. Außerdem wurden Ideen und Eindrücke zum Jahresthema vorgestellt und gemeinsam dafür gebetet.

Aus Zeitgründen gibt es daher statt eines üblichen Sunday Sermon-Posts die heutige Losung zur Ermutigung:

Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. (5. Mose 6,5)

Freak-Reformation

reden_ELLENMEYER-7642Heute ist Reformationstag. Heute vor 501 Jahren schlug Martin Luther 95 Thesen an eine Kirchentür in Wittenberg. Er wollte damit Denk- und Handlungsweisen zur Diskussion zu stellen, die seiner Meinung nach nicht mit der Bibel vereinbar waren. Deswegen mag ich den Reformationstag:

Er dient mir als Anlass mich selbst und mein Glaubensleben zu hinterfragen. Heute möchte ich einen Schritt weitergehen und fragen, was läuft in der Jesus-Freaks-Bewegung? Gibt es Dinge, die wir ändern sollten? Sind unsere Gemeinde Orte, wo Menschen angenommen werden und Jesus kennenlernen können?

Ehe du weiter liest, möchte ich dir einen Artikel von Dörthe aus der aktuellen Korrekten Bande nahelegen. Grob zusammengefasst geht es darum, dass du das aus dem Text herauslesen sollst, was Gott dir sagen möchte und nicht das, was du dir sowieso schon immer sagst.

Die folgenden Thesen oder vielmehr Fragen beruhen auf eigener Wahrnehmung und Erzählungen von befreundeten (Ex-)Jesus Freaks. Es sind Aspekte, die mir wichtig geworden sind und über die ich gern mit dir reden würde. Vielleicht hast du noch ganz andere Dinge im Kopf, die dringend einer Diskussion bedürfen. Daher ermutige ich dich, weitere Thesen zu schreiben und Kommentare zu den vorgelegten zu schreiben.

1. Wir sind eine Gang, eine jesusmäßige Familie, in der verbindliche und liebevolle Beziehungen untereinander und zu Gott die größte Rolle spielen. (Charta) Warum schaffen wir es dann nicht diese Beziehungen gut zu pflegen? Warum verlassen Menschen unsere Gemeinden und unsere Bewegung, weil sie verletzt worden sind?

2. Was passiert mit Menschen, die sich nicht mehr der Jesus-Freaks-Bewegung zugehörig fühlen oder die nicht mehr in die Gemeinde, zum Willo o.ä. kommen? Sind sie heil in einer anderen Gemeinde angekommen oder hegen sie einen Groll gegen Gott und Menschen, ob der Verletzungen, die sie erlitten haben? Wer geht ihnen nach? Wer verbindet die Wunden?

3. Wir sind offen für alle Menschen. Alle dürfen so kommen, wie sie sind. Aber sobald es darum geht, dass eine Person predigen oder eine leitende Funktion ausüben möchte, werden Maßstäbe angelegt, an denen Menschen zerbrechen. Da wird in Frage gestellt, ob die Lebensweise, insbesondere sexuelle Präferenzen oder das unverheiretete Zusammenleben, mit dem Amt konform geht. Warum schaffen wir es nicht, auf die persönliche Eignung und Motivation zu schauen?

4. Als „Jesus Bewegung“ wollen wir wachsen … (Charta) Warum gelingt es uns aber oft nicht oder nur sehr schwer, dass neue Menschen in unseren Gemeinden Fuß fassen oder in das Beziehungsgeflecht der Bewegung aufgenommen werden?

5. Jesus Freaks bieten jeder und jedem, die Möglichkeit sich zu entfalten. Dennoch engagieren sich scheinbar nur ein Bruchteil in Gemeinden, Regionen und Bereichen. Die Lasten scheinen sehr ungleich verteilt zu sein. Warum brennen einige fast aus, während andere entspannt in der letzten Reihe sitzen?

6. Wir wollen dazu ermutigen, Neues auszuprobieren und Kreativität in allen Lebensbereichen zu leben. Dazu wollen wir Freiräume schaffen, Experimentierfelder bereitstellen und uns Zeit für Wachstum und Lernprozesse einräumen. (Charta) Warum klappt es dann so selten mit der Nachwuchsförderung? Wo entstehen neue Lobpreisbands? Wer entdeckt und fördert angehende Prediger*innen, Beter*innen, Organisator*innen usw.?

7. Unser Körper ist ein Tempel. Wir sollten ihn pflegen. Einige kämpfen mit Drogen- und Alkoholproblemen. Auf Freakstock stürzen regelmäßig Leute ab. Andere werden schief angeguckt, wenn sie kein Bier trinken. Wie sorgen wir für uns selbst? Wie weit reicht unsere Fürsorgepflicht für andere? Dürfen wir jemandem ein Bier verweigern? Können wir füreinander auf etwas verzichten?

8. Wir glauben, dass ein liebender Gott es radikal ablehnt, dass Menschen sich gegenseitig unterdrücken und zerstören, also permanent gegen sein Gebot der Liebe verstoßen. (Charta) Wie können wir Konflikte lösen? Wie gehen wir mit Krisen in Gemeinden um?

9. Wir wollen das Evangelium der vergebenden und versöhnenden Liebe Gottes ganz praktisch sichtbar werden lassen … (Charta) Wo erleben wir Versöhnung? Wer macht den ersten Schritt? Wer spricht mit Menschen, die im Streit gegangen sind?

10. Wir sind Gott dankbar für alles, was er getan hat und tun wird. Warum bringen sich viele Menschen über Jahre ein und fühlen sich nicht gewertschätzt? Wie zeigen wir einander unsere Dankbarkeit? Wie wollen wir Menschen ermutigen und wertschätzen, für das was sie sind und tun?

11. Wir wollen uns nicht mit halben Sachen zufrieden geben, sondern immer danach streben, das Beste für Gott und für die Anderen zu verwirklichen – solange, bis das Ziel, das Gott uns gesteckt hat, erreicht ist. (Charta) Wer bestimmt was das Beste ist? Wessen Ansprüchen müssen wir genügen? Was tun wir, um nicht daran zu zerbrechen? Warum kritisieren wir mehr als wir loben?

12. Wir haben tausend Ideen und wollen gute Projekte starten. Doch für die Umsetzung braucht es Ressourcen – Menschen, Zeit und Geld. Wer gibt seinen Zehnt an seine Gemeinde, an die Region, an Jesus Freaks Deutschland? Was ist mit denen, die nichts geben, obwohl sie ein regelmäßiges Einkommen haben?

Auf ein konstruktives Streitgespräch und gute Ideen, wie wir die Jesus-Freaks-Bewegung reformieren können.
Bettina

PS: Ich maße mir an diese Fragen zu schreiben, weil mir die Jesus Freaks wichtig sind und weil ich in der Bewegung zuhause bin. Und egal, was passiert, ob dieser Text ignoriert wird oder Menschen sich empören, mein Jesus-Freaks-Sein kann mir keiner absprechen. In diesem Sinne geht es mir besser als Luther: Ein Jesus Freak kann nicht exkommuniziert werden!