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Grenzen überschreiten – *Sunday Sermon*

März 25, 2018 in Allgemein von bettina

mann-bartDenise erzählt am Beispiel eines Propheten, warum Nachfolge uns Grenzen überschreiten lässt.

Boten Gottes

Wenn die Bibel von „Prophet/innen“ spricht, dann meint sie genau das: Leute, die von Gott eine Botschaft für einen bestimmten Menschen oder eine mehr oder weniger große Gruppe von Menschen erhalten haben und diese überbringen sollen.

Manchmal trägt Gott seinen Prophet/innen dabei mit auf, seine Botschaft auf eine ganz bestimmte Art und Weise rüberzubringen, sozusagen als Teil davon. Immer aber sollte er auch das Timing und den Ort der Botschaftsweitergabe bestimmen.

Geht man auf Entdeckungsreise in der Bibel, zeigt sich Gottes Kreativität und Vielfalt, um seine Kinder zu erreichen. Es gibt vor allem im Alten Testament teilweise ziemlich schräge Dinge, mit denen unser himmlischer Papa seine Boten beauftragt hatte. Mehrere Monate nackt durch eine große Stadt zu laufen, war da noch das Harmloseste.

Doch auch wenn es nur Worte waren, die Prophet/innen weitergeben sollten, bestand darin oft schon eine Riesenherausforderung, weil die Leute es einfach nicht hören wollten. Gott nachzufolgen bedeutete für die Prophet/innen, ihm zu gehorchen (tut es übrigens auch heute noch und das gilt nicht nur für Prophet/innen).

Manchmal musste Gott auch ungewöhnliche Wege gehen, dass Menschen bereit waren, ihm und seinem Auftrag zu folgen. Einer der ungewöhnlichsten, wenn nicht sogar DER ungewöhnlichste Weg ist der von Jona.

Ein ungewollt klare Ansage

„Und das Wort des HERRN erging an Jona …: Mache dich auf, geh nach Ninive, in die große Stadt, und verkündige gegen sie, denn ihre Bosheit ist vor mein Angesicht heraufgekommen! Da machte sich Jona auf, um von dem Angesicht des HERRN weg nach Tarsis zu fliehen …“ (Jona 1, 1-3).

Mache dich auf – da machte sich Jona auf. Soweit klappte das mit dem Gott-Nachfolgen noch. Doch dann macht Jona genau das Gegenteil von dem, was Gott ihm aufgetragen hatte: statt nach Ninive zu gehen, flieht er in die Gegenrichtung, wollte sogar absichtlich weg aus Gottes Gegenwart! Was führte ihn zu dieser heftigen Reaktion?

Der Schlüssel liegt darin, was Ninive war. Ninive war die Hauptstadt Assyriens, berüchtigt für ihre Grausamkeiten und zu dieser Zeit möglicherweise die größte Stadt der Antike, für deren Durchquerung man 3 Tage brauchte. Entscheidend aber: sie war eine nichtjüdische Stadt, Jona aber ein israelitischer Prophet. Da stieg Jona aus, vielleicht aufgrund der politischen Spannungen oder weil er sich wie viele Juden dieser Zeit geistlich und moralisch den Assyrern gegenüber überlegen fühlte und nichts mit ihnen zu tun haben wollte.

Die falsche Entscheidung führt auf den richtigen Weg

wal_swDie Geschichte nimmt ihren Lauf: Jona besorgt sich einen Platz auf einem Schiff Richtung Tarsis, Gott schickt einen so heftigen Sturm, dass selbst die erfahrenen Seeleute an Bord Todesangst bekommen, ihre Götter anrufen und alles unternehmen, um das Boot vorm Untergehen zu bewahren. Als das nichts hilft, fordern sie auch Jona auf, zu seinem Gott zu beten und suchen nach dem Schuldigen für die Katastrophe.

Interessant, dass ihnen in dem Moment schon klar war, dass hier etwas Übernatürliches am Laufen war. Per Los, ein übliches Verfahren dieser Zeit, um den Willen Gottes/der Götter in Erfahrung zu bringen, zeigt sich, dass Jona schuld ist, woraufhin er mit der Sprache rausrückt, alles erzählt und die übrige Schiffsbesatzung bittet, ihn über Bord zu werfen.

Erst weigern sie sich vehement, aber als sie es dann doch tun, hört der Sturm auf. Aufgrund dieser Ereignisse und den Erzählungen Jonas über seinen Gott, „bekamen die Männer große Ehrfurcht vor dem Herrn“ (Jona 1, 16), sie kehrten zu Gott um. Jona wird zum ersten Mal Evangelist wider Willen.

Was folgt, ist Gottes Rettung des widerspenstigen Propheten vor dem Ertrinken, indem er ihn von einem Fisch fressen lässt und Jona in dessen Innerem überlebt. Nach 3 Tagen erkennt Jona das auch und entscheidet sich, Gott wieder nachzufolgen. Auf Gottes Geheiß hin spuckt der Fisch Jona wieder aus, direkt an Land (Gott ist gnädig!).

Gott wiederholt seinen Auftrag an Jona. Der befolgt ihn diesmal und die ganze Stadt kommt zum Glauben an Gott, bekehrt sich aufgrund seiner Bußpredigt und vermutlich auch der Wunder, die ihm auf seinem Weg nach Ninive „zugestoßen“ waren und von denen sie vermutlich gehört, ihnen Jona vielleicht sogar selbst erzählt hatte.

„Vom Kleinsten bis zum Größten“ fasteten sie, den König eingeschlossen, und ließen die Sachen bleiben, die Gott missfielen. Sie kehrten um, änderten ihr Leben und Gott verschonte sie. WOW! Eine ganze Stadt auf einmal! (Historiker glauben, dass Ninive zu der Zeit eine Gesamtbevölkerung von 600.000 Menschen hatte.)

Auftrag ausgeführt und dennoch enttäuscht

Und Jona? Der war extrem enttäuscht und wütend, als das angedrohte Gericht Gottes ausbleibt, will sogar sterben. Gottes Reaktion darauf: er erteilt Jona noch eine Lektion mit einer Wildpflanze, führt Jona damit seine Gleichgültigkeit den Nichtjuden gegenüber vor Augen und erinnert ihn an sein Wesen: „ein gnädiger und barmherziger Gott, langmütig und von großer Gnade“ (Jona 4,2).

Gott beendet seine Diskussion mit dem stinksauren Jona, indem er ihn erinnert, dass ER alle Menschen geschaffen hat und liebt, sich „um sie bemüht und großgezogen hat“ (in Anlehnung an Jona 4, 10). Damit endet auch das Buch Jona. Es bleibt also offen, ob Gottes Liebe Jonas Herz letztendlich vielleicht doch noch erweicht hat, er vielleicht sogar geblieben ist, um die Menschen in Ninive weiter in „Nachfolge“ zu unterrichten.

Fakt ist: Im Alten Testament ist Jona der einzige Prophet, den Gott nicht zu seinem Volk schickt, sondern direkt in persona „zu den Heiden“, ein Fremder in einem fremden Volk. Gott lässt Jona Grenzen überwinden, sowohl politisch/gesellschaftlich wie auch geistlich, auch wenn dieser davon weder begeistert noch sehr willig dazu ist. Gottes Liebe siegt, auch wenn sie selbst seinem Boten über weite Teile zu fehlen scheint. Menschliche Unfähigkeit hat bei Gott nie das letzte Wort.

Botschafter*innen der Liebe

Und wir? Gott hat seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen (Römer 5,5), er selbst lebt durch seinen Geist in uns. Sein Herz ist es, dass Menschen zurück zu ihm finden. Und Gott ist mächtig, Mauern einzureißen und Grenzen zu überwinden. Die Frage ist nur:

Folgen wir ihm auf diesem Weg und darf seine Liebe für die von ihm Getrennten auch unser Herz berühren?

Ärgern wir uns nicht über eine berechtigte und dann doch ausbleibende Zurechtweisung Gottes, sondern stimmen wir ein in die Freude des Himmels über ein paar hunderttausende Umkehrer?

Sind wir bereit, Botschafter*innen seiner Liebe zu sein, in welcher Form uns Gott das auch immer auftragen mag, auch und gerade gegenüber denen, die ihn (noch) nicht kennen?

Denise

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*Sunday Sermon*: Wir sind nicht von dieser Welt

Februar 11, 2018 in Allgemein von bettina

sternibarAls Jesus Freaks werden wir wie alle Christen in die Welt gesendet. Das ist unser gemeinsamer Auftrag, was nicht heißt, das es für alle gleich aussieht. Jede*r muss seinen eigenen Weg finden. Iwona erzählt in ihrer Predigt, wie ihr Weg mit Gott aussieht – an der Sternibar oder in Frankfurt/Oder. Eine Bibelstelle, die ihr dabei wichtig ist, lautet:

Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. (Johannes 17, 16 bis 18)

Direktlink zur Predigt (33 min): https://jesusfreaks.de/medien/predigten/?sermon_id=149