Kategorie: Impuls

thematische Inhalte, Anregungen

Nicht mehr schweigen

Lesung „Nicht mehr schweigen“ mit Timo Platte und måne 24.09.2019, 19:00 Uhr, Hafenweg 31, 48155 Münster (Räume der Jesus Freaks)

Homosexuell und Christ – wie fühlt sich das an?

Natürlich kann man versuchen, sich empathisch in diese Lage zu versetzen. Oder man hört sich an, was Menschen tatsächlich erlebt  haben. Genau das wollen wir tun – im Rahmen einer Lesung aus dem Buch  „Nicht mehr schweigen“ von Herausgeber Timo Platte. Der Abend ist kein  Theologieseminar über Homosexualität und soll auch nicht in einer  Diskussion über „richtig“ und „falsch“ enden. Das bedeutet aber nicht,  dass Du Fragen an das Thema nicht mitbringen darfst – im Gegenteil.  Wir freuen uns, dass die Band måne den Abend mit ihrer (Live-)Musik  begleitet und vielleicht manche Schwere in den Geschichten auffangen  kann. Danke! Im Anschluss an die Lesung wird es die Möglichkeit für  Fragen und Austausch geben.

Der Eintritt ist auf Soli-Basis: Es wird eine Spendendose am Eingang  stehen und Du schmeißt rein, was dir die Veranstaltung wert ist. Wir  benutzen das Geld, um damit einen Teil unserer Kosten (Werbung und Honorar) zu decken. Wenn Du Fragen hast, schreib gerne an Sönke  (soenke@jesusfreaksmuenster.de).

Wir freuen uns auf dich! Mehr Infos auch über www.jesusfreaksmuenster.de oder über Facebook.

Volxbibel-Podcast – korrigierte Links

Wir haben die Rückmeldung bekommen, dass die Links zum Volxbibel-Podcast nicht funktionieren. Deshalb hier noch mal alle Möglichkeiten, den Podcast zu hören – für Euch getestet.

iTunes: https://podcasts.apple.com/us/podcast/volxbibel2020/id1476712355?ign-mpt=uo%3D4

Spotify: https://open.spotify.com/show/7KpqkVIFPBQ2mtUprIDKnu

Podcaster: https://www.podcast.de/podcast/696898/

Deezer: https://www.deezer.com/show/450312

TuneIn: https://tunein.com/podcasts/Religion–Spirituality-Podcas/Volxbibel-2020-p1241520/

RSS Feed: https://uzxpnm.podcaster.de/volxbibel2020.rss

Neuer Podcast zum Neuen Testament

Für alle Fans der tiefergehenden Auseinandersetzung mit der Bibel gibt es einen neuen Podcast von Jens Stangenberg, dem Autor von Radikale Reformation. In seinem neuen Projekt widmet er sich auf spannende Art und Weise dem Neuen Testament.

Für viele Jahrhunderte wurde unsere Kultur vom Christentum geprägt. Deswegen ist es wichtig, die Urdokumente des Neuen Testaments zu kennen. So bekommen Glaubenserfahrungen eine stabile Grundlage. In diesem Podcast werden die 27 Schriften des Neuen Testaments einzeln behandelt und durch Hintergrundinformationen ergänzt. Hört auf jeden Fall mal rein – es lohnt sich!

Hier der Link zur Podcast-Website: https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/bibelkunde-nt/  

Oder sonst direkt bei iTunes: https://itunes.apple.com/de/podcast/id1454166316

Das Erdbeben zu Ostern

Foto: Robert Nyman

„Plötzlich gab es ein heftiges Erdbeben, denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab. Er ging zum Grab, rollte den Stein weg und setzte sich darauf.“ (Matthäus 28,2 BasisBibel)

Hattest du das auf dem Schirm? Das erste was wir in der Bibel über Ostern lesen ist, dass es ein heftiges Erdbeben gibt. So etwas möchten wir eigentlich nicht erleben. Schon der Gedanke an ein Erdbeben kann Angst einjagen.

Auch ein Engel, der den schweren Grabstein wegrollt, um sich drauf zu setzen, der Gedanke an einen Toten, der sein Grab verlässt, das alles klingt sehr wenig nach niedlichen Osterhasen und bunten Eiern, sondern vielmehr nach Gruselfilm.

Vielleicht kennst du auch Situationen im Leben, die sich so anfühlen, als würde ein schwerer Stein dir den Weg und die Sicht versperren, und du sitzt dahinter und fragst dich: Wie soll es jetzt weiter gehen? Die schweren Situationen oder Schicksale im Leben, die uns Angst einjagen und uns hilflos machen. Wenn wir sagen: Nichts ist mehr so wie es vorher war!? Aus eigener Kraft ist da nichts zu bewegen.

Jesus mutet genau dies seinen Jüngern zu, dass sie verzweifelt sind und das Gefühl haben, dass sich das Leben zum negativen hin auf den Kopf gestellt hat. Er mutet ihnen Angst und Hilflosigkeit zu. Aber für Gott ist dieser Stein, der das Grab verschließt, nicht der Punkt, der das Ende markiert.

Gott hat an Ostern gezeigt, dass er dem Endgültigen wieder etwas Neues entgegensetzt. Da wo der Stein das Grab verschließt, wird er weggerollt und das Licht macht sich breit. Da wo der Tod scheinbar gesiegt hat, passiert das Wunder der Auferstehung und Jesus verlässt das Grab.

Ich wünsche jeder und jedem von uns, dass wir erleben, dass Gottes Perspektive in unserem Leben Raum einnimmt. Dass der Stein weggerollt wird, das Unüberwindbare, Bedrückende oder Angst machende. Dass die Finsternis keinen Raum mehr hat, weil sie vom Licht verdrängt wird. Und, dass wir Jesus erleben, den auferstandenen Christus, der den Tod besiegt hat, damit wir leben können.

Ein gesegnetes Osterfest uns allen! Der HERR ist auferstanden!

Hans für das Leitungsteam

Geduld, die Mauern sprengt

Geduld, die Mauern sprengt

Photo by Jacky Watt
Photo by Jacky Watt

Aus der flimmernd heißen Wüste schleppt ein Volk von Beduinen sich vor die hoch gebaute Festung Jerichos. Hat die mörderische Hitze diesen Wahnsinnswunsch geweckt, diese Mauer sei von ihnen zu stürmen? Einfach so? Solche Mauern kannten die meisten von ihnen gar nicht. Und doch hat das Volk von Jericho Angst. Es hatte seine Tore verschlossen. Etwas ging diesem Volk voraus, das sie aussperren wollten. Immerhin gab es ja noch die Hoffnung, dass die Mauern das Volk so sehr einschüchtern, dass sie von ihren Plänen ablassen.

Wir kennen Mauern von unterschiedlichster Art. Die Chancen für die Zukunft scheinen verbaut, beruflich gibt es kein Vor und kein Zurück, die Ehe ist festgefahren, Beziehungen wollen nicht heil werden, Kinder geraten auf die schiefe Bahn. Und Haltungen und Herzen sind oft härter, als der Stein. Und dann beginnen wir oder unsere Freunde vor diesen Mauern im Gebet hin und her zu ziehen. Und jahrelang passiert gar nichts.

Gott gab Josua die Verheißung: „Die Stadtmauern [werden] zusammenbrechen, und das Volk kann geradewegs in die Stadt eindringen“ (Jos 6,5 NLB). Und hat Gott nicht auch uns verheißen, dass er „uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1Kor 15,57 Elb)? Und doch haben wir Zweifel daran, wenn wir nicht sehen, dass etwas geschieht. Wenn man Bauarbeiter beschäftigt und nach sechs Tagen nicht sieht, dass die Mauer gewachsen ist, kündigt man den Bauarbeiten, und das mit Recht. Wir wollen doch Evidenz des Fortschritts sehen. Und wenn man andersherum sechs Tage eine Mauer umschreitet, damit sie am siebten Tage schließlich einstürzt, kann man doch wenigstens erwarten, erste Risse zu erkennen.

Was wirklich geschah

Eine Wissenschaftssendung (deren Name der geneigte Leser vielleicht am Grad ihrer Wissenschaftlichkeit erraten kann) hat in einem Experiment die Mauer Jerichos in Größe und Stärke nachgebaut und mit verschiedenen Methoden von Schall und Vibration versucht, ihren Einsturz zu provozieren. Das Fehlen eines jeden Effektes auf die Mauer deutete die Sendung als Beweis für einen Irrtum der Bibel an dieser Stelle. Kein natürliches Ereignis hätte diesen Mauerfall so bewirken können. Was wir dieser wissenschaftlichen Erkenntnis aber eigentlich abgewinnen sollten ist, dass es sich eben um ein übernatürliches Ereignis gehandelt haben muss. Etwas, das nicht im direkten Zusammenhang mit dem Vorgehen des Volkes Israel steht.

Sechs Tage lang zieht das gesamte Volk um die Stadtmauer. Die spätere griechische Übersetzung des Alten Testamentes, die Septuaginta, denkt bei ihrer Übersetzung militärisch und betont nur die Aufgaben der Kriegsleute. Der Urtext aber spricht von dem ganzen Volk, das völlig unmilitärisch aufgestellt ist. Man liest nicht einmal von den Waffen der Kriegsleute. Aber jeder hat seine Position und gehört zu dieser Prozession dazu. Vorneweg geht das Kriegsvolk. Hinter ihnen kommen die sieben Priester und blasen die sieben Posaunen. Dahinter trägt man die Bundeslade, das Zeichen der „Gegenwart des Herrn“ (Jos 6,8 NLB). Und dahinter schreitet das gesamte Volk, wenn man den Text genau nimmt. Die Alten Männer, die Frauen und die Kinder. Jeder militärische Charakter ist verflogen. Die Kriegsleute sind ebenso nur Statisten, wie das übrige Volk und doch spielen sie alle eine entscheidende Rolle. Aber zu welchem Zweck? Eine Kriegslist? Ein Ablenkungsmanöver? Für die Wachposten an den Zinnen der Mauer Jerichos in jedem Fall ein Rätsel.

Für das umrundende Volk aber wird ihr Handeln nicht weniger Rätsel aufgeworfen haben. Nur haben sie einen Vorteil. Sie kennen die Bildebene. Die sieben Priester blasen nicht irgendwelche Posaunen, sondern Widderhörner. Das Schofar ist Gottes Instrument, es preist ihn nicht nur, es verkündet sein Tun (2Mo 19,16; Ps 150,3) und das Kommen des Königs. Gleichzeitig ruft es sowohl die Krieger zur Schlacht zusammen, als auch verkündet es den Sieg, als Friedenssignal. Diese Prozession führt zu beidem, zur Schlacht und zum Frieden. Gott steht im Mittelpunkt dieser Prozession und führt sein Volk gleichsam dorthin. Es ist der siebte Tag, der Sabbat, der Tag der Ruhe. Darum geht es.

Und warum zieht das Volk nun insgesamt zwölf Mal um die Stadt herum, ohne den geringsten Unterschied bei der Stadtmauer wahrzunehmen? Weil in diesem Umzug nicht die Stadtmauer von Bedeutung ist! In jeder Runde kann sich das Volk davon überzeugen, dass immer noch nichts an der Mauer geschehen ist. Als dann in der siebten Runde des siebten Tages die Mauer einfach fällt und in sich zusammenstürzt, muss jeder von ihnen Zweifels ohne bezeugen, dies muss das Wirken Gottes gewesen sein. Aber dafür hätte Gott doch nur eine Extrarunde einplanen können. Immerhin, Gott schickt nicht nur einen Gutachter, dessen Einschätzung dann alle vertrauen müssen. Jeder im Volk darf sich selbst überzeugen. Aber Gott macht mit seinen Kindern hier noch weit mehr.

Vertrauensvolle Geduld

Wenn wir vor Mauern im Gebet umherziehen, fragen wir entweder Gott, warum er nichts tut oder was wir wohl falsch machen. Die Antwort Gottes darauf wäre, wenn er sie uns direkt geben würde, verblüffend. „Herr, was machen wir falsch?“ „Gar nichts macht ihr falsch!“ „Aber es tut sich doch nichts.“ „Das hat doch damit nichts zu tun.“ „Und was sollen wir jetzt machen?“ „Weiter sollt ihr machen!“

Vielleicht greifen wir, anstatt zu beten, auch zu anderen Mitteln. Wen würde es wundern, wenn das Volk Israel am siebten Morgen vor Josua stand und gesagt hätte: „Wir finden, du hast viel Ausdauer, aber wir hätten doch lieber einen militärischen Anführer.“ Wir wollen etwas tun, das mit der Sache direkt zusammenhängt. Ansonsten wäre unsere Rolle ja völlig unbedeutend. Und doch muss jedem in der Prozession früher oder später genau das aufgegangen sein. Es geht eigentlich hier nicht um mich. Der Krieger vorneweg begreift, er kündigt nur die Bundeslade an. Er gibt ihr nur die gebührende Ehre. Seine Kriegskunst steht der des Herrn weit nach. Die Priester verstehen, dass sie hier nicht im Krieg sind, sondern dies ein religiöser Akt ist. Ein Akt, der die Religion praktisch werden lässt. Und jedem Menschen im Volk wird immer mehr klar, dass sie nicht zu kämpfen brauchen (was die meisten erleichtert haben dürfte), sondern sie zu dem gehören, der für sie kämpft. Das hat Gott schon am Roten Meer getan und ihnen gesagt: „Der HERR wird für euch kämpfen, ihr aber werdet still sein“ (2Mo 14,14).

Diese Zeiten schenkt Gott uns, um uns „im unbedingten Glauben und geduldigen Vertrauen auf die Macht und Zusage Gottes zu üben“1. Alleine diese Macht hat es geschafft, die Mauern zu zerstören. Von diesem Gott alleine sollen wir danach bezeugen, er hat Großes getan! Was in diesen Zeiten an den Mauern ausbleibt, passiert dafür umso mehr in den Herzen derjenigen, die nicht müde werden, über Gott nachzudenken. Manchmal lassen wir uns einreden, unser Gebet könnte falsch sein. Wir hätten nicht die richtige Form gewählt, um Gott zu überzeugen oder überhaupt gehört zu werden, so wie eine Bewerbungsmappe, die gar nicht erst gelesen wird, weil sie vorne drauf einen Rächtschreibfehler hat. Dann denken wir, wir müssten jeden Zweifel einmal wenigstens für ein paar Sekunden aus dem Sinn vertreiben, damit es zumindest nach ungetrübtem Glauben aussieht und Gott es bewilligt. Wir erlauben uns in Folge dessen auch nicht, Gott zu hinterfragen. Wir bleiben ganz bei uns und verharren in der Annahme, dass es mal wieder an uns liegt. Da, wo ich mir erlaube, Gott zu hinterfragen, kann ich wirklich anfangen, seinen Standpunkt zu sehen. Solange ich mir nicht eingestehe, dass ich auf mein Können und Tun vertraue, täusche ich mich selbst (Vgl. 1Joh 1,8). Ich werde vordergründig Gottes Macht proklamieren und heimlich davon ausgehen, dass es aber meine Gebetsfertigkeit war, die Gottes Macht wirken lässt. (Alleine schon, weil ich „proklamieren“ sage und nicht einfach „verkündigen“.)

Weiß Paulus etwa nicht, was er redet, wenn er schreibt: „Denn wir wissen ja nicht einmal, worum oder wie wir beten sollen. Doch der Heilige Geist betet für uns mit einem Seufzen, das sich nicht in Worte fassen lässt“ (Röm 8,26 NLB)?

„Es ist besser, geduldig zu sein als mächtig; es ist besser, Selbstbeherrschung zu besitzen, als eine Stadt zu erobern“ (Spr 16,32). Wie gut, dass nämlich genau diese Geduld am Ende dazu führt, dass Gott die Stadt für uns erobert. Gott will uns in seine Ruhe führen. Dazu ist Jesus gekommen, dass er uns seinen Frieden gibt, wie ihn die Welt nicht geben kann (Vgl. Joh 14,27). Er verlangt nicht von uns ein Kriegsgeschrei, das Mauern zum Einsturz bringt. Er befähigt uns zu Jubelgeschrei, voller Dankbarkeit und Staunen, noch bevor die Mauer sichtbar nachgegeben hat. Ihm allein sei Ehre!

Daniel Riediger ist 34, Lehrer an einer christlichen Privatschule in Niedersachsen und engagiert sich im Predigtdienst und in der Jugendarbeit der EfG-Herford.

1 Holland, Martin; in: Wuppertaler Studienbibel, Das Buch Josua, Wuppertal 1993, S.85.

Fragen zum Nachdenken:

Wo im Alltag erlebst du Frust als Nachfolger Jesu?

In welchen Situationen reißt dein „Geduldsfaden“?

Hoffst du noch darauf, dass Gott deine Gebete erhört oder denkst du, dass es im Endeffekt egal ist, ob du betest oder nicht?

Welche „Mauer“ könnte für die Macht Gottes zu dick sein?

Über den Jordan gehen – Die Vollmacht der geliebten Überwinder

Über den Jordan gehen – Die Vollmacht der geliebten Überwinder Josua 3,1 – 4,7

Foto: Marcus Bellamy
Foto: Marcus Bellamy

Predigt von Dr. Heinrich Christian Rust am 27.01.2019 in der Friedenskirche Braunschweig über die Jordanüberquerung der Israeliten unter der Führung von Josua.

Überwinden heißt mehr als Heilung. Es bedeutet mehr als Glück und Zufriedenheit in dieser Welt. Überwindung richtet sich hoffnungsvoll in allen Nöten und Leiden unserer Zeit auf das ewige Leben mit Christus aus. Wir neigen dazu uns in den Herausforderungen und Schmerzen unseres vergänglichen Daseins zu verlieren, uns auf die schlimmen Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart zu fokussieren. Das ist oft gar nicht Ausdruck von Sünde oder dergleichen, sondern ein Ausdruck unserer geschöpflichen Schwäche.

Das Evangelium ist die frohe Kunde des Überwindens. In unserer Fokussierung auf Christus haben wir Anteil an der Kraft, die sich in Kreuz und Auferstehung Jesu gezeigt hat. Rust zeigt drei Aspekte einer vollmächtigen Spiritualität auf, die uns helfen können, in schwierigen Zeiten auf dem Weg der Hoffnung zu bleiben:

1. Jesus zuerst   2. Gehorsam – Schritt für Schritt   3. Gemeinsam nicht einsam

 

 

Fragen zum Nachdenken:

Worum dreht sich dein Gebetsleben?

Wie stellst du dir die Ewigkeit mit Gott vor? Langatmig und monoton oder kraftvoll und inspirierend?

Stell dir vor, es gibt eines Tages keinen Schmerz mehr. Welche Lasten werden dann in Gottes Gegenwart von deinen Schultern fallen? Schreib sie dir vielleicht mal einzeln auf.

Suche Frieden und jage ihm nach

Bild: Yücel Türkoğlu
Bild: Yücel Türkoğlu

„Suche Frieden und jage ihm nach.“

Dieser Vers aus dem aus dem 34. Psalm begleitet uns 2019 als Jahreslosung. Die Jahreslosung wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) für jedes Jahr drei Jahre im Voraus ausgewählt. Für viele Christen gilt sie als Leitvers für das Jahr. Ein Anlass auch für uns, hier einmal näher hinzuschauen!

Tobias Faix hat sich dazu einige Gedanken gemacht. Sein Blogpost trägt den bezeichnenden Titel: „Frieden stiften in einer Welt voller Konflikte. Über einen unmöglichen und unmissverständlichen Auftrag Gottes.“

Dabei beginnt er mit dem „Schalom Gottes“, dem ganzheitlichen Frieden im Alten Testament. Es folgt der Blick auf Jesus, den angekündigten Friedefürst. Doch wie können nun wir selbst diesem Frieden nachjagen, wie es der Vers beschreibt? Wie gelingt das inmitten der Mächte und Gewalten dieser Welt? Als Grundlage des Friedens sieht Tobias hier die Ausrichtung auf Gott. Gebet ist für ihn ein Akt spirituellen Widerstands, weshalb er uns u.a. zum Freitagsgebet für Syrien eingelädt. Zuletzt widmet er sich der Frage, inwieweit Gemeinde in unserer Gesellschaft friedensstiftend wirken kann.

Direktlink: http://tobiasfaix.de/2018/12/frieden-stiften-in-einer-welt-voller-konflikte-ueber-einen-unmoeglichen-und-unmissverstaendlichen-auftrag-gottes-meine-gedanken-zur-jahreslosung-2019-suche-frieden-und-jage-ihm-nach/

Bild: (c) by YÜCEL TÜRKOĞLU MEME

Ein erfüllender Lohn

Zwei Jungen veranstalten eine Kissenschlacht. Silvester feiern im Kinderheim ist ein besonderes Erlebnis.Vor 10 Jahren hätte ich wie die meisten, mit denen man sich über Pflege unterhält, geantwortet: „Ich habe ein Riesen-Respekt vor der Arbeit, aber ich könnte das nicht!“ Natürlich auch, weil man an den Feiertagen arbeiten muss, bei denen man sonst bei der Familie ist.

Über die ehrenamtliche Arbeit in einem Kinderheim für schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder, wo ich nach und nach in die Pflege eingebunden wurde, kam ich dem Wunsch näher mein Geld in diesem Gebiet zu verdienen.

Ich verbrachte in dem Kinderheim ein wahnsinnig erfüllendes Silvester. Man muss sich nur vorstellen, dass hinter dem Ortsschild unserer Stadt für die Kinder die große weite Welt beginnt und so machte es einen Riesenspaß den Kids Bräuche wie Bleigießen zu erklären und den gesamten Wohnbereich zu verwüsten. Da ich „Nachtbereitschaft“ hatte, hatte ich viel Zeit allen Kindern ein unvergessliches Silvester zu bereiten. Eine verpasste Silvesterparty bei Freunden war dann bald kein Thema mehr.

Nach reiflicher Überlegung kam ich in die Altenpflege. Hier sind Personalmangel und körperliche Arbeit eine Begleiterscheinung, die an den Feiertagen nicht ausbleibt. Dennoch ist es so, dass über Weihnachten einige fittere Bewohner zu ihren Familien nach Hause gehen. So bleibt für das Personal etwas mehr Zeit, sich mit den Bewohnern zu unterhalten, die gerade an den Feiertagen ein höheres Redebedürfnis haben.

Sie erzählen alte Geschichten von Weihnachten vor Jahrzehnten und sind oft betroffen, wenn der Sohn oder die Tochter den Besuch zu Weihnachten absagt. Über die Feiertage herrscht eine ganz besondere Stimmung: Es ist deutlich ruhiger und selbst demente Bewohner spüren, dass es etwas besinnlicher zugeht und nehmen diese Stimmung auf.

Ein prägendes Erlebnis hatte ich in meiner Ausbildungszeit. Eine bettlägrige Dame, die aus einer Pfarrersfamilie stammte und deren Cousin ein Leipziger Pfarrer war, der in Leipzig zu den Montagsdemo während der Wendezeit aktiv war, hatte in einem lichten Moment mitbekommen, dass gerade im Haus der Weihnachtsgottesdienst stattgefunden hatte.

Sie war schwerst dement, aber sobald man einen Vers oder Psalm anstimmte, kam der Rest strophenweise aus ihr leise, aber textsicher raus gesprudelt. Ein echtes Phänomen, dass wir Pfleger erleben durften. Da sie am Weihnachtsgottesdienst nicht teilnehmen konnte, war sie merkbar traurig.

So passte ich den Pfarrer auf dem Gang ab. Er schaute kurz auf seine Taschenuhr und nahm sich eine Viertelstunde Zeit für die Dame. Danach suchte er mich noch kurz auf, um sich bei mir zu bedanken. Ich konnte nur vermuten, was in diesen 15 Minuten passiert war, aber zum Abendbrot bedankte sich die Dame auch bei mir und lächelte, wie sie es nur selten tat.

Abschließend ist zu sagen, dass ich Familie habe, aber keine eigenen Kinder. Deshalb ist es an den Feiertagen für mich nicht schwer so wie dieses Jahr sechs Tage am Stück über Weihnachten zu arbeiten. Es gibt diese unglaublich erfüllenden Momente und Geschichten, die man nur zu Weihnachten in einer Pflegeeinrichtung erleben kann.

Dies klingt alles nicht spektakulär, aber wenn die Menschen, die einen manchmal zur Verzweiflung bringen, etwas zurückgeben, ist das der erfüllendste Lohn für soviel Stress im Alltag.

Mattes

Rückblick auf ein Jahr „Sunday Sermons“

Inspiration durch Sunday SermonsNun sage mal einer, gute Vorsätze sind zum Scheitern verurteilt. Anfang 2018 habe ich mir vorgenommen jeden Sonntag einen Impuls auf jesusfreaks.de zu veröffentlichen. Dank der großartigen Unterstützung von Matze, Bloggerinnen, Predigern und anderen konntest du Sonntag für Sonntag eine „Sunday Sermon“ lesen oder hören. Vielen Dank für Eure Beiträge, Fundstücke, Tipps und Verwendungserlaubnisse!

2019 wollen wir die „Sunday Sermons“ weiterführen. Dazu freuen wir uns über Unterstützung beim Schreiben, Posten, Suchen und Teilen. Thematisch wollen wir uns am Jahresthema (mehr dazu am 01.01.2019) und am Kirchenjahr orientieren. Wir sind interessiert an neuen Zugängen oder historischen Erklärungen zu Feiertagen und biblischen Geschichten, aber natürlich auch an inspirierenden Impulsen.

Melde dich bei Bettina [medien@jesusfreaks.de]