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*Sunday Sermon*: 40 Tage mehr Zeit

Februar 19, 2018 in Allgemein von bettina

Gestern hätte an dieser Stelle ein neuer Post der Reihe „Sunday Sermon“ erscheinen sollen. Ist es dir aufgefallen? Hättest du dich über einen Impuls gefreut? Oder hast du andere Quellen und Menschen, die für dein Glaubensleben wichtig sind, die Veränderungen anstoßen, die dich ermutigen oder inspirieren. Ich hoffe es sehr. Einen Ersatz für gestern habe ich dennoch. Lies selbst …

40 Tage mehr Zeit

zeit-mannAm Aschermittwoch, also letzten Mittwoch, begann die Fastenzeit oder auch Passionszeit. So werden jene 40 Tage vor Ostern, die Sonntag ausgenommen, bezeichnet, in denen Christen fasten.

Im Kirchenjahr ist es eine Zeit der Buße, des bewussten Verzichts und der Vorbereitung auf den Tod und die Auferstehung von Jesus. Früher waren es vor allem Fleisch, Eier und andere Lebensmittel auf die mensch verzichtete. Heute sind es eher Rauchen, Süßigkeiten, Fernsehen oder die Smartphone-Nutzung. Manche verzichten sogar für eine bestimmte Zeit auf alle feste Nahrung (bitte nur nach ärztlicher Rücksprache).

Warum fasten Christen?

Als Grund wird in der Kirche auf das vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste verwiesen oder auf die 40 Tage der Sintflut oder die 40 Jahren, die die Isrealiten durch die Wüste zogen. Alles Zeiten, die überstanden werden mussten, und an deren Ende etwas Neues begann. Deshalb sehen einige das Fasten generell als gute Methode, um Gott näher zu kommen und fasten deswegen vor wichtigen Entscheidungen. Wichtig ist, dass es nicht darum geht, sich vor anderen hervorzutun oder damit zu prahlen, worauf du verzichtest.

Was bewirkt das Fasten?

Fasten kann körperliche und psychische Auswirkungen haben. Nicht alle reagieren gleich und es hängt natürlich auch stark davon ab, was genau du fastest. Alles Fasten sollte jedoch bewirken, dass du mehr Zeit hast. Zeit für Gott, für dich, für deine Familie, für dein Engagement, für dein Umfeld – wem auch immer du deine Fastenzeit widmen möchtest. Fasten kann dir außerdem helfen lästige Gewohnheiten loszuwerden und dich auf das Wesentliche in deinem Leben zu konzentrieren.

Was hilft beim Fasten?

Inzwischen gibt es etliche Fastenkalender und Initiativen, die dich inspirieren oder dich beim Fasten unterstützen können. Eine der bekanntesten ist die Aktion der Evangelischen Kirche Deutschland, die jedes Jahr ein neues Thema vorgibt. Dieses Jahr lautet es „7 Wochen ohne Kneifen“.

Daraus macht die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche „7 Wochen mit“, also 7 Wochen mit dem Wort Gottes, mit dem Gebet und mit anderen in Gemeinschaft.

Der christliche Verein „Andere Zeiten“ spricht von „7 Wochen anders leben“ und bringt dazu einen Fastenwegweiser heraus und versendet Briefe.

In der Katholischen Kirche gibt es verschiedene Rituale und Traditionen. Neue Anstöße bringen diese Tipps von Papst Franziskus.

Und du?

Gibt es etwas, worauf du verzichten möchtest? Oder etwas, worauf besonders achten möchtest? Du hast es in der Hand, wie du die verbleibende Zeit vor Ostern nutzt. Es ist aller Bezeichnung zum Trotz ein Angebot ohne Zwang und Ablaufdatum. Denn Jesus ist gestorben und auferstanden, unabhängig von unserem Reden und Handeln.

In diesem Sinne wünsche ich Dir, ganz egal, ob du fastest oder nicht, eine Passionszeit, in der dir Jesus begegnet.
Bettina

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Gratis Angebot: Lebendiges Wasser

Januar 7, 2018 in Allgemein von bettina

NL_losung2018Gott schenkt uns lebendiges Wasser, heißt es in der Losung für 2018. Das passt zu unserer Zeit, in der ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein herrscht. Wir trinken nicht irgendein Wasser. Es soll besonders sein, gefiltert, mineralisiert, möglichst aus einer weit entfernten Quelle …

Gott ist voll der Trendsetter und verspricht uns lebendiges Wasser. Dabei ist er zudem besonders großzügig: Es kostet nicht 320 Euro pro Liter wie das teuerste Wasser der Welt Kona Nigari aus den Meerestiefen vor Hawaii, sondern es ist umsonst. Was steckt dahinter?

Der Vers steht in der Offenbarung von Johannes 21, 6b neben anderen Verheißungen, die Gott für das Leben nach der Auferstehung verspricht. Es gibt kein Geschrei mehr, keinen Schmerz mehr und eben Wasser für die Durstigen. Davon spricht auch Jesus mit der Frau aus Samarien, die er unterwegs an einem Brunnen trifft (Johannesevangelium 4, 14): „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten.“ Damit wird klar, dass auch Jesus sich auf eine neue Welt bezieht.

Man könnte die beiden Verse also abhaken. Das hat nichts mit meiner Welt zu tun. Das wird erst nach meinem Tod wichtig. Andererseits tröstet es mich, wenn es mir hier und jetzt schlecht geht, dass Gott sich dereinst meiner annehmen und meine Bedürfnisse stillen wird.

Verknüpfe ich allerdings diese gute Aussichten auf gestillte Bedürfnisse mit dem Gedanken, dass wir bereits hier auf Erden dazu auserwählt sind, Gottes Willen zu verkünden und zu tun, dann wird es ungemütlich. Dann bedeutet es, dass ich aktiv dazu beitragen kann, dem Durstigen Wasser auszuschenken – sowohl im wörtlichen Sinne als auch im übertragenen Sinne. Ich kann …

  • Obdachlosen eine Wohnung besorgen
  • Hungrigen Essen geben
  • mich um Witwen und Waisen kümmern
  • Verzweifelten Hoffnung geben
  • Fallende auffangen
  • Gefangene besuchen
  • Orientierungslosen den Weg weisen
  • Traurige trösten
  • Sinnsuchenden von Jesus erzählen

Ehe du jetzt aufschreist, dass all das nicht zu bewältigen ist und dass Gott uns keinen Druck machen will, verweise ich darauf, dass wir nicht aus unser eigenen Kraft und Motivation zu handeln brauchen. Gott hat alle Menschen einzigartig geschaffen – mit Gaben, Sichtweisen und Herzensanliegen. Du brauchst nicht alles tun, sondern du darfst dort mitwirken, wo du kannst und willst. So machen wir alle zusammen hier auf Erden ein kleines Stück vom Himmelreich sichtbar und erfahrbar. Jeden Tag ein kleines bisschen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass auch du selbst darauf hoffen kannst, dass dir jemand eine Wohltat erweist, wenn du ihrer bedarfst.

Bettina macht sich Gedanken, um Gottes Wort im Alltag lebendig werden zu lassen. Anregungen und Fragen sind herzlich willkommen. Schreib an: buero@jesusfreaks.de

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Mit offenen Armen

April 24, 2016 in Allgemein, Willo von bettina

Wenn ich über das aktuelle Jahresthema „Welcome Home – Zuhause verbreiten“ nachdenke, fällt mir sofort das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus der Bibel ein (Lukas 15,20-32). In dieser Geschichte erzählt Jesus von einem wohlhabenden Mann und seinen zwei Söhnen. Der eine verlässt die Familie und verprasst sein Erbe. Der andere bleibt treu zu Hause und arbeitet für seinen Vater. Als der Erste in großer Not zurückkehrt, feiert der Vater ein Fest für ihn. Der andere Sohn lehnt es beleidigt ab.

In dem Gleichnis steht der Vater für Gott. Er lässt jedem Menschen den freien Willen, mit ihm zu leben oder seines eigenen Weges zu gehen. Er lässt uns ziehen, auch wenn es ihn tief verletzt. Seine Arme bleiben aber weit offen und jeder, der sich für ein Leben mit ihm entscheidet, kann zu ihm zurückkehren. Nicht nur das: Seine Freude ist so groß, dass er ein großes Fest für jeden Heimkehrer feiert.

Egal wer du bist und egal wohin du gegangen bist, sei dir bewusst, dass des Vaters Arme auch für dich immer weit offen sind. Nichts kann dich von seiner Liebe trennen. Nichts kann dir im Weg stehen, wenn du in Gottes Arme kommen möchtest. Komm wie du bist. Schmutzig, arm, krank, verschuldet, voller Schuld, Sünde und Makeln? Das ist egal! Er verlangt keine Taten, um deine Haltung zu glauben. Hauptsache du bist da und willst mit ihm leben.

Falls du schon mit Gott lebst, lass dir diese Wahrheit immer wieder auf der Zunge zergehen. Lass sie immer tiefer in dein Herz sickern. Falls du noch auf der Suche bist, probiere es aus. Das Leben mit Gott ist nur ein „Ja“ weit entfernt. Sag ja zu ihm und lass dich feiern als neues Kind des allmächtigen Gottes. Erlebe die Neugeburt als Himmelsbürger.

Was ist aber, wenn du nie weg gegangen bist oder schon lange mit ihm gehst? Vielleicht bist du der ältere Sohn, die ältere Tochter, die treu zu Hause geblieben ist und immer folgsam und fleißig war? Es ist gut, wenn man das Haus des Herrn nie verlässt. Aber was kannst du aus dieser Geschichte mitnehmen?

Der ältere Sohn ist nicht begeistert, dass sein Bruder zurückgekehrt ist und der Vater ihn ohne Weiteres wieder annimmt. Aus seiner Sicht ist es unfair. Er fühlt sich von seinem Bruder verlassen und verletzt. Seine Arme sind nicht wie die des Vaters weit offen, sondern er erwartet erst einmal einen gewissen Weg der Buße und der Reue, bevor er ihm vergeben kann. Sein Frust geht so weit, dass er noch nicht einmal bereit ist, mit zur Feier zu gehen. Lieber bleibt er draußen.

Auch in unseren Gemeinden, unseren Gruppen und unserer Bewegung sind Menschen gegangen. Vielleicht bliebst du verletzt zurück. Aber wenn jemand zurückkommt, hast du die Wahl. Sind deine Arme wie die des Vaters bedingungslos offen oder verschließt du dich und weigerst dich den Anderen erneut anzunehmen. Wie gehst du mit Leuten um, die uns oder Jesus verließen und nun zurückkehren? Haben wir überhaupt das Recht ihnen die Rückkehr zu verweigern?

Lasst uns die Arme genauso weit für alle Menschen öffnen und ein Fest für jeden feiern, der seinen Weg hin zum Vater gefunden hat. Lasst uns nicht auf Verletzungen beharren, sondern uns von der Freude Gottes anstecken. Vielleicht ist es zu einem späteren Zeitpunkt dran, gemeinsam über die Vergangenheit zu reden, aber zuallererst kommt die Wiedersehensfeier.

Eine letzte Sache möchte ich dir zusprechen. Der Vater sagt: „Du bist immer bei mir gewesen und alles was mir gehört gehört auch dir.“ Wenn du das echte Leben beim Vater lebst, dann lebst du aus den himmlischen Schätzen heraus. Alles, was Gott gehört, gehört auch dir. Ich wünsche dir, dass dein Leben so vom Segen Gottes überfließt, dass du nie neidisch auf die Segnungen anderer wirst, sondern dir des Überflusses deines Erbes und dem Zugang dazu immer sicherer wirst. Leben mit Gott heißt leben mitten in der himmlischen, herrlichen, leckeren Soße Gottes. Genieße es in vollen Zügen.

Ferry Kreisz

Die ungekürzte Fassung dieses Artikels erscheint im Kranken Boten Ausgabe 2/2016 zum Willo.

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Dankbarsein mit Druckstellen

Oktober 4, 2015 in Allgemein von bettina

Da habe ich mich vor einem halben Jahr gemeldet, etwas zum Erntedankfest zu schreiben und bin gerade in diesem Augenblick wenig dankbar. Und dabei hätte ich allen Grund zum Danken! Ich habe einen tollen Job, um genau zu sein sogar zwei, einen tollen Verlobten, prima Freunde, eine gute Beziehung zu Jesus, genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, meinen Laptop, Musik, die ich hören kann, eine Heizung, ein Bett …

Ich könnte ewig so weiter machen. Und trotzdem sitze ich hier und bin geknickt, weil gerade mal wieder etwas passiert ist, was nicht in meiner Planung stand, weil immer mal Dinge anders kommen, als ich sie gern hätte. Und diese Dinge werfen mich aus der Bahn, so sehr, dass ich den Blick für die ganzen guten Dinge verliere und nur noch auf das (scheinbar) Schlechte achte.

Aber meistens ist das Schlechte doch gar nicht schlecht. Wie bei einem Apfel mit einer Druckstelle. Oft mag ich den Apfel nicht mehr essen, weil ich denke, dass er komplett braun und ekelig ist. Aber wenn ich den Apfel aufschneide, ist die braune Stelle meist nur ganz klein. Wenn ich sie dann raus schneide, kann ich den Apfel richtig genießen.

So will ich das auch in meinem Leben. Heißt jetzt nicht, dass ich die braunen Stellen, also schlechten Momente raus schneide. Manchmal wünsche ich mir das, aber ich denke auch, dass diese Momente uns dabei helfen unseren Blick wieder auf das Gute zu lenken und dankbarer zu sein! Ich möchte lernen, auch im Ärger, der Wut, der Enttäuschung und so dankbar zu sein. Und wenn ich das lerne, dann kann ich mein Leben viel mehr genießen.

Im Jakobusbrief Kapitel 5, Vers 13 steht: „Und wer Grund zur Dankbarkeit hat, soll dem Herrn Loblieder singen.“ Hast du heute schon Danke gesagt?

Franzi, Regioteam Sachsen

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Zeit zwischen den Jahren

Dezember 31, 2014 in Allgemein von bettina

Die Zeit zwischen den Jahren, wie man die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr nennt, haben einen ganz eigenen Rhythmus. Der Abschied vom alten Jahr naht, das neue Jahr erwartet uns, doch noch pausiert der Alltag. Diese kurze Zeitspanne zwischen nicht mehr und noch nicht lädt uns ein, zurück zu schauen.

Was habe ich im vergangenen Jahr erlebt, gelernt und empfangen? Was hat sich im Nachhinein als gut und was als schlecht erwiesen? Wem bin ich begegnet und wen habe ich aus den Augen verloren? Ebenso blicken wir auf das kommende Jahr. Welche Träume und Pläne habe ich? Welche Schritte will ich gehen? Wo möchte ich hin? Wer soll mich dabei begleiten?

Vielleicht kennst du aus deinem Familien- oder Freundeskreis bereits eine solche Fragerunden. Andere mögen ihre Antworten lieber ihrem Tagebuch anvertrauen. Ich selbst habe es immer als inspirierend empfunden im Gespräch über das Vergangene nach zu sinnen und neue Pläne zu schmieden.
Ein guter Ratgeber ist dabei die Jahreslosung 2015: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ (Römer 15,7) Wenn ich mein Gegenüber annehme, egal wie unterschiedlich unsere Lebensentwürfe auch sein mögen, lasse ich ihm die Freiheit so zu werden, wie Gott sich das vorgestellt hat. Genauso kann ich meinen eigenen Weg ins neue Jahr, ins Neuland, beschreiten. Unser Ziel – Jesus ähnlicher zu werden – verlieren wir dabei nicht aus den Augen.

Bettina

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Harmonische Nacht?

Dezember 24, 2014 in Allgemein von bettina

Correggio_The_Holy_Night_kleinDas ganze Jahr über ist die Familie, aber auch der Freundeskreis, der Ort, wo geliebt und gestritten wird, wo man gemeinsam isst, trinkt und fröhlich ist. (Ich bin mir dessen bewusst, dass es Familien gibt, wo dies nicht der Fall ist, aber nehmen wir es einfach mal an.)

Zu Weihnachten ist das familiäre Zusammentreffen dennoch etwas Besonderes – leckeres Essen, ausgewählte Geschenke und freie Tage. Jetzt müsste es doch klappen mit dem friedlichen Beisammensein. Und doch will sich die allseits beschworene Harmonie nicht immer einstellen.

Mich tröstet dann der Gedanke, dass die Nacht von Jesu Geburt auch nicht harmonisch war: Josef war genervt, Maria erschöpft. Die Hirten waren halb erfroren und die Weisen zu spät. Sicher fiel das ein oder andere unschöne Wort. Im Angesicht des neugeborenen Jesu war das alles aber nicht mehr wichtig. Was damals und heute zählt, ist Gottes gnadenbringendes Geschenk.

So können auch wir auf Gottes Gnade vertrauen, wenn wir uns über einen Bruder ärgern, wenn uns die Mutter zur Verzweiflung bringt und Onkel Walter wieder mal einen Schnaps zu viel hatte. Wir dürfen nachsichtig sein mit uns und anderen, weil Jesus auf die Welt gekommen ist, um für unsere Verfehlungen zu büßen.

Danke Gott für Dein Geschenk! Danke, das es für jeden Menschen ist! Danke, dass wir es annehmen dürfen!

Bettina

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25 Jahre friedliche Revolution

Oktober 3, 2014 in Allgemein von bettina

Am 3. Oktober 2014 feiern wir 25 Jahre Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Ich selbst war gerade mal neun Jahre alt, als die Wende kam. Damals hat mich das Ganze nicht sehr berührt. Ich war in Baden-Württemberg geographisch denkbar weit weg und meine Familie hatte keine Kontakte in den Osten. Ehrlich gesagt wusste ich noch nicht mal, dass es zwei „Deutschlands“ gab, bis kurz vor der Wende zwei ostdeutsche Schüler in unsere Klasse kamen, deren Eltern über Ungarn geflohen waren. Ich hatte keine Ahnung, was damals abging.

Heute bin ich etwas schlauer. Ich lebe nun schon seit 14 Jahren im „Osten“ und habe hier meine Heimat gefunden. Ich bin glücklich mit einer Sächsin verheiratet und viele Menschen halten mich für einen waschechten Hallenser und „Ossi“ – was ein echtes Kompliment ist. Deshalb bin ich in diesen Tagen wirklich sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit habe, in dieser wunderschönen Stadt zu leben und die Menschen kennen gelernt zu haben, mit denen ich jetzt mein Leben teile. Ohne die friedliche Revolution vor 25 Jahren, wäre mir das wohl verwehrt geblieben.

Dass das Ganze so unblutig ablief war wirklich keine Selbstverständlichkeit. Was vor 25 Jahren ablief, war ein riesiges Drama, das sich vor dem Hintergrund eines gewalttätigen Regimes abspielte, dass seine Bevölkerung einsperrte, bespitzelte, Unangepasste verfolgte und zur Not auch tötete.

Ich bin zutiefst überzeugt, dass es wirklich Gottes Segen und wundersames Eingreifen waren, die das ermöglichten. Denn es waren riesige Gottesdienste und Gebetstreffen in Leipzig, Halle und anderswo, die eine große Rolle beim friedlichen Ende der DDR spielten und das bei einem Regime, dass den Glauben abzutöten versuchte und Christen in ihrer Freiheit einschränkte. Das sollte uns immer daran erinnern, dass Gott eingreifen kann und will und dass Gebet etwas verändert, entgegen aller Widerstände.

25 Jahre später ist die Welt unsicher wie nie. Denken wir nur an Israel, Palästina, Ukraine, Russland, Nord- und Südkorea, Syrien, Irak, IS und so weiter. Unsere Geschichte zeigt, dass Gott eingreifen kann und dass Gewalt und Terror enden können, wenn Christen aufstehen und Verantwortung übernehmen, indem sie beten und handeln. Lass uns also aus unserer eigenen Geschichte lernen und aufstehen, um diese Welt zu verändern und Menschen Freiheit zu ermöglichen.

Björn Kroll