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Zufluchtsorte

September 30, 2018 in Sunday Sermon von bettina

schirm_mutterStille. Dieses Wort klingt irgendwie seltsam fremd. Ich sitze in der Mensa, links und rechts wuseln die Leute. Der bekannte Geräusch- und Aktivitätspegel im Hintergrund ist mir vertraut, dieses Summen ist normal. Ich lasse mich nicht ablenken. Ich brauche keine Stille, damit die Dinge funktionieren und ich mit mir zufrieden bin. In solchen Momenten kann ich das Problem fehlender Stille und das Gute, das durch sie entstehen könnte, gar nicht erkennen. Produktivität, ständige Kommunikation und schlicht die Erfordernisse der Erwerbsarbeit gehören einfach zu den Grundbedingungen des Menschen der Moderne und folgender Epochen: Wir sind so (geworden). Was soll mir Stille schon bringen?

Und dann kommt da dieser Jesus und bietet uns Menschen „Ruhe“ an (Matthäus 11,28). Gott selber möchte den Menschen zur Ruhe führen und ihn damit aus dem Land der Versklavung und der falschen Sicherheiten herausrufen. „Soll ich selbst mitgehen und dich zur Ruhe führen?“, fragt Gott Mose. Warum macht er das? Warum ist ihm das wichtig?

1. Stille ist die Freiheit, von mir weg und hin auf Gott zu schauen.

Es tut mir gut, mir Zeit mit Jesus zu nehmen um mich einfach mit ihm auszuquatschen. Ihm alles zu sagen und damit auch aufzubürden, was mich belastet (er mag das!). Frust bei ihm abzuladen. Ihm zu sagen, was mich erfreut und zu erleben, dass er diese Freude teilt. In solchen Zeiten darf nur derjenige zu mir reden, der Wahrheit über mich aussprechen kann, nämlich Gott. Nicht andere Menschen, nicht der Arbeitsmarkt, nicht mein anklagendes Gewissen.

Dabei hilft es mir, ein paar Psalmen anzugucken oder im Buch Jesaja zu blättern. Dadurch fokussiert sich mein Blick und das Herz auf das wirklich Wichtige und weg von tausend anderen Dingen, die ich ja machen könnte. Ich erlebe in solchen Zeiten, dass Gott mich füllt mit Frieden, Freude, Hoffnung, Optimismus und Stärke.

2. Still sein heißt ganz Mensch sein, weil ich nicht produktiv sein muss.

Könnte es sein, dass wir Menschen der westlichen Hemisphäre seit langer Zeit einen Arbeitsethos verinnerlichen, der aussagt, dass ich erst dann ganz Mensch bin, wenn ich produktiv bin? Und könnte es
sein, dass dahinter die eigentliche tiefe Angst steckt nicht genug zu sein? Solche Stimmen werden bei mir lauter, sobald ich längere Zeit Unruhe ausgesetzt bin.

Andererseits erlebe ich in Zeiten der Stille und im Gebet, dass ich in Gott ganz aufgehoben bin, genug bin und er mich liebt – unabhängig von meiner Produktivität, meinem Output. Das macht unglaublich frei, weil ich mich nicht mehr vor anderen Mächten rechtfertigen muss. Die Gefahr für mich ist, dass ich glaube, auch in meiner Freizeit funktionieren zu müssen, zum Beispiel in der Gemeinde, weil ich das in meinem Job täglich verinnerliche. Dabei kommt tatsächliche Stärke nicht aus unserem Wollen oder aus großer Anstrengung, sondern aus unserem Herzen, das nur in der Zweisamkeit mit Jesus lebendig und stark wird (Jesaja 30,15b). Das habe ich selbst im letzten Jahr immer wieder erlebt.

3. Wir werden selbst zu einem Zufluchtsort vor dem Sturm für andere Menschen.

Bei Christus heißt empfangen immer auch die Befähigung zur Selbsthingabe, zur Liebe. Gott wünscht
sich, dass wir zu ihm kommen und das von ihm nehmen, was er uns geben will, damit wir tun können,
was er gut findet. Das nennt die Bibel „Umkehr“. Uns wird in Jesaja Großes verheißen, wenn wir uns Gott zuwenden (und dabei geht es nicht um dein Tun, sondern ,nur‘ um dein Empfangen):

Sieh, es wird ein König kommen, der gerecht regiert, und Fürsten, die ihr Amt nach Recht und Gesetz ausführen. Jeder von ihnen wird wie ein Schild vor dem Wind und wie ein schützender Raum vor dem Sturm sein; wie Wasserbäche, die durch eine dürre Gegend fließen oder wie der Schatten eines gigantischen Felsens in einem vom Durst erschlafften Land. (Jesaja 32,1 f.)

Wir werden selbst zu einem Bergungsort für andere, zu einem Rückzug, weil Gott in jedem von uns lebendig ist und uns immer wieder Ruhe verschaffen will. Empfangen in der Abgeschiedenheit, Geben in der Gemeinschaft. – So ist es möglich, dass wir ganz in der Welt sind, aber nicht von dieser Welt, den Menschen dienen und in Zeiten heftiger Stürme getrost bleiben, sprechend mit Psalm 62,8:

Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zuversicht ist auf Gott.

Jan-Hendrik Wefers

Dieser Text wurde zunächst im Jesus Freaks Magazin (Korrekte Bande) Ausgabe 6/2017 veröffentlicht.

Die Hauptsache

September 23, 2018 in Allgemein, Sunday Sermon von matzewilli

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.“ Mt 22,37

Foto: Aaron Huber

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Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt. Mit Esprit und viel Charme lehrt Pastor Dr. Tillmann Krüger in der Friedenskirche Braunschweig über die zentralen Inhalte des christlichen Glaubens. Eine ermutigende Auffrischung unserer Glaubensüberzeugungen mit einer klaren Aufforderung zur Nächstenliebe, die in der Erfahrung des Geliebtseins gründet.

Fragen zum Nachdenken:

Gibt es Dinge in deinem Alltag, die wie Hauptsachen wirken, aber eigentlich Nebensachen sind?

Was hindert dich daran, Gottes Liebe zu erleben?

Was hindert dich daran, deinen Nächsten zu lieben?

Könnte man das ändern?

 

Predigt von Dr. Tillmann Krüger

 

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Protest gegen den Tod

September 16, 2018 in Sunday Sermon von bettina

tod_linda-xu_unsplashDas unschuldige Sterben eines Kindes, eine Naturkatastrophe, die tausende Leben auslöscht, ein Völkermord, der den Atem nimmt – Gründe zum Zweifeln angesichts des Todes gibt es genug.

Dem steht das Angreifbarste und Wichtigste des christlichen Glaubens entgegen: Wir mögen hier und jetzt den Tod erleiden – durch Christus verliert der Tod seine Macht. Das geschah schon zu Jesu Lebzeiten, als er Menschen dem Tod abrang. Durch Jesu Sterben und Auferstehen ist der Tod endgültig besiegt. Aus der Hoffnung heraus, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, könnten Christen mutiger und weitsichtiger in Liebe leben. Sich daran zu halten und darauf zu vertrauen, dass Gottes Güte mächtiger ist als der Tod, dazu ermutigt dieser Sonntag.

Die Geschichte von Lazarus

Marta sagte zu Jesus: »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen.  Aber ich weiß, dass Gott dir auch jetzt keine Bitte abschlägt.« »Dein Bruder wird auferstehen«, sagte Jesus zu Marta. »Ich weiß«, erwiderte sie, »er wird auferstehen, wenn alle Toten lebendig werden, am letzten Tag.«Jesus sagte zu ihr:

»Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer mich annimmt, wird leben, auch wenn er stirbt, und wer lebt und sich auf mich verlässt, wird niemals sterben, in Ewigkeit nicht. Glaubst du mir das?«

Sie antwortete: »Ja, Herr, ich glaube, dass du der versprochene Retter bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.«

Nach diesen Worten ging Marta zu ihrer Schwester zurück, nahm sie beiseite und sagte zu ihr: »Unser Lehrer ist hier und will dich sehen!« […] Als Maria zu Jesus kam und ihn sah, warf sie sich vor ihm nieder. »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen«, sagte sie zu ihm. Jesus sah sie weinen; auch die Leute, die mit ihr gekommen waren, weinten. Da wurde er zornig und war sehr erregt. »Wo habt ihr ihn hingelegt?«, fragte er. »Komm und sieh es selbst, Herr!«, sagten sie.

Jesus fing an zu weinen. Da sagten die Leute: »Er muss ihn sehr geliebt haben!« Aber einige meinten: »Den Blinden hat er sehend gemacht. Hätte er nicht verhindern können, dass Lazarus stirbt?« Aufs Neue wurde Jesus zornig. Er ging zum Grab. Es bestand aus einer Höhle, deren Zugang mit einem Stein verschlossen war. »Nehmt den Stein weg!«, befahl er. Marta, die Schwester des Toten, wandte ein: »Herr, der Geruch! Er liegt doch schon vier Tage im Grab.«

Jesus sagte zu ihr: »Ich habe dir doch gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du nur Glauben hast.« Da nahmen sie den Stein weg. Jesus blickte zum Himmel auf und sagte:

»Vater, ich danke dir, dass du meine Bitte erfüllst. Ich weiß, dass du mich immer erhörst. Aber wegen der Menschenmenge, die hier steht, spreche ich es aus – damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.«

Nach diesen Worten rief er laut: »Lazarus, komm heraus!« Der Tote kam heraus; seine Hände und Füße waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt. Jesus sagte: »Nehmt ihm das alles ab und lasst ihn nach Hause gehen!« (Johannes 11, 21-44)

Die Macht des Todes ist gebrochen

Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium, für das ich eingesetzt bin als Prediger und Apostel und Lehrer. (2. Timotheus 1,9-11)

Fragen zum Nachdenken

Glaubst du an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben?
Wie verändert sich dadurch dein Leben?
Bist du bereit zu sterben? Für eine geliebte Person? Für eine Überzeugung? Für deinen Glauben?
Was wäre der christliche Glaube ohne die Auferstehung?

Abgeschrieben bzw. inspiriert vom Liturgischen Kalender der Evangelischen Kirche: www.kirchenjahr-evangelisch.de

Jüngerschaft – Lernen mit Herz, Kopf und Hand

September 9, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

Jüngerschaft – Lernen mit Herz, Kopf und Hand

Foto: Denisse Leon

Foto: Denisse Leon

Pastor Dr. Heinrich Christian Rust lehrt in seiner Predigt „Zugehörig – Vom Wesen der Christusnachfolge“, gehalten am 02.09.2018 in der Friedenskirche Braunschweig, über das Wesen jesuanischer Jüngerschaft. Er zeigt dabei auf, dass sich die „Lehrlinge“ Jesu in ihrer Nachfolge in einem ganzheitlichen Lernprozess befinden, der von der Beziehung zu ihrem Lehrer geprägt ist. Es geht dabei um eine Zugehörigkeit zu Jesus Christus und welche Implikationen sich daraus für mein Leben ergeben.

 

 

 

Fragen zum Nachdenken

Wo wird Jüngerschaft in deinem Leben konkret?

Wo erlebst du deine „Zugehörigkeit“ zu Christus?

Hörst du Gottes Reden in deinem Leben?

Gehorchst du seinem Reden?

Alles andere als Fast Food

September 2, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

 Foto: Angelos Michalopoulos

Foto: Angelos Michalopoulos

Im Rahmen einer Predigtreihe zur Bergpredigt legt Ben Abbing Jesu Worte über das Fasten aus.

Auf den ersten Blick gilt das Thema „Fasten“ für uns heute zumindest im Sinne einer religiösen Ausdrucksform als mehr oder minder überholt und antiquiert. Zwar scheint das Fasten gerade im Hinblick auf moderne Ernährungstrends durchaus eine Bedeutung im Denken vieler Menschen zu haben, doch welche Tiefen sich gerade im Verzicht auf das Lebensnotwendige auch im Bezug auf die eigene Gottesbeziehung auftun, spielt höchstens eine untergeordnete Rolle.

Ben stellt in seiner einzigartigen Weise heraus, dass es insbesondere auf die Absicht des Fastens ankommt, damit aus einer oberflächlichen religiösen Show eine auf Begegnung mit dem Gott der Liebe ausgerichtete Glaubenspraxis für Nachfolger Christi werden kann.

Link zum Predigtpodcast der Jesus Freaks Münster: Predigtpodcast JF MS

Predigt von Ben „Bergpredigt Teil 8 – Vom Fasten“ anklicken …

Fragen zum Nachdenken

Was verbindest du mit dem Thema „Fasten“?

Gibt es religiöse Praktiken in deinem Glaubensleben, die dir irgendwie leer vorkommen?

Was müsste sich ändern, damit deine Glaubenspraxis wieder Ausdruck deiner Sehnsucht nach Gottes Nähe werden kann?

Was bist du bereit, dafür zu ändern?

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Kaffeepause mit Jesus

August 26, 2018 in Sunday Sermon von bettina

Der folgende Text von Karoline macht Mut, selbst einmal eine sogenannte Stille Zeit auszuprobieren. Vielleicht wird es bei dir keine Kaffeepause am Nachmittag, sondern die Zeit vor dem Frühstück oder die Fahrt zur Arbeit. Nicht der Zeitpunkt ist wichtig, sondern das, was diese Zeit mir dir und deinem Leben macht.

chill_Sam.CarpenterStille Zeit halten. Ja schon, aber wann? Und wie? Wie soll das denn im extrem vollen Alltag funktionieren? Auf Freizeiten, wenn dafür extra freie Zeit eingeplant ist, mag es ja gut funktionieren, aber im Alltag?

Seit gut eineinhalb Jahren nehme ich mir ganz bewusst jeden Tag Zeit, um Stille Zeit zu machen. Genauer gesagt, um zusammen mit Jesus einen Kaffee zu trinken. Was gibt es Schöneres, wenn man erschlagen von der Arbeit nach Hause kommt und dann in allerbester Gesellschaft erst mal einen Kaffee trinken kann und dabei noch Gelegenheit hat, alles, was einen beschäftigt durchzugehen, loszuwerden, auf anderen Gedanken kommen und wieder Kraft tanken kann?

Wo bekomme ich geistliche Nahrung, wenn es sie in der Gemeinde nicht gibt? Wie kam es dazu? Über längere Zeit bin ich in eine Gemeinde gegangen (und war dort auch ehrenamtlich aktiv), die mich sehr viel Kraft gekostet hat und in der ich nur sehr selten etwas zum Auftanken gefunden habe. Mit der Zeit habe ich mich völlig ausgelaugt gefühlt.

Wo bekomme ich geistliche Nahrung, wenn es die in der Gemeinde nicht gibt? Geistliche Nahrung, die mich wieder zu Kräften kommen lässt und mich auch wieder näher an Jesus heranbringt?

Aus dieser „Notlage“ heraus habe ich dann in der Fastenzeit vor eineinhalb Jahren beschlossen, meinen Kaffee mit Jesus zu trinken (und nicht mehr am Telefon oder irgendwie zwischen durch am PC …). Sieben Wochen also ganz bewusst Zeit mit Gott zu verbringen. Jeden Nachmittag oder Abend, je  nachdem, wann ich eben von der Arbeit heim gekommen bin.

Lesen, Schreiben, Reden, Hören

Meine Kaffeepausen gestalten sich seither folgendermaßen: Kaffee (worüber ich jeden Tag wieder neu staunen kann, wie gut der schmeckt), Buch mit geistlichem Inhalt, Tagebuch, in dem ich Inhalte aus dem jeweiligen Buch festhalte, die mir wichtig sind, und in dem ich auch meine Gebete niederschreibe. Zeit mit Jesus. Lesen, Schreiben, Reden, Hören.

Und ich kann nur sagen: Es ist immer wieder spannend, was Gott mir an jedem einzelnen Tag zu sagen hat! Manchmal durch einen Gedanken, der mir beim Schreiben kommt, manchmal durch einen Vers oder Satz, den ich gelesen habe. Jedenfalls vergeht kaum eine Kaffeepause, in der ich nicht ganz konkret etwas für mich mitnehmen kann. Mittlerweile habe ich so etliche Bücher gelesen und Tagebücher gefüllt.

Gesegnete Buchauswahl

Die Buchauswahl ist auch eine richtig spannende Sache. Bisher hat jedes, aber wirklich jedes Buch genau
in meine Situation gepasst, als ich es gelesen habe. Manche Bücher standen über Jahre ungelesen im Regal und ich hatte mehrfach überlegt, ob ich sie weitergeben sollte. Und dann hatte ich doch irgendwann den Eindruck, dass es genau jetzt dran ist, das Buch zur Hand zu nehmen – und: es hat gepasst. Das fasziniert mich immer wieder aufs Neue, wie die Inhalte genau zu dem passen, was mich beschäftigt! Manchmal dauert es ein paar Tage bis ich weiß, welches Buch ich als nächstes in meiner Kaffeepause lesen soll. Aber so ist unser Gott: Manchmal brauchen wir Geduld, bis er uns den nächsten Schritt wissen lässt – und wenn es „nur“ die Buchauswahl für die Kaffeepause ist.

Zeit mit dem besten Freund

Die Kaffeepausen mit Jesus sind mir mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen, dass mir richtig etwas fehlt, wenn ich mal nicht dazu komme. Ja, es fehlt was. Es fehlt die Zeit mit meinem besten Freund,
der mir immer treu zur Seite steht und über den ich in diesen Kaffeepausen so viel erfahren durfte. Der
mich jeden Tag neu mit dem ausrüstet, was ich brauche. Der mir neue Kraft gibt. Der mir hilft, meine Gedanken zu sortieren. Der mir hilft, abzuschalten. Der mir den nächsten Schritt zeigt. Und: Mit dem ich lachen und weinen kann! Wie oft habe ich erlebt, dass er ganz nah da ist, dass er mich wieder aufmuntert, wenn es mir gerade mal nicht so gut geht. Wie oft habe ich über seinen Humor gelacht – und davon hat er genug!

Mitten im Alltag

Kaffeepause mit Jesus. Manchmal hat mich der Gedanke beschlichen, dass ich erst noch dies und das zu erledigen hab, bevor ich mich hinsetzen und Kaffeetrinken kann. Oder manchmal habe ich gedacht, dass ich keine Zeit für eine Kaffeepause habe, weil noch so viel zu erledigen ist. Und doch habe ich mich immer wieder hingesetzt. Mitten im Alltag. Einfach so alles stehen und liegen lassen. Kaffee, Tagebuch,
Buch, Jesus und ich. Und die Arbeit drum herum war dann egal. Für zehn Minuten oder auch mal für eine Stunde.

Die Zeit hat mir dann hinterher nicht gefehlt (wie man vielleicht meinen könnte). Nein. Ich hatte Zeit,
zum Abschalten und auf anderen Gedanken zu kommen und vor allem auch aufzutanken und wieder
neue Energie für alles Weitere zu bekommen. Vieles, was vorher wie ein Berg vor mir lag, hat sich dann relativiert, denn Gott hilft immer auch, Prioritäten zu setzten. Als erstes: Er selbst. Und dann eine weitere Rangordnung mit allem, was so ansteht.

Und immer wieder denke ich: Gott sei Dank gibt es meine Kaffeepausen mit ihm – sie sind mir heilig!

Der Artikel erschien zuerst in Ausgabe 5/2016 der Korrekten Bande (damals noch Der Kranke Bote).

Fragen zum Nachdenken

Wie erlebst du die Stille Zeit? oder Wie könnte deine Stille Zeit aussehen?
Welches Buch hat dich zuletzt inspiriert?
Was hast du über dich und über Gott erfahren?
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Dein Leben ein Dienst?!

August 19, 2018 in Sunday Sermon von bettina

spuelkueche_fs2018Beim Abschluss-Seminar am Sonntag auf Freakstock hat Hans vom Leitungsteam der Bewegung sinngemäß gesagt, dass es jetzt keinen großen Gottesdienst geben wird, sondern dass alles, was wir nach dem Segen tun, ein Gottesdienst sein soll: Zelt abbauen, die Heimfahrt mit der Familie, Müll einsammeln, spülen … Kurz: Dein Leben soll ein Gottesdienst sein. Das, was du tust soll, ein Dienst für Gott sein. In Römer 12, 1 und 2 steht dazu:

Weil ihr Gottes reiche Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, liebe Brüder und Schwestern, euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe.

Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.

Wenn du genauer wissen möchtest, was das für dein Leben heißt, hör dir die folgende Predigt von Julia Bayer aus dem Internationalen Christlichen Zentrum Ulm an. Sie fängt mit der These an, dass das Christentum lahm ist.

Herzlichen Glückwunsch!

August 12, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

 Foto von Kira auf der Heide

Foto von Kira auf der Heide

Herzlichen Glückwunsch, denn zu beglückwünschen sind diejenigen, die …

3 Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. 

4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. 

5 Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. 

6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. 

7 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. 

8 Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. 

9 Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. 

10 Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. 

11 Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. 

12 Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt. Matthäus 5, 3-12

Die Seligpreisungen

Die Seligpreisungen sind die Grundlegung der gesamten Bergpredigt. Und die Bergpredigt ist das Herz der Verkündigung Jesu. Denn in ihnen geht es um die Prinzipien des kommenden Reiches Gottes. Jesus hat dieses Reich Gottes, in welchem Gottes Wille durch und durch erfüllt wird, in jeder seiner Tätigkeiten vor Augen gehabt. Sein Herz hat für die allumfassende Herrschaft seines Vaters geschlagen; in jeder Stunde, jeder Minute, jeder Sekunde seines Daseins. Die Seligpreisungen leben von der Verheißung des Reiches Gottes. Es ist eine versprochene Wirklichkeit, die auf uns zukommt. Aus den Seligpreisungen wird deutlich, dass wir uns dieses Reich nicht verdienen können, bzw. uns nicht in dieses Reich hineindrängen können. Es breitet sich dort aus, wo Jesus im Mittelpunkt steht.

Wer darf rein?

Die Seligpreisungen sagen uns, dass nicht diejenigen, die sich reich vor Gott wähnen, Erben sein werden. Auch nicht diejenigen, die ohne Leiderfahrungen durchs Leben gehen oder die, die knallhart sind und auf die Durchsetzung von „guten“ Gesetzen bedacht sind. Nicht die, die sich für gerecht halten oder die Prinzipienreiter und Moralapostel, sondern die Barmherzigen. Nicht die Heuchler, die vorgeben etwas zu sein, was sie gar nicht sind oder die, die die Auseinandersetzung und den Krieg fördern, sind die Erben dieses Reiches. Nicht diejenigen, die andere um ihres Glaubens willen verfolgen, sondern die, die Verfolgung erdulden und nicht die, die Böses mit Bösem vergelten, sondern die Böses mit Gutem überwinden, sind Söhne und Töchter Gottes.

Hab‘ Vertrauen!

Wer denkt, allein unter Gottes Herrschaft kommen zu können, der hat vor allem seine eigenen Möglichkeiten im Blick; das Menschenmögliche. Alle diese Versuche lassen wenig Platz für das, was im Zentrum dieses Reiches steht: Jesus Christus, den Gekreuzigten. In ihm ist Gott selbst in der größten Ohnmacht so mächtig, dass er die äußerste Bedrängnis des Menschen beiseite schiebt: den Tod, das Ende allen Seins. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern unser Vater im Himmel.

Wer dem Bösen mit Bösem versucht Paroli zu bieten, vertraut auf seine Möglichkeiten. Doch das Böse läuft sich selbst zu Tode. Es wird nicht ewig existieren. Gottes Herrschaft über alle Dinge aber kommt, ob wir es wollen oder nicht. Die Seligpreisungen legen für unser Leben als Nachfolger den Grundstein. Sie sind die Verheißung für das, was uns bevorsteht. Mögen auch Angst, Bedrängnis, Finsternis und Teufel uns etwas anderes einreden wollen. Das Reich des Friedens steht dieser Welt bevor und darauf sollten wir uns vorbereiten und uns von Herzen freuen. Wie wir uns darauf vorbereiten können? Indem wir nicht auf uns vertrauen, sondern dem, der auf uns zukommt und seine Herrschaft errichten wird. Wer auf jemand anderen vertraut, der „verlässt sich selbst“ im wahrsten Sinne des Wortes. Deine Sünden sind dir vergeben und du bist in Christus frei, dich in die Möglichkeiten Gottes hineinzuschmeißen. Darum lies die Seligpreisungen doch einmal so:

Hab Vertrauen darauf, dass Armut vor Gott Reichtum ist.

Hab Vertrauen darauf, dass dein Leid getröstet werden wird.

Hab Vertrauen darauf , dass Sanftmut die Welt regieren wird.

Hab Vertrauen darauf , dass Gerechtigkeit siegen wird.

Hab Vertrauen darauf , dass Barmherzigkeit Gottes Wille ist.

Hab Vertrauen darauf , dass deine Sünde besiegt ist.

Hab Vertrauen darauf , dass Frieden stiften besser ist als auf Kränkungen mit Gegengewalt zu reagieren.

Hab Vertrauen darauf , dass du das Reich Gottes erben wirst, egal was andere sagen oder tun.

Dein Vertrauen auf Gott ist deine einzige wahre Stärke.

Das Reich Gottes komme bald, Amen.

Fragen zum Nachdenken:

Gibt es Situationen in deinem Alltag, in denen du das Gefühl hast, du müsstest alles alleine bewältigen?

Was macht dieses Gefühl mit deinem Blick auf die Zukunft?

Wann willst du Böses mit Bösem vergelten?

Vertraust du darauf, dass Gottes Reich kommt?

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Jesus, Freakstock und du

Juli 29, 2018 in Sunday Sermon von bettina

hauptseminar_2013Eine kleine Rückblende: 2011 fand Freakstock in Borgentreich statt. Die Abschlusspredigt am Sonntag hielt Christoph (Übersetzung: Freddi).

Darin erzählt er von Jesus und was die Jünger mit ihm erlebt haben. Vor allem aber erinnert er uns daran, dass wir die Macht haben etwas zu verändern.

Also komm zum Freakstock, lass dich ermutigen und inspirieren – und verändere die Welt.

 

Ein fröhlicher Wechsel

Juli 22, 2018 in Sunday Sermon von matzewilli

 Foto von Pablo Heimplatz

Foto von Pablo Heimplatz

Martin Luther hat in seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ eine lebenspraktische Glaubensüberzeugung formuliert, die jedem Nachfolger Jesu bei der Bewältigung von Minderwertigkeitsgedanken, Ängsten und Anfechtungen helfen kann. Er nannte diese Glaubensüberzeugung „Fröhlicher Wechsel“. Der „fröhliche Wechsel“ beschreibt die neue Lebenswirklichkeit, in die jeder Christ durch die Verbindung mit Christus eingetreten ist. Sie ist zu vergleichen mit dem Bundesschluss einer Ehe zwischen Mann und Frau, bei der Gütergemeinschaft besteht. Luther formulierte wie folgt:

(Martin Luther: Von der Freiheit eines Christenmenschen, zitiert nach Walch, 2. Ausgabe, Bd. 19, Sp. 994-995, Rechtschreibung angepasst)

„Nicht allein gibt der Glaube so viel, dass die Seele dem göttlichen Wort gleich wird, aller Gnaden voll, frei und selig, sondern vereinigt auch die Seele mit Christo als eine Braut mit ihrem Bräutigam. Aus welcher Ehe folgt, wie St. Paulus sagt Eph. 5,30., dass Christus und die Seele Ein Leib werden; so werden auch beider Güter, Fall, Unfall und alle Dinge gemein, dass, was Christus hat, das ist eigen der gläubigen Seele; was die Seele hat, wird eigen Christi. So hat Christus alle Güter und Seligkeit; die sind der Seele eigen. So hat die Seele alle Untugend und Sünde auf ihr; die werden Christi eigen. Hie hebt sich nun der fröhliche Wechsel und Streit. Dieweil Christus ist Gott und Mensch, welcher noch nie gesündigt hat, und seine Frömmigkeit unüberwindlich, ewig und allmächtig ist, so er denn der gläubigen Seele Sünde durch ihren Brautring, das ist der Glaube, ihm selbst eigen macht, und nicht anders tut, denn als hätte er sie getan; so müssen die Sünden in ihm verschlungen und ersäuft werden. Denn seine unüberwindliche Gerechtigkeit ist allen Sünden zu stark. Also wird die Seele von allen ihren Sünden lauterlich durch ihren Mahlschatz, das ist, des Glaubens halben ledig und frei, und begabt mit der ewigen Gerechtigkeit ihres Bräutigams Christi. Ist nun das nicht eine fröhliche Wirtschaft, da der reiche, edle, fromme Bräutigam Christus das arme, verachtete, böse Hürlein zur Ehe nimmt und sie entledigt von allem Übel, ziert mit allen Gütern? So ist’s nicht möglich, dass die Sünde sie verdamme, denn sie liegen nun auf Christo, und sind in ihm verschlungen. So hat sie so eine reiche Gerechtigkeit in ihrem Bräutigam, dass sie abermals wider alle Sünde bestehen mag, ob sie schon auf ihr lägen. Davon sagt Paulus 1 Kor. 15,57.55.: „Gott sei Lob und Dank, der uns hat gegeben eine solche Überwindung in Christo Jesu, in welcher verschlungen ist der Tod mit der Sünde.“

 

Fragen zum Nachdenken:

Was hältst du von der Aussage, dass deine Sünde nicht mehr wirklich deine Sünde ist, sondern Christi Sünde geworden ist?

Trägst du die Freude über den „fröhlichen Wechsel“, wie ihn Luther beschreibt, in deinem Herzen?

Woran liegt es deiner Meinung nach, dass wir oft nur wenig Freude darüber verspüren?

Kannst du dir vorstellen, wie unermesslich dein Reichtum in der Verbindung mit Jesus ist?