Über den Jordan gehen – Die Vollmacht der geliebten Überwinder

Februar 17, 2019 in Sunday Sermon von matzewilli

Über den Jordan gehen – Die Vollmacht der geliebten Überwinder Josua 3,1 – 4,7

Foto: Marcus Bellamy

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Predigt von Dr. Heinrich Christian Rust am 27.01.2019 in der Friedenskirche Braunschweig über die Jordanüberquerung der Israeliten unter der Führung von Josua.

Überwinden heißt mehr als Heilung. Es bedeutet mehr als Glück und Zufriedenheit in dieser Welt. Überwindung richtet sich hoffnungsvoll in allen Nöten und Leiden unserer Zeit auf das ewige Leben mit Christus aus. Wir neigen dazu uns in den Herausforderungen und Schmerzen unseres vergänglichen Daseins zu verlieren, uns auf die schlimmen Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart zu fokussieren. Das ist oft gar nicht Ausdruck von Sünde oder dergleichen, sondern ein Ausdruck unserer geschöpflichen Schwäche.

Das Evangelium ist die frohe Kunde des Überwindens. In unserer Fokussierung auf Christus haben wir Anteil an der Kraft, die sich in Kreuz und Auferstehung Jesu gezeigt hat. Rust zeigt drei Aspekte einer vollmächtigen Spiritualität auf, die uns helfen können, in schwierigen Zeiten auf dem Weg der Hoffnung zu bleiben:

1. Jesus zuerst   2. Gehorsam – Schritt für Schritt   3. Gemeinsam nicht einsam

 

 

Fragen zum Nachdenken:

Worum dreht sich dein Gebetsleben?

Wie stellst du dir die Ewigkeit mit Gott vor? Langatmig und monoton oder kraftvoll und inspirierend?

Stell dir vor, es gibt eines Tages keinen Schmerz mehr. Welche Lasten werden dann in Gottes Gegenwart von deinen Schultern fallen? Schreib sie dir vielleicht mal einzeln auf.

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Suche Frieden und jage ihm nach

Januar 6, 2019 in Sunday Sermon von Jaana

Bild: Yücel Türkoğlu

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„Suche Frieden und jage ihm nach.“

Dieser Vers aus dem aus dem 34. Psalm begleitet uns 2019 als Jahreslosung. Die Jahreslosung wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) für jedes Jahr drei Jahre im Voraus ausgewählt. Für viele Christen gilt sie als Leitvers für das Jahr. Ein Anlass auch für uns, hier einmal näher hinzuschauen!

Tobias Faix hat sich dazu einige Gedanken gemacht. Sein Blogpost trägt den bezeichnenden Titel: „Frieden stiften in einer Welt voller Konflikte. Über einen unmöglichen und unmissverständlichen Auftrag Gottes.“

Dabei beginnt er mit dem „Schalom Gottes“, dem ganzheitlichen Frieden im Alten Testament. Es folgt der Blick auf Jesus, den angekündigten Friedefürst. Doch wie können nun wir selbst diesem Frieden nachjagen, wie es der Vers beschreibt? Wie gelingt das inmitten der Mächte und Gewalten dieser Welt? Als Grundlage des Friedens sieht Tobias hier die Ausrichtung auf Gott. Gebet ist für ihn ein Akt spirituellen Widerstands, weshalb er uns u.a. zum Freitagsgebet für Syrien eingelädt. Zuletzt widmet er sich der Frage, inwieweit Gemeinde in unserer Gesellschaft friedensstiftend wirken kann.

Direktlink: http://tobiasfaix.de/2018/12/frieden-stiften-in-einer-welt-voller-konflikte-ueber-einen-unmoeglichen-und-unmissverstaendlichen-auftrag-gottes-meine-gedanken-zur-jahreslosung-2019-suche-frieden-und-jage-ihm-nach/

Bild: (c) by YÜCEL TÜRKOĞLU MEME

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Rückblick auf ein Jahr „Sunday Sermons“

Dezember 30, 2018 in Sunday Sermon von bettina

Inspiration durch Sunday SermonsNun sage mal einer, gute Vorsätze sind zum Scheitern verurteilt. Anfang 2018 habe ich mir vorgenommen jeden Sonntag einen Impuls auf jesusfreaks.de zu veröffentlichen. Dank der großartigen Unterstützung von Matze, Bloggerinnen, Predigern und anderen konntest du Sonntag für Sonntag eine „Sunday Sermon“ lesen oder hören. Vielen Dank für Eure Beiträge, Fundstücke, Tipps und Verwendungserlaubnisse!

2019 wollen wir die „Sunday Sermons“ weiterführen. Dazu freuen wir uns über Unterstützung beim Schreiben, Posten, Suchen und Teilen. Thematisch wollen wir uns am Jahresthema (mehr dazu am 01.01.2019) und am Kirchenjahr orientieren. Wir sind interessiert an neuen Zugängen oder historischen Erklärungen zu Feiertagen und biblischen Geschichten, aber natürlich auch an inspirierenden Impulsen.

Melde dich bei Bettina [medien@jesusfreaks.de]

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Nicht stornierbare Auszeit

Dezember 23, 2018 in Sunday Sermon von bettina

Du möchtest dem Vorweihnachtsstress entkommen? Tine hat es dieses Jahr geschafft. Lies ihren etwas holprigen Weg dahin.

Ein Sessel steht mitten im Chaos.Inzwischen bin ich mir sicher, dass es eine dumme Idee war. Und zwar alles!

Ich quetsche mich in meinem kleinen Zimmer zwischen Minitrampolin und Wohnzimmertisch hindurch auf meinen Sessel. Mein Sessel. Neben der Küche die einzige Oase in unserer Wohnung, wo nicht das Chaos herrscht. (Ratet mal wer dieses Jahr nichts gebacken hat.) So hatte ich mir den Advent nicht vorgestellt.

Dieses Weihnachten sollte alles wunderschön sein und neu. Wunderbar dekoriert. Eine Wohnung voller Behaglichkeit und Wärme. Natürlich war es meinem Mann und mir klar gewesen, dass eine Renovierung im November einiges an zusätzlichen Kraftaufwand kosten würde – und das hatte es auch.

Aber nun ist längst Advent und die Wohnung ist bedeckt von Baustaub, der überhaupt nicht romantisch wirkt, schon gar nicht im unbarmherzigen Licht von Baustrahlern. Dabei wollten wir doch nur im Wohnzimmer ein klein wenig umräumen. Aber wenn wir schon dabei sind, könnte man ja auch das Schlafzimmer anders gestalten und endlich auch ein Arbeitszimmer einrichten … so nahm es seinen Lauf. Jetzt sind wir gerade dabei eine Wand aus Gipsplatten hochzuziehen. Es ist furchtbar.

Nur die Sitzfläche meines Sessels ist noch übrig, Insel der Glückseligkeit, auf der ich gerade hocke wie ein Affe auf dem Schleifstein. Aber dank meiner Aromalampe auf der Fensterbank riecht es in meinem vollgestopften Zimmer wenigstens nach Orange und Zimt. Besinnlichkeit … vielleicht wenn man die Augen zumacht und mit ein bisschen Fantasie …? … nein, nicht mal dann.

Und nun auch noch die Woche Ostseeurlaub. Ich könnte mich in den Hintern beißen, würde ich denn ran kommen. Mitte September war die Überlegung so logisch wie die Idee der längst überfälligen Renovierung: Bis Mitte Dezember durchpowern und dann eine gemeinsame Auszeit, bevor die Festtagsgottesdienste und die Familienbesuche (einmal Autobahn-Ping-Pong quer durch Deutschland) über einen hereinbrechen.

Die letzten Jahre ging mir kurz vor Weihnachten regelmäßig die Luft aus. Übermüdet und geschwächt zog ich mir eine Grippe zu, die sich teilweise bis Februar festsetzte und der nur mit härteren Medikamenten beizukommen war. Der Gatte kränkelte solidarisch mit, bzw. (wenn man mich fragt), schleppte die Keime teils schon länger mit sich herum, bevor sie dann bei mir ausbrachen.

Diesmal wollten wir klug sein. Motto: wenn man sich freie Zeit nicht einplant, passiert sie auch nicht. Also buchten wir kurzerhand ein Hotel für Mitte Dezember. Eine Woche nur mein Mann und ich, stürmische Strandspaziergänge, Bücher und Gespräche bei Kerzenschein. Eine Woche vor Weihnachten würden wird dann entspannt, immunsystemaktiv und gut gelaunt wieder zu Hause aufschlagen, um endlich einmal nicht überarbeitet und mit 39 Grad Fieber den Weihnachtgottesdienst besuchen. Soweit zur Theorie.

Doch jetzt sieht die Wohnung aus wie nach einem Bombeneinschlag. Eine Erkältung hat mich die letzten drei Tage mit Fieber flach liegen lassen (Gatte scheint diesmal unschuldig) und wenn ich daran denke, dass ich mich morgen ins Auto quetschen und eine Woche ans Meer fahren soll, könnte ich heulen – und nicht vor Glück. Dummerweise ist der Urlaub nicht kostenfrei stornierbar. Ich frage mich, ob ich sowas eigentlich mit Absicht mache.

Mein Blick schweift über die Möbel, die in meinem Zimmerchen stehen und doch gar nicht hier her gehören. Ich schließe die Augen, atme den Duft von Orange und Zimt und versuche mich weihnachtlich zu entspannen … nein, klappt wirklich nicht.

Endlich durchatmen in einer verschneiten Landschaft.Das Meer klingt wild. Zumindest für die sonst eher zahme Ostsee. Es ist frisch und kalt und so dunkel, dass man die weißen Schaumkronen nur erahnen kann. Der Wind zerrt an meinem Anorak. Nach der langen Autofahrt dröhnt mein Kopf, aber die mit Salz und Sauerstoff angereicherte Luft tut gut. Ich wollte nicht her kommen. Doch nun merke ich, wie der Stress aus mir herausfließt. Ich atme, stemme mich gegen den Wind und setze einen Fuß vor den anderen.

Die Häuser hier sind schön geschmückt. Weihnachtlich. Nicht so wie meine Baustelle zu Hause. Am Ende der Woche wird der Weihnachtsmarkt eröffnen und Touristen anlocken, aber bis dahin dürfte es hier angenehm ruhig sein. Die Atmosphäre in den Lokalen ist fast familiär.

Jetzt kann ich nichts mehr tun. Ich bin einfach hier. Das Internet ist zu wackelig um viel damit anzufangen. Ich kann eure Kommentare lesen und freischalten aber damit endet es auch schon. Also akzeptiere ich die Passivität. Freue mich an euren Zeilen, freue mich an dem Adventskalender einer Freundin, der jeden Tag ein Bild und einen kleinen Satz beinhaltet. Freue mich an der Zeit, die ich plötzlich habe. An den Büchern, an den Gesprächen mit meinem Mann. An dem Adventsbibelleseplan, der mir zufällig vor die Füße geflattert ist.

Mein Leben ist so unperfekt wie dieser Advent. Aber gerade stört es mich nicht. Gerade greife ich nach dem was ich habe und muss erstaunt feststellen, wie viel das ist. Ich genieße diese Woche. Genieße es, dass ich atmen kann, meinen Gedanken nachhängen und mich dem leisen Suchen nach Gott im Advent zuwenden darf.

Der Text erschien zuerst auf Tines Blog: http://www.nurheute.net

Begegnung mit dem König des Friedens

Dezember 16, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

Begegnung mit dem König des Friedens

Mehr als „zufrieden sein“

Foto: Robert Nyman

Foto: Robert Nyman

Frieden – ein Wort, das so geläufig und dennoch so groß und oft so weit weg zu sein scheint. Nicht nur so etwas wie Weltfrieden scheint angesichts der Geschehnisse in unserer Welt nahezu unerreichbar und unrealistisch zu sein. Auch der eigene, ganz persönliche Frieden wirkt nicht selten wie ein Traum. Und was heißt das überhaupt: Frieden? Heißt das einfach zufrieden sein mit dem, was man hat?

Wenn ich mir mein Leben so ansehe, dann muss ich zugeben, dass ich ganz, ganz viel Grund zum Danken habe. Ich habe eine liebevolle Familie, einen tollen Beruf und eine kleine, aber sehr herzliche Gemeinde. Es geht mir gesundheitlich, bis auf gelegentliche Kopf- und Rückenschmerzen gut und ich kann meine Energie sowohl in meine Familie, meinen Beruf, meine Gemeinde und unser Haus stecken, ohne dass ich beständig ans Limit komme. Und trotz all dieser großartigen Gaben, die ich genießen darf, fühle ich mich oft nicht zuFrieden. Ich merke das ganz besonders dann, wenn wir mal für eine längere Zeit kein Gemeindetreffen mehr hatten. Denn dann neige ich dazu, mich in meinen Alltagsaufgaben zu verlieren. Doch so sehr ich mich auch engagiere, ich komme darin nie wirklich zu der Ruhe, die ich eigentlich suche.

Nicht die Untadeligen

Immanuel Kant hat einmal sinngemäß geschrieben, dass nur ein Mensch, der alle seine Aufgaben und Pflichten erfüllt, dem glückseligen Frieden würdig sei. Bei aller Bewunderung für den Philosophen der Aufklärung, aber das kann und will ich nicht glauben (hat er vermutlich auch etwas anders gemeint…). Denn wenn ich in der Bibel blättere, erkenne ich ein anderes Muster. Es waren nie diejenigen, die alle ihre Pflichten erfüllten, die dann von Jesus auserwählt wurden. Es waren sogar im Gegenteil genau diejenigen, die ihre Pflichten untadelig erfüllten, die an Jesus jedoch Anstoß nahmen. Gerade die, die eine geradlinige Biographie vorzuweisen hatten, wie etwa Paulus, konnten mit Jesus und seinen Anhängern zunächst nicht viel anfangen. Als aufrichtiger Pharisäer, lebte Paulus in allen Tugenden, die das göttliche Gesetz forderte, „untadelig“, wie er selbst sagte. Und doch zerschlägt die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn Jesus seinen ganzen Stolz in Stücke, so dass er etwas später sogar das, was er vor seinem Leben mit Christus für gut erachtete, als „Scheiße“ bezeichnete. Was war es, das Paulus zu dieser 180°-Wende brachte?

Als Jesus fragte, warum er ihn verfolge, muss Paulus wohl das ganze Ausmaß seines Irrtums erkannt haben. Dieser Schlag hat ihn so hart getroffen, dass er sein Augenlicht für ein paar Tage einbüßte. Auch wenn er gewiss noch nicht alles verstanden hatte, so muss ihm doch klar geworden sein, dass er am Wesentlichen vorbeigelebt hatte. Erst durch die Unterweisung anderer Nachfolger Jesu war er im Stande, mit seinem Verstand der Erkenntnis seines Herzens nachzukommen, so dass er den unermesslichen Frieden, diesen unerschöpflichen Lebensquell und Schatz der von allem befreienden Gnade Gottes ergreifen konnte.

In der Begegnung mit Jesus

Mit einem lückenlosen und vorbildlichen Lebenslauf konnte er das nicht erlangen. Und selbst durch seinen ganzen Eifer für Gott konnte er diese Gabe nicht empfangen. Einzig der Entschluss Christi, sich Paulus als Werkzeug auszuwählen, zog ihn mit in den Heilsplan Gottes für die Welt hinein. Und diese Erfahrung einer völlig unverdienten Annahme brachte ihn dazu, fortan nichts anderes mehr wissen zu wollen als allein Christus den gekreuzigten, der auferstanden zur Rechten Gottes sitzt und den nichts als Liebe und Hingabe für ihn und jeden einzelnen Menschen bewegt.

Paulus nahm dann in den Folgejahren ein Leben voller Entbehrungen und Leiden auf sich, weil ihm alles andere mehr oder weniger unwichtig erschien. Sein unbändiges Verlangen danach, allen Menschen diese Erfahrung der befreienden, bedingungslosen Annahme durch Gott zu ermöglichen, hat uns neben vielen starken Gemeinden, die die Jahrhunderte überdauern sollten und den christlichen Glauben nicht mehr aus der Welt wegzudenken erlauben, auch gut die Hälfte des Neuen Testamentes beschert. Er sprach von einem Frieden, der alle Vernunft übersteigt, den wir also nie wirklich ganz verstehen können, aber der in der Begegnung mit Jesus erlebt wird.

Paulus‘ Leben ist für mich so ziemlich das inspirierende Zeugnis für die Nachfolge. Und wenn ich so über diesen Apostel Christi nachdenke, dann sehne ich mich noch viel mehr danach, mir von dem Frieden, den Paulus in seiner Verbundenheit mit Christus gefunden hat, meine Prioritäten noch einmal und immer wieder „durchschütteln“ zu lassen. Wenn meine Alltagsaktivitäten mich oder andere nicht mehr und mehr in diesen Frieden eintauchen lassen können, was haben sie dann für einen Sinn? Wenn sie den Frieden Gottes in meinem Herzen oder in den Herzen anderer hemmen, dann sind sie „Scheiße“. Es reicht wohl einfach nicht, wenn man im Leben viel Grund zum Danken hat, auch wenn ich das nicht missen will. Aber um im Frieden Gottes atmen, wandeln, tanzen zu können, braucht man nicht mehr und nicht weniger als eine Begegnung mit Jesus, dem König des Friedens, der nicht den Weltfrieden, aber den Frieden Gottes bringt.

Anstelle einer Frage:

„ Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. “ Philipper 4,7

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Wir sind dein

November 25, 2018 in Sunday Sermon von bettina

trauer-gebet_aaron-burdenEin Gebet für den Ewigkeitssonntag

Der Himmel ist dein und die Erde ist dein.
Wir sind dein.
Deine Liebe trägt den Himmel.
Deine Liebe trägt die Erde.
Deine Liebe trägt uns.
Ewiger Gott,
zu dir beten wir.

Nimm dich unserer Verstorbenen an.
Berge sie in deiner Liebe.
Halte du an ihnen fest,
wenn sie uns entgleiten.
Sprich
und die Worte,
die nicht mehr gesagt wurden,
werden aufklingen.
Höre,
und die Worte,
die noch gesprochen werden sollten,
werden Gehör finden.
Wische die Tränen ab.
Tröste und heile.
Segne die Erinnerungen und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich der Schutzlosen an.
Begleite sie.
Zeige ihnen den Weg zu den Orten,
an denen sie sicher und geborgen sind.
Sprich,
damit die guten Worte,
die gesagt werden müssen.
laut werden.
Sprich,
damit das Brot,
das geteilt werden muss,
alle satt macht.
Richte du die, die andere verletzten.
Heile die Wunden und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich der Mächtigen an.
Begeistere sie für die Gerechtigkeit.
Sprich,
damit sie sich ihrer Verantwortung erinnern:
für das Miteinander in Europa,
für die Rechte von Flüchtlingen,
und für die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen.
Versöhne die Verfeindeten.
Komm mit deinem Frieden und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Nimm dich deiner Kirche an.
Ermutige sie durch dein Wort.
Stärke sie durch dein Mahl.
Beschütze sie durch deine Liebe.
Der Himmel ist dein und die Erde ist dein.
Wir sind dein.
Auf dich hoffen wir,
ewiger Gott.
Höre unsere Bitten
durch Jesus Christus und
lass uns den neuen Himmel und die neue Erde schauen.

Amen.

Dieses Fürbittegebet wurde vom Gottedienstreferat und vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschland in Leipzig erarbeitet.
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Gedenken und Verantwortung

November 18, 2018 in Sunday Sermon von bettina

kerzenHeute werden im Bundestag, in Städten und Gemeinden Gedenkstunden und Gottesdienste zum Volkstrauertag veranstaltet. Initiiert vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde der Volkstrauertag erstmals im März 1925 begangen. Seit 1952 findet er am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres (zwei Sonntag vor dem ersten Advent) statt. Im Kirchenkalender wird er auch als Friedenssonntag bezeichnet.

In seiner Rede vom November 2016 brachte der damalige Bundespräsident Joachim Gauck die Hoffnung zum Ausdruck, wie aus dem Gedenken an Gewalt und Krieg eine Verantwortung zum Frieden erwächst.

 

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,

und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“

 

aus: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (Hg.): Frieden, Vertrauen und Versöhnung. Reden zum Volkstrauertag 2016. Kassel 2017.

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Von ganzem Herzen

November 4, 2018 in JFD-Treffen, Sunday Sermon von bettina

enjoy-nowVon Freitag bis Sonntag hat sich der Erweiterte Leitungskreis und weitere Jesus Freaks in Kirchvers versammelt. Einen Tag haben die Menschen aus Regionen und Bereichen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Regioarbeit nachgedacht, sich ausgetauscht und neue Ideen entwickelt. Mit den Ergebnissen werden sich die Verantwortlichen weiter beschäftigen, um Jesus Freaks – egal ob mit oder ohne Gemeinde- oder Regioanbindung – zu fördern und zu vernetzen. Außerdem wurden Ideen und Eindrücke zum Jahresthema vorgestellt und gemeinsam dafür gebetet.

Aus Zeitgründen gibt es daher statt eines üblichen Sunday Sermon-Posts die heutige Losung zur Ermutigung:

Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. (5. Mose 6,5)
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Fluide Kirche – Herausforderungen für eine christliche Gemeinschaft

Oktober 21, 2018 in Sunday Sermon von Ben

Foto: Joel Forestbird

Foto: Joel Forestbird

Jens Stangenberg predigt in der Zellgemeinde Bremen über die Veränderungen in der Gesellschaft und was das für uns bedeutet, wenn wir eine Form von Glaubensgemeinschaft haben/bauen wollen. Gerade für uns Jesus Freaks ist das sehr relevant und könnte uns neue Anstöße geben, wie wir mit dem Rückgang von klassischen Gemeindestrukturen und dem Wegfall von Mitarbeit und Verbindlichkeit umgehen können. Die Predigt hat eher Vortragscharakter, dauert ca 1 std. aber es lohnt sich!
https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/predigten/2018/09/30/fluide-kirche/

 

 

 

Direkter Link zur Predigt:

Das atlantische Gefühl der Ermattung

Oktober 14, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

Das atlantische Gefühl der Ermattung

Atlas trägt die Welt

Atlas trägt die Welt

Atlas kämpfte nach Vorstellung der Alten Griechen nach der Entstehung der Erde zusammen mit anderen Titanen auf der Seite des Kronos gegen dessen Sohn Zeus. Nachdem Zeus diesen Kampf gewann, legte er Atlas eine unglaubliche Strafe auf: Er sollte fortan das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern tragen, damit Himmel und Erde zukünftig auf Distanz gehalten werden konnten, um ein Aufeinanderprallen zu verhindern. Klingt komisch, ist aber so. Interessanterweise hat sich im Laufe der Kunstgeschichte die Darstellung des Atlas, der ja eigentlich nur das Himmelsgewölbe tragen sollte, dahingehend weiterentwickelt, dass er zunehmend als derjenige in Erscheinung trat, der nicht nur das Himmelsgewölbe, sondern den ganzen Globus, die ganze Last der Welt auf seinen Schultern zu tragen hatte.

Was haben wir mit Atlas zu tun?

Unser Jahresthema bei den Jesus Freaks ist ja das Thema „Nachfolge“. Alle überregionalen Angebote z.B. auf dem Educamp usw., kreisen um dieses Thema „Nachfolge“. Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen? Was muss ich dafür aufgeben? Was bekomme ich dafür? Was bekommt die Welt dafür? Schaffe ich das überhaupt oder ist es eine so große Last, dass ich es nicht schaffe? Und was ist überhaupt das Ziel von Nachfolge?

Für mich ist das ein sehr herausforderndes Thema, das jedoch schlichtweg unumgehbar ist, wenn man sich weiterhin Christ nennen will. Die Bergpredigt spiegelt den ganzen Anspruch, den Jesus an uns stellt wieder. Und es ist glaube ich sehr deutlich, wie unbedingt dieser Anspruch Jesu an unser ganz persönliches Verhalten im Alltag und in jeder Situation unseres Lebens ist. Und dieser Anspruch setzt ethische Maßstäbe, die Gold wert sind.

Ich erlebe allerdings auch Tage, an denen ich mich so ähnlich wie Atlas fühle. Gold wiegt eben auch ne ganze Ecke was. Viele von uns kennen dieses Gefühl glaube ich. Woher es aber kommt, weiß man manchmal nicht so genau. Wir wachen morgens auf, nachdem uns wahlweise der Wecker oder unsere Kinder oder Haustiere aus dem Schlaf reißen. Wir waschen uns im Bad den Schlaf aus den Gliedern und schlingen uns schnell was in die Wampe, um nicht mit knurrendem Magen durch den arbeitsreichen Vormittag zu stolpern. Nebenbei checken wir noch unsere Benachrichtigungen auf Whatsapp, gmx und Co., stöbern noch einige Schlagzeilen aus diversen Newslettern durch und würgen uns dann solche Mitteilungen rein wie z.B.:

  • 135 Tote bei Terroranschlag in Kabul,
  • Beziehungsdrama in Beckendümpel: Mann ersticht Ehefrau aus Eifersucht,
  • Verbraucherschutz zieht negative Bilanz – Keine Lösung im Dieselskandal in Sicht,
  • Youtubestar Bibi kurz vor der Geburt,
  • Humanitäre Katastrophe bahnt sich an – Erdbeben in Indonesien fordert immer mehr Tote jetzt spenden.

Und die klugen unter uns schlagen dann noch, bevor der Alltag so richtig ins Rollen kommt, das biblische Wort auf und lesen dann so etwas wie:

  • Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Gal 6,10“
  • Wer da weiß Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.“ Jak 4,17
  • Was ihr nun wollt, das euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihnen.“ Mt 7,12

Es ist doch offensichtlich, dass wir, wenn wir diese biblischen Handlungsanweisungen vor dem Hintergrund aller Nöte dieser Welt auf uns wirken lassen, wir schnell ein solches atlantisches Gefühl der Ermattung entwickeln können.

Gottes Wort wird so schnell zur Überforderung, wenn man die täglichen Horrornachrichten mitbekommt. Und wenn ich an mich selbst den Anspruch stelle, dass ich alles Gute, das ich zu tun wüsste, auch tue, dann merke ich sehr schnell, wie ich an meine Grenzen stoße. „Ich schaffe das nicht. Mein ganzes Leben besteht aus Kompromissen.“ Ich merke dann bei jeder Entscheidung, die ich treffe oder getroffen habe, dass sie ein Kompromis war zwischen dem, was ich für Gottes Anspruch an mich halte und dem, was ich mit Anstrengung und manchmal enormer Selbstüberwindung gerade noch zustande bringe.

Wer unreflektiert und leichtfertig seinen Blick auf die Katastrophen und das Leid unserer Welt ziehen lässt, steht in der Gefahr, zu kapitulieren und vielleicht sogar den ethischen Anspruch Jesu an sein eigenes kleines Leben zu ignorieren. Ich stehe spürbar immer wieder in dieser Gefahr. Vielleicht geht es dir ja ähnlich. Dann sei gegrüßt! Du bist nicht allein.

Wir haben heute sehr viel mehr Gelegenheiten uns mit Meldungen über Chaos, Leid und belanglosem Mist aus der ganzen Welt zuzumüllen, als zu jeder anderen Epoche in der Geschichte der Menschheit. Und Angesichts der gigantischen Last, die sich vor allem durch die neuen Medien im Sekundentakt in unsere Gefühlswelt hineinbohren kann, wenn wir bspw. ein ertrunkenes Kind am Strand liegen sehen oder von Mitmenschen hören, die unsägliche Schrecken durchlebt haben, dann macht sich bei uns eine fassungslose Ohnmacht breit, dass sie alle Freude am Christusglauben zu ersticken droht. Kann ich Eltern ihr gestorbenes Kind wiedergeben? Kann ich Tsunamis aufhalten oder Erdbeben? Kann ich das? Wie gehe ich mit so einem atlantischen Gefühl der Ermattung um, so dass es mein Vertrauen in Christus nicht zerstört?

Wie kann ich damit umgehen?

Es gibt ein paar Punkte, die mir helfen. Sie lösen nicht alle Probleme, aber sie geben mir Lichtblicke und eine Art Anker, an dem ich mich festhalte, wenn es wieder schlimm wird:

1. Gott leidet mit

Als Johannes der Täufer Jesus sieht, bezeugt er: „Siehe, das ist das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt.“ Joh 1,29) Nicht Atlas soll die ganze Last der Welt tragen, nicht wir sollen die ganze Last der Welt tragen, sondern Christus, das Lamm Gottes trägt die Last der ganzen Welt!“ Dabei geht es nicht nur um meine und deine eigenen Sünden, sondern um die Sünden der ganzen Welt, des ganzen Kosmos. Nur mit diesem Christus an meiner Seite kann ich mich den Nöten und dem Leid dieser Welt stellen. Nur wenn ich glauben darf, dass ich nicht alle Last auf mich nehmen muss, traue ich mich, Leid anzusehen und es näher an mich heranzulassen und mitzuleiden. Gott schaut nicht weg vom Leid, sondern zieht sich das Leid an, ist im Leiden gegenwärtig. Mitleid ist ein Wesenszug Gottes. Die Lehre von der Inkarnation Gottes sagt genau das aus. Das heißt für mich, dass Gott auch in meinem Leid und in meinem Mitleid gegenwärtig ist. Und ich will lernen, das zu akzeptieren, auch wenn es sich alles andere als schön anfühlt, weil ich Gott dort finden kann.

2. Gott hat den (Zeit-)Plan

Ein Blick darauf, was Jesus bewegt hat, gibt mir Orientierung in den unzähligen Möglichkeiten, Gutes zu tun: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selber tun, sondern was er sieht den Vater tun; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet.“ Joh 5,19

Jesus war ohne Sünde. So bezeugt es uns das biblische Wort. Nun gab es jedoch auch zur Zeit Jesu Leid und Nöte, die er nicht beseitigt hat. Beispiel hierfür ist der Kommentar des Judas bei Jesu Salbung, man könne doch das Geld für das teure Öl an die Armen verteilen. Wäre das nicht besser gewesen? Oder: Wenn er das Brot vermehrt hat für ein paar tausend Menschen, warum dann nicht gleich für alle Hungernden oder wenigstens für alle Hungernden in Israel? Ohne Sünde sein heißt wohl nicht, alles Leid zu beseitigen. Aber es heißt sehr wohl, das zu tun, was einem der Vater im Himmel zeigt.

Gott herrscht nach seinem eigenen Plan und er tut das offensichtlich zusammen mit Menschen, die ihm gehorchen. Das ist das Ziel meiner Nachfolge, gehorsam gegenüber Gottes Reden werden. Nicht um das als faule Ausrede dafür auszunutzen, wenn man mal keinen Bock hat, jemanden zu lieben oder Gutes zu tun. So nach dem Motto: Ja, „ich hab den Eindruck“, dass Gott gerade nicht will, dass ich spende oder meiner Frau treu bin oder die andere Wange hinhalte. Der Kanon heißt nicht umsonst Kanon, also Maßstab. Hier finden wir die Definition für eine gottgefällige Lebensweise und können damit erkennen, ob wir uns wirklich nach Gottes Reden sehnen. Also nicht als Ausrede, sondern als eine Art Priorisierung.

Jedesmal, wenn mich die Last unserer geplagten Welt erdrücken will, will ich mit Gott ins Gespräch kommen und ja! ich meine ins Gespräch kommen. Ich will keine Monologe führen, sondern möchte, dass Gott mir zeigt, was ich in diesen belasteten Momenten tun soll. Denn Gott kennt den perfekten Zeitpunkt, die Bibel spricht auch von dem kairos, um uns ganz konkrete und wirkmächtige Aufträge zu erteilen:

Als ein kleines Beispiel für die Tragweite gehorsamer Taten von Menschen sei hier Hananias erwähnt. (Apg 9,10-19) Hananias gehorchte dem, was er gehört hatte und Paulus trug das Evangelium in die Welt hinaus und schrieb fast die Hälfte des Neuen Testaments. Kleine gehorsame Tat → enorm große Wirkung.

3. Gott schafft eine vollendete Welt ohne Leid

Im Missionsbefehl bezeugt uns die Bibel, dass Jesus alle Macht und Autorität im Himmel und auf Erden innehat. Mir gibt das die Hoffnung, dass es jemanden gibt, der Eltern ihr gestorbenes Kind wiedergeben kann und dass es eine Welt geben kann, in der es keine Katastrophen und kein Leid mehr geben muss. In der der Tod nicht das letzte Wort haben wird, sondern der Heiland. Atlas ist eine Erfindung des Menschen, aber Jesus ist real!

Fragen zum Nachdenken

Kennst du auch das Gefühl, dass dir alles zu viel wird?

Trägst du vielleicht Lasten, die du gar nicht tragen sollst?

Hast du Leute um dich, die dir dabei helfen, Gottes Reden in deinem Leben wahrzunehmen und umzusetzen?

Vertraust du darauf, dass Gott dich frei machen und nicht erdrücken will?