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Wir sind dein

November 25, 2018 in Sunday Sermon von bettina

trauer-gebet_aaron-burdenEin Gebet für den Ewigkeitssonntag

Der Himmel ist dein und die Erde ist dein.
Wir sind dein.
Deine Liebe trägt den Himmel.
Deine Liebe trägt die Erde.
Deine Liebe trägt uns.
Ewiger Gott,
zu dir beten wir.

Nimm dich unserer Verstorbenen an.
Berge sie in deiner Liebe.
Halte du an ihnen fest,
wenn sie uns entgleiten.
Sprich
und die Worte,
die nicht mehr gesagt wurden,
werden aufklingen.
Höre,
und die Worte,
die noch gesprochen werden sollten,
werden Gehör finden.
Wische die Tränen ab.
Tröste und heile.
Segne die Erinnerungen und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich der Schutzlosen an.
Begleite sie.
Zeige ihnen den Weg zu den Orten,
an denen sie sicher und geborgen sind.
Sprich,
damit die guten Worte,
die gesagt werden müssen.
laut werden.
Sprich,
damit das Brot,
das geteilt werden muss,
alle satt macht.
Richte du die, die andere verletzten.
Heile die Wunden und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich der Mächtigen an.
Begeistere sie für die Gerechtigkeit.
Sprich,
damit sie sich ihrer Verantwortung erinnern:
für das Miteinander in Europa,
für die Rechte von Flüchtlingen,
und für die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen.
Versöhne die Verfeindeten.
Komm mit deinem Frieden und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich deiner Kirche an.
Ermutige sie durch dein Wort.
Stärke sie durch dein Mahl.
Beschütze sie durch deine Liebe.
Der Himmel ist dein und die Erde ist dein.
Wir sind dein.
Auf dich hoffen wir,
ewiger Gott.
Höre unsere Bitten
durch Jesus Christus und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Amen.

Dieses Fürbittegebet wurde vom Gottedienstreferat und vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschland in Leipzig erarbeitet.
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Gedenken und Verantwortung

November 18, 2018 in Sunday Sermon von bettina

kerzenHeute werden im Bundestag, in Städten und Gemeinden Gedenkstunden und Gottesdienste zum Volkstrauertag veranstaltet. Initiiert vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde der Volkstrauertag erstmals im März 1925 begangen. Seit 1952 findet er am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres (zwei Sonntag vor dem ersten Advent) statt. Im Kirchenkalender wird er auch als Friedenssonntag bezeichnet.

In seiner Rede vom November 2016 brachte der damalige Bundespräsident Joachim Gauck die Hoffnung zum Ausdruck, wie aus dem Gedenken an Gewalt und Krieg eine Verantwortung zum Frieden erwächst.

 

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,

und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“

 

aus: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (Hg.): Frieden, Vertrauen und Versöhnung. Reden zum Volkstrauertag 2016. Kassel 2017.

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Von ganzem Herzen

November 4, 2018 in JFD-Treffen, Sunday Sermon von bettina

enjoy-nowVon Freitag bis Sonntag hat sich der Erweiterte Leitungskreis und weitere Jesus Freaks in Kirchvers versammelt. Einen Tag haben die Menschen aus Regionen und Bereichen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Regioarbeit nachgedacht, sich ausgetauscht und neue Ideen entwickelt. Mit den Ergebnissen werden sich die Verantwortlichen weiter beschäftigen, um Jesus Freaks – egal ob mit oder ohne Gemeinde- oder Regioanbindung – zu fördern und zu vernetzen. Außerdem wurden Ideen und Eindrücke zum Jahresthema vorgestellt und gemeinsam dafür gebetet.

Aus Zeitgründen gibt es daher statt eines üblichen Sunday Sermon-Posts die heutige Losung zur Ermutigung:

Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. (5. Mose 6,5)
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Fluide Kirche – Herausforderungen für eine christliche Gemeinschaft

Oktober 21, 2018 in Sunday Sermon von Ben

Foto: Joel Forestbird

Foto: Joel Forestbird

Jens Stangenberg predigt in der Zellgemeinde Bremen über die Veränderungen in der Gesellschaft und was das für uns bedeutet, wenn wir eine Form von Glaubensgemeinschaft haben/bauen wollen. Gerade für uns Jesus Freaks ist das sehr relevant und könnte uns neue Anstöße geben, wie wir mit dem Rückgang von klassischen Gemeindestrukturen und dem Wegfall von Mitarbeit und Verbindlichkeit umgehen können. Die Predigt hat eher Vortragscharakter, dauert ca 1 std. aber es lohnt sich!
https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/predigten/2018/09/30/fluide-kirche/

 

 

 

Direkter Link zur Predigt:

Das atlantische Gefühl der Ermattung

Oktober 14, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

Das atlantische Gefühl der Ermattung

Atlas trägt die Welt

Atlas trägt die Welt

Atlas kämpfte nach Vorstellung der Alten Griechen nach der Entstehung der Erde zusammen mit anderen Titanen auf der Seite des Kronos gegen dessen Sohn Zeus. Nachdem Zeus diesen Kampf gewann, legte er Atlas eine unglaubliche Strafe auf: Er sollte fortan das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern tragen, damit Himmel und Erde zukünftig auf Distanz gehalten werden konnten, um ein Aufeinanderprallen zu verhindern. Klingt komisch, ist aber so. Interessanterweise hat sich im Laufe der Kunstgeschichte die Darstellung des Atlas, der ja eigentlich nur das Himmelsgewölbe tragen sollte, dahingehend weiterentwickelt, dass er zunehmend als derjenige in Erscheinung trat, der nicht nur das Himmelsgewölbe, sondern den ganzen Globus, die ganze Last der Welt auf seinen Schultern zu tragen hatte.

Was haben wir mit Atlas zu tun?

Unser Jahresthema bei den Jesus Freaks ist ja das Thema „Nachfolge“. Alle überregionalen Angebote z.B. auf dem Educamp usw., kreisen um dieses Thema „Nachfolge“. Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen? Was muss ich dafür aufgeben? Was bekomme ich dafür? Was bekommt die Welt dafür? Schaffe ich das überhaupt oder ist es eine so große Last, dass ich es nicht schaffe? Und was ist überhaupt das Ziel von Nachfolge?

Für mich ist das ein sehr herausforderndes Thema, das jedoch schlichtweg unumgehbar ist, wenn man sich weiterhin Christ nennen will. Die Bergpredigt spiegelt den ganzen Anspruch, den Jesus an uns stellt wieder. Und es ist glaube ich sehr deutlich, wie unbedingt dieser Anspruch Jesu an unser ganz persönliches Verhalten im Alltag und in jeder Situation unseres Lebens ist. Und dieser Anspruch setzt ethische Maßstäbe, die Gold wert sind.

Ich erlebe allerdings auch Tage, an denen ich mich so ähnlich wie Atlas fühle. Gold wiegt eben auch ne ganze Ecke was. Viele von uns kennen dieses Gefühl glaube ich. Woher es aber kommt, weiß man manchmal nicht so genau. Wir wachen morgens auf, nachdem uns wahlweise der Wecker oder unsere Kinder oder Haustiere aus dem Schlaf reißen. Wir waschen uns im Bad den Schlaf aus den Gliedern und schlingen uns schnell was in die Wampe, um nicht mit knurrendem Magen durch den arbeitsreichen Vormittag zu stolpern. Nebenbei checken wir noch unsere Benachrichtigungen auf Whatsapp, gmx und Co., stöbern noch einige Schlagzeilen aus diversen Newslettern durch und würgen uns dann solche Mitteilungen rein wie z.B.:

  • 135 Tote bei Terroranschlag in Kabul,
  • Beziehungsdrama in Beckendümpel: Mann ersticht Ehefrau aus Eifersucht,
  • Verbraucherschutz zieht negative Bilanz – Keine Lösung im Dieselskandal in Sicht,
  • Youtubestar Bibi kurz vor der Geburt,
  • Humanitäre Katastrophe bahnt sich an – Erdbeben in Indonesien fordert immer mehr Tote jetzt spenden.

Und die klugen unter uns schlagen dann noch, bevor der Alltag so richtig ins Rollen kommt, das biblische Wort auf und lesen dann so etwas wie:

  • Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Gal 6,10“
  • Wer da weiß Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.“ Jak 4,17
  • Was ihr nun wollt, das euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihnen.“ Mt 7,12

Es ist doch offensichtlich, dass wir, wenn wir diese biblischen Handlungsanweisungen vor dem Hintergrund aller Nöte dieser Welt auf uns wirken lassen, wir schnell ein solches atlantisches Gefühl der Ermattung entwickeln können.

Gottes Wort wird so schnell zur Überforderung, wenn man die täglichen Horrornachrichten mitbekommt. Und wenn ich an mich selbst den Anspruch stelle, dass ich alles Gute, das ich zu tun wüsste, auch tue, dann merke ich sehr schnell, wie ich an meine Grenzen stoße. „Ich schaffe das nicht. Mein ganzes Leben besteht aus Kompromissen.“ Ich merke dann bei jeder Entscheidung, die ich treffe oder getroffen habe, dass sie ein Kompromis war zwischen dem, was ich für Gottes Anspruch an mich halte und dem, was ich mit Anstrengung und manchmal enormer Selbstüberwindung gerade noch zustande bringe.

Wer unreflektiert und leichtfertig seinen Blick auf die Katastrophen und das Leid unserer Welt ziehen lässt, steht in der Gefahr, zu kapitulieren und vielleicht sogar den ethischen Anspruch Jesu an sein eigenes kleines Leben zu ignorieren. Ich stehe spürbar immer wieder in dieser Gefahr. Vielleicht geht es dir ja ähnlich. Dann sei gegrüßt! Du bist nicht allein.

Wir haben heute sehr viel mehr Gelegenheiten uns mit Meldungen über Chaos, Leid und belanglosem Mist aus der ganzen Welt zuzumüllen, als zu jeder anderen Epoche in der Geschichte der Menschheit. Und Angesichts der gigantischen Last, die sich vor allem durch die neuen Medien im Sekundentakt in unsere Gefühlswelt hineinbohren kann, wenn wir bspw. ein ertrunkenes Kind am Strand liegen sehen oder von Mitmenschen hören, die unsägliche Schrecken durchlebt haben, dann macht sich bei uns eine fassungslose Ohnmacht breit, dass sie alle Freude am Christusglauben zu ersticken droht. Kann ich Eltern ihr gestorbenes Kind wiedergeben? Kann ich Tsunamis aufhalten oder Erdbeben? Kann ich das? Wie gehe ich mit so einem atlantischen Gefühl der Ermattung um, so dass es mein Vertrauen in Christus nicht zerstört?

Wie kann ich damit umgehen?

Es gibt ein paar Punkte, die mir helfen. Sie lösen nicht alle Probleme, aber sie geben mir Lichtblicke und eine Art Anker, an dem ich mich festhalte, wenn es wieder schlimm wird:

1. Gott leidet mit

Als Johannes der Täufer Jesus sieht, bezeugt er: „Siehe, das ist das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt.“ Joh 1,29) Nicht Atlas soll die ganze Last der Welt tragen, nicht wir sollen die ganze Last der Welt tragen, sondern Christus, das Lamm Gottes trägt die Last der ganzen Welt!“ Dabei geht es nicht nur um meine und deine eigenen Sünden, sondern um die Sünden der ganzen Welt, des ganzen Kosmos. Nur mit diesem Christus an meiner Seite kann ich mich den Nöten und dem Leid dieser Welt stellen. Nur wenn ich glauben darf, dass ich nicht alle Last auf mich nehmen muss, traue ich mich, Leid anzusehen und es näher an mich heranzulassen und mitzuleiden. Gott schaut nicht weg vom Leid, sondern zieht sich das Leid an, ist im Leiden gegenwärtig. Mitleid ist ein Wesenszug Gottes. Die Lehre von der Inkarnation Gottes sagt genau das aus. Das heißt für mich, dass Gott auch in meinem Leid und in meinem Mitleid gegenwärtig ist. Und ich will lernen, das zu akzeptieren, auch wenn es sich alles andere als schön anfühlt, weil ich Gott dort finden kann.

2. Gott hat den (Zeit-)Plan

Ein Blick darauf, was Jesus bewegt hat, gibt mir Orientierung in den unzähligen Möglichkeiten, Gutes zu tun: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selber tun, sondern was er sieht den Vater tun; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet.“ Joh 5,19

Jesus war ohne Sünde. So bezeugt es uns das biblische Wort. Nun gab es jedoch auch zur Zeit Jesu Leid und Nöte, die er nicht beseitigt hat. Beispiel hierfür ist der Kommentar des Judas bei Jesu Salbung, man könne doch das Geld für das teure Öl an die Armen verteilen. Wäre das nicht besser gewesen? Oder: Wenn er das Brot vermehrt hat für ein paar tausend Menschen, warum dann nicht gleich für alle Hungernden oder wenigstens für alle Hungernden in Israel? Ohne Sünde sein heißt wohl nicht, alles Leid zu beseitigen. Aber es heißt sehr wohl, das zu tun, was einem der Vater im Himmel zeigt.

Gott herrscht nach seinem eigenen Plan und er tut das offensichtlich zusammen mit Menschen, die ihm gehorchen. Das ist das Ziel meiner Nachfolge, gehorsam gegenüber Gottes Reden werden. Nicht um das als faule Ausrede dafür auszunutzen, wenn man mal keinen Bock hat, jemanden zu lieben oder Gutes zu tun. So nach dem Motto: Ja, „ich hab den Eindruck“, dass Gott gerade nicht will, dass ich spende oder meiner Frau treu bin oder die andere Wange hinhalte. Der Kanon heißt nicht umsonst Kanon, also Maßstab. Hier finden wir die Definition für eine gottgefällige Lebensweise und können damit erkennen, ob wir uns wirklich nach Gottes Reden sehnen. Also nicht als Ausrede, sondern als eine Art Priorisierung.

Jedesmal, wenn mich die Last unserer geplagten Welt erdrücken will, will ich mit Gott ins Gespräch kommen und ja! ich meine ins Gespräch kommen. Ich will keine Monologe führen, sondern möchte, dass Gott mir zeigt, was ich in diesen belasteten Momenten tun soll. Denn Gott kennt den perfekten Zeitpunkt, die Bibel spricht auch von dem kairos, um uns ganz konkrete und wirkmächtige Aufträge zu erteilen:

Als ein kleines Beispiel für die Tragweite gehorsamer Taten von Menschen sei hier Hananias erwähnt. (Apg 9,10-19) Hananias gehorchte dem, was er gehört hatte und Paulus trug das Evangelium in die Welt hinaus und schrieb fast die Hälfte des Neuen Testaments. Kleine gehorsame Tat → enorm große Wirkung.

3. Gott schafft eine vollendete Welt ohne Leid

Im Missionsbefehl bezeugt uns die Bibel, dass Jesus alle Macht und Autorität im Himmel und auf Erden innehat. Mir gibt das die Hoffnung, dass es jemanden gibt, der Eltern ihr gestorbenes Kind wiedergeben kann und dass es eine Welt geben kann, in der es keine Katastrophen und kein Leid mehr geben muss. In der der Tod nicht das letzte Wort haben wird, sondern der Heiland. Atlas ist eine Erfindung des Menschen, aber Jesus ist real!

Fragen zum Nachdenken

Kennst du auch das Gefühl, dass dir alles zu viel wird?

Trägst du vielleicht Lasten, die du gar nicht tragen sollst?

Hast du Leute um dich, die dir dabei helfen, Gottes Reden in deinem Leben wahrzunehmen und umzusetzen?

Vertraust du darauf, dass Gott dich frei machen und nicht erdrücken will?

 

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Säen und danken

Oktober 7, 2018 in Sunday Sermon von bettina

pflanzen_kircheHeute wird in vielen Gemeinden das Erntedankfest gefeiert. Die Menschen danken Gott für die Ernte. Obwohl sich kaum jemand komplett aus eigenem Anbau versorgt, haben die meisten ein Bedürfnis danach, Pflanzen wachsen und gedeihen zu sehen – und sei es ein Topf Basilikum auf dem Fensterbrett.

Wenn ich ans Erntedankfest denke, frage ich mich, was habe ich dieses Jahr gesät und gepflanzt? Die Buntnessel und die Petersilie zählen nicht wirklich. Dafür kommt mir diese Rubrik in den Sinn: Sunday Sermon. Im letzten Herbst keimte eine Idee, wie der Medienbereich Jesus Freaks mit guten Impulsen versorgen könnte.

Warum nicht vorhandene Predigten nutzen und aufbereiten? Aber schaffe ich das regelmäßig? Eigentlich höre ich kaum Onlinepredigten. Vielleicht könnte man auch mal Texte über eine Bibelstelle oder eine Glaubenserfahrung nehmen? Mit diesen Überlegungen startete ich das Experiment beim Adventskalender 2017. Vier Sonntage, ein überschaubarer Zeitrahmen. Gedacht, getan. Und siehe da – es hat funktioniert.

Ermutigt durch die positiven Rückmeldungen, nahm ich mir vor, es im Jahr 2018 weiterzuführen. Doch allein hätte ich das nie geschafft! Mir standen Menschen zur Seite, die mir Predigten, Podcasts und Blogs empfohlen sowie eigene Texte und Predigten beigesteuert haben. Vielen Dank an euch! Vor allem aber möchte ich Matze danken, der seit dem Frühjahr für Kontinuität gesorgt, zahlreiche Predigten aufgespürt und eigene Gedanken geteilt hat.

Wenn ich jetzt zurückschaue, kann ich erkennen, wie aus einer kleinen Idee etwas Größeres gewachsen ist. Ich sehe die wertvollen Impulse und freue mich, dass sie Leser*innen ermutigt, erinnert und getröstet haben. Das ist unsere Ernte und dafür danke ich Gott.

Bettina

Möchtest du die Sunday Sermon beim Wachsen und Gedeihen unterstützen? Wir als Medienbereich freuen uns, über weitere Autor*innen, Predigtsucher*innen und technische Unterstützer*innen, aber auch über Feedback und Hinweise. Schreib an: medien@jesusfreaks.de

Fragen zum Nachdenken

Was hast du seit dem letzten Jahr gesät?

Was hast du wachsen lassen?

Welche Person hast du begleitet und in ihrem Wachstum unterstützt?

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Zufluchtsorte

September 30, 2018 in Sunday Sermon von bettina

schirm_mutterStille. Dieses Wort klingt irgendwie seltsam fremd. Ich sitze in der Mensa, links und rechts wuseln die Leute. Der bekannte Geräusch- und Aktivitätspegel im Hintergrund ist mir vertraut, dieses Summen ist normal. Ich lasse mich nicht ablenken. Ich brauche keine Stille, damit die Dinge funktionieren und ich mit mir zufrieden bin. In solchen Momenten kann ich das Problem fehlender Stille und das Gute, das durch sie entstehen könnte, gar nicht erkennen. Produktivität, ständige Kommunikation und schlicht die Erfordernisse der Erwerbsarbeit gehören einfach zu den Grundbedingungen des Menschen der Moderne und folgender Epochen: Wir sind so (geworden). Was soll mir Stille schon bringen?

Und dann kommt da dieser Jesus und bietet uns Menschen „Ruhe“ an (Matthäus 11,28). Gott selber möchte den Menschen zur Ruhe führen und ihn damit aus dem Land der Versklavung und der falschen Sicherheiten herausrufen. „Soll ich selbst mitgehen und dich zur Ruhe führen?“, fragt Gott Mose. Warum macht er das? Warum ist ihm das wichtig?

1. Stille ist die Freiheit, von mir weg und hin auf Gott zu schauen.

Es tut mir gut, mir Zeit mit Jesus zu nehmen um mich einfach mit ihm auszuquatschen. Ihm alles zu sagen und damit auch aufzubürden, was mich belastet (er mag das!). Frust bei ihm abzuladen. Ihm zu sagen, was mich erfreut und zu erleben, dass er diese Freude teilt. In solchen Zeiten darf nur derjenige zu mir reden, der Wahrheit über mich aussprechen kann, nämlich Gott. Nicht andere Menschen, nicht der Arbeitsmarkt, nicht mein anklagendes Gewissen.

Dabei hilft es mir, ein paar Psalmen anzugucken oder im Buch Jesaja zu blättern. Dadurch fokussiert sich mein Blick und das Herz auf das wirklich Wichtige und weg von tausend anderen Dingen, die ich ja machen könnte. Ich erlebe in solchen Zeiten, dass Gott mich füllt mit Frieden, Freude, Hoffnung, Optimismus und Stärke.

2. Still sein heißt ganz Mensch sein, weil ich nicht produktiv sein muss.

Könnte es sein, dass wir Menschen der westlichen Hemisphäre seit langer Zeit einen Arbeitsethos verinnerlichen, der aussagt, dass ich erst dann ganz Mensch bin, wenn ich produktiv bin? Und könnte es
sein, dass dahinter die eigentliche tiefe Angst steckt nicht genug zu sein? Solche Stimmen werden bei mir lauter, sobald ich längere Zeit Unruhe ausgesetzt bin.

Andererseits erlebe ich in Zeiten der Stille und im Gebet, dass ich in Gott ganz aufgehoben bin, genug bin und er mich liebt – unabhängig von meiner Produktivität, meinem Output. Das macht unglaublich frei, weil ich mich nicht mehr vor anderen Mächten rechtfertigen muss. Die Gefahr für mich ist, dass ich glaube, auch in meiner Freizeit funktionieren zu müssen, zum Beispiel in der Gemeinde, weil ich das in meinem Job täglich verinnerliche. Dabei kommt tatsächliche Stärke nicht aus unserem Wollen oder aus großer Anstrengung, sondern aus unserem Herzen, das nur in der Zweisamkeit mit Jesus lebendig und stark wird (Jesaja 30,15b). Das habe ich selbst im letzten Jahr immer wieder erlebt.

3. Wir werden selbst zu einem Zufluchtsort vor dem Sturm für andere Menschen.

Bei Christus heißt empfangen immer auch die Befähigung zur Selbsthingabe, zur Liebe. Gott wünscht
sich, dass wir zu ihm kommen und das von ihm nehmen, was er uns geben will, damit wir tun können,
was er gut findet. Das nennt die Bibel „Umkehr“. Uns wird in Jesaja Großes verheißen, wenn wir uns Gott zuwenden (und dabei geht es nicht um dein Tun, sondern ,nur‘ um dein Empfangen):

Sieh, es wird ein König kommen, der gerecht regiert, und Fürsten, die ihr Amt nach Recht und Gesetz ausführen. Jeder von ihnen wird wie ein Schild vor dem Wind und wie ein schützender Raum vor dem Sturm sein; wie Wasserbäche, die durch eine dürre Gegend fließen oder wie der Schatten eines gigantischen Felsens in einem vom Durst erschlafften Land. (Jesaja 32,1 f.)

Wir werden selbst zu einem Bergungsort für andere, zu einem Rückzug, weil Gott in jedem von uns lebendig ist und uns immer wieder Ruhe verschaffen will. Empfangen in der Abgeschiedenheit, Geben in der Gemeinschaft. – So ist es möglich, dass wir ganz in der Welt sind, aber nicht von dieser Welt, den Menschen dienen und in Zeiten heftiger Stürme getrost bleiben, sprechend mit Psalm 62,8:

Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zuversicht ist auf Gott.

Jan-Hendrik Wefers

Dieser Text wurde zunächst im Jesus Freaks Magazin (Korrekte Bande) Ausgabe 6/2017 veröffentlicht.

Die Hauptsache

September 23, 2018 in Allgemein, Sunday Sermon von matzewilli

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.“ Mt 22,37

Foto: Aaron Huber

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Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt. Mit Esprit und viel Charme lehrt Pastor Dr. Tillmann Krüger in der Friedenskirche Braunschweig über die zentralen Inhalte des christlichen Glaubens. Eine ermutigende Auffrischung unserer Glaubensüberzeugungen mit einer klaren Aufforderung zur Nächstenliebe, die in der Erfahrung des Geliebtseins gründet.

Fragen zum Nachdenken:

Gibt es Dinge in deinem Alltag, die wie Hauptsachen wirken, aber eigentlich Nebensachen sind?

Was hindert dich daran, Gottes Liebe zu erleben?

Was hindert dich daran, deinen Nächsten zu lieben?

Könnte man das ändern?

 

Predigt von Dr. Tillmann Krüger

 

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Protest gegen den Tod

September 16, 2018 in Sunday Sermon von bettina

tod_linda-xu_unsplashDas unschuldige Sterben eines Kindes, eine Naturkatastrophe, die tausende Leben auslöscht, ein Völkermord, der den Atem nimmt – Gründe zum Zweifeln angesichts des Todes gibt es genug.

Dem steht das Angreifbarste und Wichtigste des christlichen Glaubens entgegen: Wir mögen hier und jetzt den Tod erleiden – durch Christus verliert der Tod seine Macht. Das geschah schon zu Jesu Lebzeiten, als er Menschen dem Tod abrang. Durch Jesu Sterben und Auferstehen ist der Tod endgültig besiegt. Aus der Hoffnung heraus, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, könnten Christen mutiger und weitsichtiger in Liebe leben. Sich daran zu halten und darauf zu vertrauen, dass Gottes Güte mächtiger ist als der Tod, dazu ermutigt dieser Sonntag.

Die Geschichte von Lazarus

Marta sagte zu Jesus: »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen.  Aber ich weiß, dass Gott dir auch jetzt keine Bitte abschlägt.« »Dein Bruder wird auferstehen«, sagte Jesus zu Marta. »Ich weiß«, erwiderte sie, »er wird auferstehen, wenn alle Toten lebendig werden, am letzten Tag.«Jesus sagte zu ihr:

»Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer mich annimmt, wird leben, auch wenn er stirbt, und wer lebt und sich auf mich verlässt, wird niemals sterben, in Ewigkeit nicht. Glaubst du mir das?«

Sie antwortete: »Ja, Herr, ich glaube, dass du der versprochene Retter bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.«

Nach diesen Worten ging Marta zu ihrer Schwester zurück, nahm sie beiseite und sagte zu ihr: »Unser Lehrer ist hier und will dich sehen!« […] Als Maria zu Jesus kam und ihn sah, warf sie sich vor ihm nieder. »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen«, sagte sie zu ihm. Jesus sah sie weinen; auch die Leute, die mit ihr gekommen waren, weinten. Da wurde er zornig und war sehr erregt. »Wo habt ihr ihn hingelegt?«, fragte er. »Komm und sieh es selbst, Herr!«, sagten sie.

Jesus fing an zu weinen. Da sagten die Leute: »Er muss ihn sehr geliebt haben!« Aber einige meinten: »Den Blinden hat er sehend gemacht. Hätte er nicht verhindern können, dass Lazarus stirbt?« Aufs Neue wurde Jesus zornig. Er ging zum Grab. Es bestand aus einer Höhle, deren Zugang mit einem Stein verschlossen war. »Nehmt den Stein weg!«, befahl er. Marta, die Schwester des Toten, wandte ein: »Herr, der Geruch! Er liegt doch schon vier Tage im Grab.«

Jesus sagte zu ihr: »Ich habe dir doch gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du nur Glauben hast.« Da nahmen sie den Stein weg. Jesus blickte zum Himmel auf und sagte:

»Vater, ich danke dir, dass du meine Bitte erfüllst. Ich weiß, dass du mich immer erhörst. Aber wegen der Menschenmenge, die hier steht, spreche ich es aus – damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.«

Nach diesen Worten rief er laut: »Lazarus, komm heraus!« Der Tote kam heraus; seine Hände und Füße waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt. Jesus sagte: »Nehmt ihm das alles ab und lasst ihn nach Hause gehen!« (Johannes 11, 21-44)

Die Macht des Todes ist gebrochen

Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium, für das ich eingesetzt bin als Prediger und Apostel und Lehrer. (2. Timotheus 1,9-11)

Fragen zum Nachdenken

Glaubst du an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben?
Wie verändert sich dadurch dein Leben?
Bist du bereit zu sterben? Für eine geliebte Person? Für eine Überzeugung? Für deinen Glauben?
Was wäre der christliche Glaube ohne die Auferstehung?

Abgeschrieben bzw. inspiriert vom Liturgischen Kalender der Evangelischen Kirche: www.kirchenjahr-evangelisch.de

Jüngerschaft – Lernen mit Herz, Kopf und Hand

September 9, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

Jüngerschaft – Lernen mit Herz, Kopf und Hand

Foto: Denisse Leon

Foto: Denisse Leon

Pastor Dr. Heinrich Christian Rust lehrt in seiner Predigt „Zugehörig – Vom Wesen der Christusnachfolge“, gehalten am 02.09.2018 in der Friedenskirche Braunschweig, über das Wesen jesuanischer Jüngerschaft. Er zeigt dabei auf, dass sich die „Lehrlinge“ Jesu in ihrer Nachfolge in einem ganzheitlichen Lernprozess befinden, der von der Beziehung zu ihrem Lehrer geprägt ist. Es geht dabei um eine Zugehörigkeit zu Jesus Christus und welche Implikationen sich daraus für mein Leben ergeben.

 

 

 

Fragen zum Nachdenken

Wo wird Jüngerschaft in deinem Leben konkret?

Wo erlebst du deine „Zugehörigkeit“ zu Christus?

Hörst du Gottes Reden in deinem Leben?

Gehorchst du seinem Reden?