Die Hauptsache

September 23, 2018 in Allgemein, Sunday Sermon von matzewilli

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.“ Mt 22,37

Foto: Aaron Huber

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Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt. Mit Esprit und viel Charme lehrt Pastor Dr. Tillmann Krüger in der Friedenskirche Braunschweig über die zentralen Inhalte des christlichen Glaubens. Eine ermutigende Auffrischung unserer Glaubensüberzeugungen mit einer klaren Aufforderung zur Nächstenliebe, die in der Erfahrung des Geliebtseins gründet.

Fragen zum Nachdenken:

Gibt es Dinge in deinem Alltag, die wie Hauptsachen wirken, aber eigentlich Nebensachen sind?

Was hindert dich daran, Gottes Liebe zu erleben?

Was hindert dich daran, deinen Nächsten zu lieben?

Könnte man das ändern?

 

Predigt von Dr. Tillmann Krüger

 

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Protest gegen den Tod

September 16, 2018 in Sunday Sermon von bettina

tod_linda-xu_unsplashDas unschuldige Sterben eines Kindes, eine Naturkatastrophe, die tausende Leben auslöscht, ein Völkermord, der den Atem nimmt – Gründe zum Zweifeln angesichts des Todes gibt es genug.

Dem steht das Angreifbarste und Wichtigste des christlichen Glaubens entgegen: Wir mögen hier und jetzt den Tod erleiden – durch Christus verliert der Tod seine Macht. Das geschah schon zu Jesu Lebzeiten, als er Menschen dem Tod abrang. Durch Jesu Sterben und Auferstehen ist der Tod endgültig besiegt. Aus der Hoffnung heraus, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, könnten Christen mutiger und weitsichtiger in Liebe leben. Sich daran zu halten und darauf zu vertrauen, dass Gottes Güte mächtiger ist als der Tod, dazu ermutigt dieser Sonntag.

Die Geschichte von Lazarus

Marta sagte zu Jesus: »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen.  Aber ich weiß, dass Gott dir auch jetzt keine Bitte abschlägt.« »Dein Bruder wird auferstehen«, sagte Jesus zu Marta. »Ich weiß«, erwiderte sie, »er wird auferstehen, wenn alle Toten lebendig werden, am letzten Tag.«Jesus sagte zu ihr:

»Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer mich annimmt, wird leben, auch wenn er stirbt, und wer lebt und sich auf mich verlässt, wird niemals sterben, in Ewigkeit nicht. Glaubst du mir das?«

Sie antwortete: »Ja, Herr, ich glaube, dass du der versprochene Retter bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.«

Nach diesen Worten ging Marta zu ihrer Schwester zurück, nahm sie beiseite und sagte zu ihr: »Unser Lehrer ist hier und will dich sehen!« […] Als Maria zu Jesus kam und ihn sah, warf sie sich vor ihm nieder. »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen«, sagte sie zu ihm. Jesus sah sie weinen; auch die Leute, die mit ihr gekommen waren, weinten. Da wurde er zornig und war sehr erregt. »Wo habt ihr ihn hingelegt?«, fragte er. »Komm und sieh es selbst, Herr!«, sagten sie.

Jesus fing an zu weinen. Da sagten die Leute: »Er muss ihn sehr geliebt haben!« Aber einige meinten: »Den Blinden hat er sehend gemacht. Hätte er nicht verhindern können, dass Lazarus stirbt?« Aufs Neue wurde Jesus zornig. Er ging zum Grab. Es bestand aus einer Höhle, deren Zugang mit einem Stein verschlossen war. »Nehmt den Stein weg!«, befahl er. Marta, die Schwester des Toten, wandte ein: »Herr, der Geruch! Er liegt doch schon vier Tage im Grab.«

Jesus sagte zu ihr: »Ich habe dir doch gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du nur Glauben hast.« Da nahmen sie den Stein weg. Jesus blickte zum Himmel auf und sagte:

»Vater, ich danke dir, dass du meine Bitte erfüllst. Ich weiß, dass du mich immer erhörst. Aber wegen der Menschenmenge, die hier steht, spreche ich es aus – damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.«

Nach diesen Worten rief er laut: »Lazarus, komm heraus!« Der Tote kam heraus; seine Hände und Füße waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt. Jesus sagte: »Nehmt ihm das alles ab und lasst ihn nach Hause gehen!« (Johannes 11, 21-44)

Die Macht des Todes ist gebrochen

Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium, für das ich eingesetzt bin als Prediger und Apostel und Lehrer. (2. Timotheus 1,9-11)

Fragen zum Nachdenken

Glaubst du an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben?
Wie verändert sich dadurch dein Leben?
Bist du bereit zu sterben? Für eine geliebte Person? Für eine Überzeugung? Für deinen Glauben?
Was wäre der christliche Glaube ohne die Auferstehung?

Abgeschrieben bzw. inspiriert vom Liturgischen Kalender der Evangelischen Kirche: www.kirchenjahr-evangelisch.de

Jüngerschaft – Lernen mit Herz, Kopf und Hand

September 9, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

Jüngerschaft – Lernen mit Herz, Kopf und Hand

Foto: Denisse Leon

Foto: Denisse Leon

Pastor Dr. Heinrich Christian Rust lehrt in seiner Predigt „Zugehörig – Vom Wesen der Christusnachfolge“, gehalten am 02.09.2018 in der Friedenskirche Braunschweig, über das Wesen jesuanischer Jüngerschaft. Er zeigt dabei auf, dass sich die „Lehrlinge“ Jesu in ihrer Nachfolge in einem ganzheitlichen Lernprozess befinden, der von der Beziehung zu ihrem Lehrer geprägt ist. Es geht dabei um eine Zugehörigkeit zu Jesus Christus und welche Implikationen sich daraus für mein Leben ergeben.

 

 

 

Fragen zum Nachdenken

Wo wird Jüngerschaft in deinem Leben konkret?

Wo erlebst du deine „Zugehörigkeit“ zu Christus?

Hörst du Gottes Reden in deinem Leben?

Gehorchst du seinem Reden?

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Filmprojekt „Das Versprechen“

September 5, 2018 in Mittendrin von bettina

geschichte_polyluxAtmosphärische Bilder und Klänge sorgen für eine knisternde Spannung. Ein Mann mit Bart und Brille will „die größte Geschichte, die jemals erzählt wurde“ erzählen. Gedreht im Datzeberg, eine Plattenbausiedlung in Neubrandenburg, die nicht den besten Ruf hat, und mit deren Bewohnern. Kann das funktionieren? Schau selbst rein.

Hinter dem Projekt stecken die Menschen der Polylux-Community. Sie leben im Datzeberg und setzen sich für die sozialen, geistlichen und kulturellen Belange der Menschen um sie herum ein. In kurzen Videoclips erzählen sie die biblische Story auf chronologische, spannende und verständliche Weise. So ging es in der ersten Staffel vom Sommer 2017 um Schöpfung, Schlange, Katastrophe und Flut. Im September 2018 geht die Geschichte weiter mit Abraham und dem Versprechen, das Gott ihm gab. Bleib dran!

Hintergrundinfos und die erste Staffel kannst du hier entdecken: diegeschichte.org

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Dienstagsgebet: Fürbitte neu erleben

September 4, 2018 in Gebet von bettina

cover_glueckliche-fuerbitterAls Inspiration für das heutige Dienstagsgebet (20 bis 21.30 Uhr) empfiehlt Denise ein Buch.*

„Der glückliche Fürbitter“ gehört zu den Büchern, die mir die wichtigsten Grundlagen des Gebets neu bewusst und wieder eine ehrliche Begeisterung fürs Gebet und die Kommunikation mit unserem himmlischen Papa geschenkt haben.

Beni Johnson nimmt die Leser mit auf ihre eigene (Lebens-)Reise hin zum Entdecken der eigentlichen Ausrichtung von Fürbitte und der damit verbundenen Freude. Ihr Verständnis von geistlicher Kampfführung, aus Gottes Perspektive zu beten, den Fokus bei Jesus zu lassen und sich vom Heiligen Geist zeigen zu lassen, wann man wie wofür betet, nimmt Betern die Last von Not und Problemen und lässt sie in der Freude über Gottes guten Plan ruhen – indem das Gebet „einfach nur“ ein Zustimmen zu Gottes Plan und Strategie ist.

Im Folgenden ein Auszug:

Seine Herzenswünsche ins Dasein rufen

In solchen Zeiten sehe ich häufig Gesichter, Orte und Situationen vor meinem inneren Auge. Oft kommt es mir so vor, als zeigte Gott mir Dinge, über die ich nachdenken und die ich bebrüten soll, wie eine Henne über ihren Eiern brütet. In 1. Mose 1,1 heißt es dem Sinn nach:

„Die Erde war ein Brei aus Nichts, bodenlose Leere, undurchdringliche Schwärze. Gottes Geist brütete wie ein Vogel über den Wassern der Tiefe.“

Ehrlich gesagt, wenn ich „am Brüten“ bin, sehe ich das meistens genauso. Ich stimme mit den Plänen, die Gott seit langem für das Leben von Menschen, für Regionen und für die Erde hegt, überein.

„Ja Herr; tu das, Herr … Geh dahin, Vater … Das ist großartig, Herr Jesus.“

wasserwand-handBete ich so, dann ist mir, als würde ich aus seinem Herzen heraus beten und seine tiefsten Wünsche ins Dasein rufen, die längst in seinem Herzen sind.

In solchen Zeiten fühle ich mich geradeso wie der Mutterschoß Gottes.

„Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Johannes 7,38).

Was hier mit „Leib“ übersetzt ist, kommt von dem griechischen Wort koilia her, was „Mutterschoß“ bedeutet. Wir sind der Mutterschoß Gottes. In unseren Fürbittegebeten erschaffen und gebären wir Dinge des Himmels. Wir tragen das Leben des Reiches Gottes in uns (vgl. Lukas 17,21), und wenn wir Fürbitte tun, fließt es aus uns heraus.

Man braucht keine eigenen Pläne

Wenn wir in die Gegenwart Gottes gehen und Zugang zum Himmlischen bekommen, dann versuchen wir einen großen Durchbruch empfangen zu können. Eines der Dinge, vor denen wir uns hüten müssen, sind unsere eigenen Ziele und Pläne, mit denen wir nur allzu gern vor Gott treten.

Manchmal habe ich den Eindruck, das wir uns vor Gott hinstellen und schon längst im Kopf haben, was er tun soll. Auf diese Art schotten wir uns dagegen ab, von Gott zu empfangen und mit ihm zusammenzuarbeiten, und auch gegen das, was er gerade in diesem Moment tun möchte. Vielleicht will Gott ja etwas ganz anderes tun. Es ist fast, als würden wir sagen: „Sieh mal, Gott, hier ist meine Idee, und jetzt mach‘ es gefälligst so, wie ich will.“ Damit binden wir ihm die Hände und arbeiten nicht mehr mit ihm zusammen.

Wenn Menschen mich bitten, für sie zu beten, haben sie oft schon eine klare Vorstellung oder zumindest eine Idee davon, was sie von Gott möchten. Wenn ich für Menschen bete und sie frage, wofür sie Gebet brauchen, geben sie mir oft Dinge zur Antwort, die Gott in diesem Moment gar nicht vorhat.

Wir müssen lernen, sensibel für Gottes Reden zu sein und im Einklang mit dem Heiligen Geist voranzugehen. Wir müssen auf den Herzschlag Gottes hören und ihm nicht immer nur unsere eigenen Ideen präsentieren. Es geht gar nicht darum, ob unsere Pläne richtig oder falsch sind, aber wenn ich nichts anderes will, als Zeit mit Gott zu verbringen, und seine Gegenwart zu spüren, dann lege ich meine Pläne beiseite.

aus: Beni Johnson: „Der glückliche Fürbitter.“ GloryWorld-Medien 2015.

Verlosung

Du möchtest das Buch gern lesen? Dann schreibe eine kurze Begründung an: medien@jesusfreaks.de
Unter allen Teilnehmer*innen wird ein Exemplar verlost. (Einsendeschluss ist der 18.9.2018)

*Die vollständige Rezension kannst du in Ausgabe 1/2017 der Korrekten Bande (damals noch Der Kranke Bote) nachlesen.

Alles andere als Fast Food

September 2, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

 Foto: Angelos Michalopoulos

Foto: Angelos Michalopoulos

Im Rahmen einer Predigtreihe zur Bergpredigt legt Ben Abbing Jesu Worte über das Fasten aus.

Auf den ersten Blick gilt das Thema „Fasten“ für uns heute zumindest im Sinne einer religiösen Ausdrucksform als mehr oder minder überholt und antiquiert. Zwar scheint das Fasten gerade im Hinblick auf moderne Ernährungstrends durchaus eine Bedeutung im Denken vieler Menschen zu haben, doch welche Tiefen sich gerade im Verzicht auf das Lebensnotwendige auch im Bezug auf die eigene Gottesbeziehung auftun, spielt höchstens eine untergeordnete Rolle.

Ben stellt in seiner einzigartigen Weise heraus, dass es insbesondere auf die Absicht des Fastens ankommt, damit aus einer oberflächlichen religiösen Show eine auf Begegnung mit dem Gott der Liebe ausgerichtete Glaubenspraxis für Nachfolger Christi werden kann.

Link zum Predigtpodcast der Jesus Freaks Münster: Predigtpodcast JF MS

Predigt von Ben „Bergpredigt Teil 8 – Vom Fasten“ anklicken …

Fragen zum Nachdenken

Was verbindest du mit dem Thema „Fasten“?

Gibt es religiöse Praktiken in deinem Glaubensleben, die dir irgendwie leer vorkommen?

Was müsste sich ändern, damit deine Glaubenspraxis wieder Ausdruck deiner Sehnsucht nach Gottes Nähe werden kann?

Was bist du bereit, dafür zu ändern?

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Klimawandel

September 2, 2018 in Impuls, Jesus Freaks Deutschland von louise

robert-nyman-442994-unsplashAn dieser Stelle ist nicht der Klimawandel gemeint, der uns in den vergangenen Wochen einen Ausnahmesommer beschert hat, sondern, dass in unserem Land, welches zu den reichsten und sichersten Ländern der Erde gehört, vermehrt Wut, Hass und Fremdenfeindlichkeit öffentlich und sichtbar werden. Wie in den letzten Tagen auch in Chemnitz.

Ohne an dieser Stelle Bibelzitate aufzulisten, glauben wir an einen Gott, der sich auf die Seite der Schwachen stellt. Ein Gott, der uns auffordert gastfreundlich zu sein und Fremde willkommen zu heißen. Ein Gott, der sich selbst mit den sogenannten Geringsten identifiziert, mit den Armen, den Vertriebenen, den Gejagten.

Wir müssen uns die Frage stellen, auf welcher Seite Jesus stehen würde, wenn er in diesen Tagen in Chemnitz durch die Straßen gehen würde.

Wir solidarisieren uns mit den zahlreichen Menschen, unter anderem aus Kirchen, Gemeinden und Initiativen, die raus gehen um gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und Menschenverachtung in unserem Land zu demonstrieren. Und wir denken an diejenigen, die es dabei in Kauf nehmen, Angst zu spüren oder selbst verletzt zu werden.

Jeden der das hier liest, egal wo du gerade bist, rufen wir auf, für Frieden in unserem Land zu beten und für die Menschen, die verletzt wurden oder sogar trauern. Betet für diejenigen, die in ihrem direkten Umfeld mit Angst und Hass konfrontiert werden, dass sie dem mit Liebe und Klarheit begegnen können. Betet auch für die, die Hass und Angst in sich tragen und verbreiten, dass sie zur Liebe und Mitmenschlichkeit umkehren und gute Kommunikation möglich wird. Und für die Notleidenden, unabhängig von Herkunft oder Religion, die friedlich in unserem Land Schutz  suchen.

Gerd und Hans (Leitungsteam der Bewegung)
Iwona, Dörthe, Ben, Samuel (Mitarbeit Leitungsteam)
Louise (Jesus Freaks Büro)
Sylvie, Ilt und Sandra (Regioteam Jesus Freaks Sachsen)
Jesus Freaks Chemnitz

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Kaffeepause mit Jesus

August 26, 2018 in Sunday Sermon von bettina

Der folgende Text von Karoline macht Mut, selbst einmal eine sogenannte Stille Zeit auszuprobieren. Vielleicht wird es bei dir keine Kaffeepause am Nachmittag, sondern die Zeit vor dem Frühstück oder die Fahrt zur Arbeit. Nicht der Zeitpunkt ist wichtig, sondern das, was diese Zeit mir dir und deinem Leben macht.

chill_Sam.CarpenterStille Zeit halten. Ja schon, aber wann? Und wie? Wie soll das denn im extrem vollen Alltag funktionieren? Auf Freizeiten, wenn dafür extra freie Zeit eingeplant ist, mag es ja gut funktionieren, aber im Alltag?

Seit gut eineinhalb Jahren nehme ich mir ganz bewusst jeden Tag Zeit, um Stille Zeit zu machen. Genauer gesagt, um zusammen mit Jesus einen Kaffee zu trinken. Was gibt es Schöneres, wenn man erschlagen von der Arbeit nach Hause kommt und dann in allerbester Gesellschaft erst mal einen Kaffee trinken kann und dabei noch Gelegenheit hat, alles, was einen beschäftigt durchzugehen, loszuwerden, auf anderen Gedanken kommen und wieder Kraft tanken kann?

Wo bekomme ich geistliche Nahrung, wenn es sie in der Gemeinde nicht gibt? Wie kam es dazu? Über längere Zeit bin ich in eine Gemeinde gegangen (und war dort auch ehrenamtlich aktiv), die mich sehr viel Kraft gekostet hat und in der ich nur sehr selten etwas zum Auftanken gefunden habe. Mit der Zeit habe ich mich völlig ausgelaugt gefühlt.

Wo bekomme ich geistliche Nahrung, wenn es die in der Gemeinde nicht gibt? Geistliche Nahrung, die mich wieder zu Kräften kommen lässt und mich auch wieder näher an Jesus heranbringt?

Aus dieser „Notlage“ heraus habe ich dann in der Fastenzeit vor eineinhalb Jahren beschlossen, meinen Kaffee mit Jesus zu trinken (und nicht mehr am Telefon oder irgendwie zwischen durch am PC …). Sieben Wochen also ganz bewusst Zeit mit Gott zu verbringen. Jeden Nachmittag oder Abend, je  nachdem, wann ich eben von der Arbeit heim gekommen bin.

Lesen, Schreiben, Reden, Hören

Meine Kaffeepausen gestalten sich seither folgendermaßen: Kaffee (worüber ich jeden Tag wieder neu staunen kann, wie gut der schmeckt), Buch mit geistlichem Inhalt, Tagebuch, in dem ich Inhalte aus dem jeweiligen Buch festhalte, die mir wichtig sind, und in dem ich auch meine Gebete niederschreibe. Zeit mit Jesus. Lesen, Schreiben, Reden, Hören.

Und ich kann nur sagen: Es ist immer wieder spannend, was Gott mir an jedem einzelnen Tag zu sagen hat! Manchmal durch einen Gedanken, der mir beim Schreiben kommt, manchmal durch einen Vers oder Satz, den ich gelesen habe. Jedenfalls vergeht kaum eine Kaffeepause, in der ich nicht ganz konkret etwas für mich mitnehmen kann. Mittlerweile habe ich so etliche Bücher gelesen und Tagebücher gefüllt.

Gesegnete Buchauswahl

Die Buchauswahl ist auch eine richtig spannende Sache. Bisher hat jedes, aber wirklich jedes Buch genau
in meine Situation gepasst, als ich es gelesen habe. Manche Bücher standen über Jahre ungelesen im Regal und ich hatte mehrfach überlegt, ob ich sie weitergeben sollte. Und dann hatte ich doch irgendwann den Eindruck, dass es genau jetzt dran ist, das Buch zur Hand zu nehmen – und: es hat gepasst. Das fasziniert mich immer wieder aufs Neue, wie die Inhalte genau zu dem passen, was mich beschäftigt! Manchmal dauert es ein paar Tage bis ich weiß, welches Buch ich als nächstes in meiner Kaffeepause lesen soll. Aber so ist unser Gott: Manchmal brauchen wir Geduld, bis er uns den nächsten Schritt wissen lässt – und wenn es „nur“ die Buchauswahl für die Kaffeepause ist.

Zeit mit dem besten Freund

Die Kaffeepausen mit Jesus sind mir mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen, dass mir richtig etwas fehlt, wenn ich mal nicht dazu komme. Ja, es fehlt was. Es fehlt die Zeit mit meinem besten Freund,
der mir immer treu zur Seite steht und über den ich in diesen Kaffeepausen so viel erfahren durfte. Der
mich jeden Tag neu mit dem ausrüstet, was ich brauche. Der mir neue Kraft gibt. Der mir hilft, meine Gedanken zu sortieren. Der mir hilft, abzuschalten. Der mir den nächsten Schritt zeigt. Und: Mit dem ich lachen und weinen kann! Wie oft habe ich erlebt, dass er ganz nah da ist, dass er mich wieder aufmuntert, wenn es mir gerade mal nicht so gut geht. Wie oft habe ich über seinen Humor gelacht – und davon hat er genug!

Mitten im Alltag

Kaffeepause mit Jesus. Manchmal hat mich der Gedanke beschlichen, dass ich erst noch dies und das zu erledigen hab, bevor ich mich hinsetzen und Kaffeetrinken kann. Oder manchmal habe ich gedacht, dass ich keine Zeit für eine Kaffeepause habe, weil noch so viel zu erledigen ist. Und doch habe ich mich immer wieder hingesetzt. Mitten im Alltag. Einfach so alles stehen und liegen lassen. Kaffee, Tagebuch,
Buch, Jesus und ich. Und die Arbeit drum herum war dann egal. Für zehn Minuten oder auch mal für eine Stunde.

Die Zeit hat mir dann hinterher nicht gefehlt (wie man vielleicht meinen könnte). Nein. Ich hatte Zeit,
zum Abschalten und auf anderen Gedanken zu kommen und vor allem auch aufzutanken und wieder
neue Energie für alles Weitere zu bekommen. Vieles, was vorher wie ein Berg vor mir lag, hat sich dann relativiert, denn Gott hilft immer auch, Prioritäten zu setzten. Als erstes: Er selbst. Und dann eine weitere Rangordnung mit allem, was so ansteht.

Und immer wieder denke ich: Gott sei Dank gibt es meine Kaffeepausen mit ihm – sie sind mir heilig!

Der Artikel erschien zuerst in Ausgabe 5/2016 der Korrekten Bande (damals noch Der Kranke Bote).

Fragen zum Nachdenken

Wie erlebst du die Stille Zeit? oder Wie könnte deine Stille Zeit aussehen?
Welches Buch hat dich zuletzt inspiriert?
Was hast du über dich und über Gott erfahren?
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Dein Leben ein Dienst?!

August 19, 2018 in Sunday Sermon von bettina

spuelkueche_fs2018Beim Abschluss-Seminar am Sonntag auf Freakstock hat Hans vom Leitungsteam der Bewegung sinngemäß gesagt, dass es jetzt keinen großen Gottesdienst geben wird, sondern dass alles, was wir nach dem Segen tun, ein Gottesdienst sein soll: Zelt abbauen, die Heimfahrt mit der Familie, Müll einsammeln, spülen … Kurz: Dein Leben soll ein Gottesdienst sein. Das, was du tust soll, ein Dienst für Gott sein. In Römer 12, 1 und 2 steht dazu:

Weil ihr Gottes reiche Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, liebe Brüder und Schwestern, euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe.

Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.

Wenn du genauer wissen möchtest, was das für dein Leben heißt, hör dir die folgende Predigt von Julia Bayer aus dem Internationalen Christlichen Zentrum Ulm an. Sie fängt mit der These an, dass das Christentum lahm ist.

Herzlichen Glückwunsch!

August 12, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

 Foto von Kira auf der Heide

Foto von Kira auf der Heide

Herzlichen Glückwunsch, denn zu beglückwünschen sind diejenigen, die …

3 Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. 

4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. 

5 Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. 

6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. 

7 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. 

8 Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. 

9 Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. 

10 Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. 

11 Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. 

12 Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt. Matthäus 5, 3-12

Die Seligpreisungen

Die Seligpreisungen sind die Grundlegung der gesamten Bergpredigt. Und die Bergpredigt ist das Herz der Verkündigung Jesu. Denn in ihnen geht es um die Prinzipien des kommenden Reiches Gottes. Jesus hat dieses Reich Gottes, in welchem Gottes Wille durch und durch erfüllt wird, in jeder seiner Tätigkeiten vor Augen gehabt. Sein Herz hat für die allumfassende Herrschaft seines Vaters geschlagen; in jeder Stunde, jeder Minute, jeder Sekunde seines Daseins. Die Seligpreisungen leben von der Verheißung des Reiches Gottes. Es ist eine versprochene Wirklichkeit, die auf uns zukommt. Aus den Seligpreisungen wird deutlich, dass wir uns dieses Reich nicht verdienen können, bzw. uns nicht in dieses Reich hineindrängen können. Es breitet sich dort aus, wo Jesus im Mittelpunkt steht.

Wer darf rein?

Die Seligpreisungen sagen uns, dass nicht diejenigen, die sich reich vor Gott wähnen, Erben sein werden. Auch nicht diejenigen, die ohne Leiderfahrungen durchs Leben gehen oder die, die knallhart sind und auf die Durchsetzung von „guten“ Gesetzen bedacht sind. Nicht die, die sich für gerecht halten oder die Prinzipienreiter und Moralapostel, sondern die Barmherzigen. Nicht die Heuchler, die vorgeben etwas zu sein, was sie gar nicht sind oder die, die die Auseinandersetzung und den Krieg fördern, sind die Erben dieses Reiches. Nicht diejenigen, die andere um ihres Glaubens willen verfolgen, sondern die, die Verfolgung erdulden und nicht die, die Böses mit Bösem vergelten, sondern die Böses mit Gutem überwinden, sind Söhne und Töchter Gottes.

Hab‘ Vertrauen!

Wer denkt, allein unter Gottes Herrschaft kommen zu können, der hat vor allem seine eigenen Möglichkeiten im Blick; das Menschenmögliche. Alle diese Versuche lassen wenig Platz für das, was im Zentrum dieses Reiches steht: Jesus Christus, den Gekreuzigten. In ihm ist Gott selbst in der größten Ohnmacht so mächtig, dass er die äußerste Bedrängnis des Menschen beiseite schiebt: den Tod, das Ende allen Seins. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern unser Vater im Himmel.

Wer dem Bösen mit Bösem versucht Paroli zu bieten, vertraut auf seine Möglichkeiten. Doch das Böse läuft sich selbst zu Tode. Es wird nicht ewig existieren. Gottes Herrschaft über alle Dinge aber kommt, ob wir es wollen oder nicht. Die Seligpreisungen legen für unser Leben als Nachfolger den Grundstein. Sie sind die Verheißung für das, was uns bevorsteht. Mögen auch Angst, Bedrängnis, Finsternis und Teufel uns etwas anderes einreden wollen. Das Reich des Friedens steht dieser Welt bevor und darauf sollten wir uns vorbereiten und uns von Herzen freuen. Wie wir uns darauf vorbereiten können? Indem wir nicht auf uns vertrauen, sondern dem, der auf uns zukommt und seine Herrschaft errichten wird. Wer auf jemand anderen vertraut, der „verlässt sich selbst“ im wahrsten Sinne des Wortes. Deine Sünden sind dir vergeben und du bist in Christus frei, dich in die Möglichkeiten Gottes hineinzuschmeißen. Darum lies die Seligpreisungen doch einmal so:

Hab Vertrauen darauf, dass Armut vor Gott Reichtum ist.

Hab Vertrauen darauf, dass dein Leid getröstet werden wird.

Hab Vertrauen darauf , dass Sanftmut die Welt regieren wird.

Hab Vertrauen darauf , dass Gerechtigkeit siegen wird.

Hab Vertrauen darauf , dass Barmherzigkeit Gottes Wille ist.

Hab Vertrauen darauf , dass deine Sünde besiegt ist.

Hab Vertrauen darauf , dass Frieden stiften besser ist als auf Kränkungen mit Gegengewalt zu reagieren.

Hab Vertrauen darauf , dass du das Reich Gottes erben wirst, egal was andere sagen oder tun.

Dein Vertrauen auf Gott ist deine einzige wahre Stärke.

Das Reich Gottes komme bald, Amen.

Fragen zum Nachdenken:

Gibt es Situationen in deinem Alltag, in denen du das Gefühl hast, du müsstest alles alleine bewältigen?

Was macht dieses Gefühl mit deinem Blick auf die Zukunft?

Wann willst du Böses mit Bösem vergelten?

Vertraust du darauf, dass Gottes Reich kommt?