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Geduld, die Mauern sprengt

Geduld, die Mauern sprengt

Photo by Jacky Watt
Photo by Jacky Watt

Aus der flimmernd heißen Wüste schleppt ein Volk von Beduinen sich vor die hoch gebaute Festung Jerichos. Hat die mörderische Hitze diesen Wahnsinnswunsch geweckt, diese Mauer sei von ihnen zu stürmen? Einfach so? Solche Mauern kannten die meisten von ihnen gar nicht. Und doch hat das Volk von Jericho Angst. Es hatte seine Tore verschlossen. Etwas ging diesem Volk voraus, das sie aussperren wollten. Immerhin gab es ja noch die Hoffnung, dass die Mauern das Volk so sehr einschüchtern, dass sie von ihren Plänen ablassen.

Wir kennen Mauern von unterschiedlichster Art. Die Chancen für die Zukunft scheinen verbaut, beruflich gibt es kein Vor und kein Zurück, die Ehe ist festgefahren, Beziehungen wollen nicht heil werden, Kinder geraten auf die schiefe Bahn. Und Haltungen und Herzen sind oft härter, als der Stein. Und dann beginnen wir oder unsere Freunde vor diesen Mauern im Gebet hin und her zu ziehen. Und jahrelang passiert gar nichts.

Gott gab Josua die Verheißung: „Die Stadtmauern [werden] zusammenbrechen, und das Volk kann geradewegs in die Stadt eindringen“ (Jos 6,5 NLB). Und hat Gott nicht auch uns verheißen, dass er „uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1Kor 15,57 Elb)? Und doch haben wir Zweifel daran, wenn wir nicht sehen, dass etwas geschieht. Wenn man Bauarbeiter beschäftigt und nach sechs Tagen nicht sieht, dass die Mauer gewachsen ist, kündigt man den Bauarbeiten, und das mit Recht. Wir wollen doch Evidenz des Fortschritts sehen. Und wenn man andersherum sechs Tage eine Mauer umschreitet, damit sie am siebten Tage schließlich einstürzt, kann man doch wenigstens erwarten, erste Risse zu erkennen.

Was wirklich geschah

Eine Wissenschaftssendung (deren Name der geneigte Leser vielleicht am Grad ihrer Wissenschaftlichkeit erraten kann) hat in einem Experiment die Mauer Jerichos in Größe und Stärke nachgebaut und mit verschiedenen Methoden von Schall und Vibration versucht, ihren Einsturz zu provozieren. Das Fehlen eines jeden Effektes auf die Mauer deutete die Sendung als Beweis für einen Irrtum der Bibel an dieser Stelle. Kein natürliches Ereignis hätte diesen Mauerfall so bewirken können. Was wir dieser wissenschaftlichen Erkenntnis aber eigentlich abgewinnen sollten ist, dass es sich eben um ein übernatürliches Ereignis gehandelt haben muss. Etwas, das nicht im direkten Zusammenhang mit dem Vorgehen des Volkes Israel steht.

Sechs Tage lang zieht das gesamte Volk um die Stadtmauer. Die spätere griechische Übersetzung des Alten Testamentes, die Septuaginta, denkt bei ihrer Übersetzung militärisch und betont nur die Aufgaben der Kriegsleute. Der Urtext aber spricht von dem ganzen Volk, das völlig unmilitärisch aufgestellt ist. Man liest nicht einmal von den Waffen der Kriegsleute. Aber jeder hat seine Position und gehört zu dieser Prozession dazu. Vorneweg geht das Kriegsvolk. Hinter ihnen kommen die sieben Priester und blasen die sieben Posaunen. Dahinter trägt man die Bundeslade, das Zeichen der „Gegenwart des Herrn“ (Jos 6,8 NLB). Und dahinter schreitet das gesamte Volk, wenn man den Text genau nimmt. Die Alten Männer, die Frauen und die Kinder. Jeder militärische Charakter ist verflogen. Die Kriegsleute sind ebenso nur Statisten, wie das übrige Volk und doch spielen sie alle eine entscheidende Rolle. Aber zu welchem Zweck? Eine Kriegslist? Ein Ablenkungsmanöver? Für die Wachposten an den Zinnen der Mauer Jerichos in jedem Fall ein Rätsel.

Für das umrundende Volk aber wird ihr Handeln nicht weniger Rätsel aufgeworfen haben. Nur haben sie einen Vorteil. Sie kennen die Bildebene. Die sieben Priester blasen nicht irgendwelche Posaunen, sondern Widderhörner. Das Schofar ist Gottes Instrument, es preist ihn nicht nur, es verkündet sein Tun (2Mo 19,16; Ps 150,3) und das Kommen des Königs. Gleichzeitig ruft es sowohl die Krieger zur Schlacht zusammen, als auch verkündet es den Sieg, als Friedenssignal. Diese Prozession führt zu beidem, zur Schlacht und zum Frieden. Gott steht im Mittelpunkt dieser Prozession und führt sein Volk gleichsam dorthin. Es ist der siebte Tag, der Sabbat, der Tag der Ruhe. Darum geht es.

Und warum zieht das Volk nun insgesamt zwölf Mal um die Stadt herum, ohne den geringsten Unterschied bei der Stadtmauer wahrzunehmen? Weil in diesem Umzug nicht die Stadtmauer von Bedeutung ist! In jeder Runde kann sich das Volk davon überzeugen, dass immer noch nichts an der Mauer geschehen ist. Als dann in der siebten Runde des siebten Tages die Mauer einfach fällt und in sich zusammenstürzt, muss jeder von ihnen Zweifels ohne bezeugen, dies muss das Wirken Gottes gewesen sein. Aber dafür hätte Gott doch nur eine Extrarunde einplanen können. Immerhin, Gott schickt nicht nur einen Gutachter, dessen Einschätzung dann alle vertrauen müssen. Jeder im Volk darf sich selbst überzeugen. Aber Gott macht mit seinen Kindern hier noch weit mehr.

Vertrauensvolle Geduld

Wenn wir vor Mauern im Gebet umherziehen, fragen wir entweder Gott, warum er nichts tut oder was wir wohl falsch machen. Die Antwort Gottes darauf wäre, wenn er sie uns direkt geben würde, verblüffend. „Herr, was machen wir falsch?“ „Gar nichts macht ihr falsch!“ „Aber es tut sich doch nichts.“ „Das hat doch damit nichts zu tun.“ „Und was sollen wir jetzt machen?“ „Weiter sollt ihr machen!“

Vielleicht greifen wir, anstatt zu beten, auch zu anderen Mitteln. Wen würde es wundern, wenn das Volk Israel am siebten Morgen vor Josua stand und gesagt hätte: „Wir finden, du hast viel Ausdauer, aber wir hätten doch lieber einen militärischen Anführer.“ Wir wollen etwas tun, das mit der Sache direkt zusammenhängt. Ansonsten wäre unsere Rolle ja völlig unbedeutend. Und doch muss jedem in der Prozession früher oder später genau das aufgegangen sein. Es geht eigentlich hier nicht um mich. Der Krieger vorneweg begreift, er kündigt nur die Bundeslade an. Er gibt ihr nur die gebührende Ehre. Seine Kriegskunst steht der des Herrn weit nach. Die Priester verstehen, dass sie hier nicht im Krieg sind, sondern dies ein religiöser Akt ist. Ein Akt, der die Religion praktisch werden lässt. Und jedem Menschen im Volk wird immer mehr klar, dass sie nicht zu kämpfen brauchen (was die meisten erleichtert haben dürfte), sondern sie zu dem gehören, der für sie kämpft. Das hat Gott schon am Roten Meer getan und ihnen gesagt: „Der HERR wird für euch kämpfen, ihr aber werdet still sein“ (2Mo 14,14).

Diese Zeiten schenkt Gott uns, um uns „im unbedingten Glauben und geduldigen Vertrauen auf die Macht und Zusage Gottes zu üben“1. Alleine diese Macht hat es geschafft, die Mauern zu zerstören. Von diesem Gott alleine sollen wir danach bezeugen, er hat Großes getan! Was in diesen Zeiten an den Mauern ausbleibt, passiert dafür umso mehr in den Herzen derjenigen, die nicht müde werden, über Gott nachzudenken. Manchmal lassen wir uns einreden, unser Gebet könnte falsch sein. Wir hätten nicht die richtige Form gewählt, um Gott zu überzeugen oder überhaupt gehört zu werden, so wie eine Bewerbungsmappe, die gar nicht erst gelesen wird, weil sie vorne drauf einen Rächtschreibfehler hat. Dann denken wir, wir müssten jeden Zweifel einmal wenigstens für ein paar Sekunden aus dem Sinn vertreiben, damit es zumindest nach ungetrübtem Glauben aussieht und Gott es bewilligt. Wir erlauben uns in Folge dessen auch nicht, Gott zu hinterfragen. Wir bleiben ganz bei uns und verharren in der Annahme, dass es mal wieder an uns liegt. Da, wo ich mir erlaube, Gott zu hinterfragen, kann ich wirklich anfangen, seinen Standpunkt zu sehen. Solange ich mir nicht eingestehe, dass ich auf mein Können und Tun vertraue, täusche ich mich selbst (Vgl. 1Joh 1,8). Ich werde vordergründig Gottes Macht proklamieren und heimlich davon ausgehen, dass es aber meine Gebetsfertigkeit war, die Gottes Macht wirken lässt. (Alleine schon, weil ich „proklamieren“ sage und nicht einfach „verkündigen“.)

Weiß Paulus etwa nicht, was er redet, wenn er schreibt: „Denn wir wissen ja nicht einmal, worum oder wie wir beten sollen. Doch der Heilige Geist betet für uns mit einem Seufzen, das sich nicht in Worte fassen lässt“ (Röm 8,26 NLB)?

„Es ist besser, geduldig zu sein als mächtig; es ist besser, Selbstbeherrschung zu besitzen, als eine Stadt zu erobern“ (Spr 16,32). Wie gut, dass nämlich genau diese Geduld am Ende dazu führt, dass Gott die Stadt für uns erobert. Gott will uns in seine Ruhe führen. Dazu ist Jesus gekommen, dass er uns seinen Frieden gibt, wie ihn die Welt nicht geben kann (Vgl. Joh 14,27). Er verlangt nicht von uns ein Kriegsgeschrei, das Mauern zum Einsturz bringt. Er befähigt uns zu Jubelgeschrei, voller Dankbarkeit und Staunen, noch bevor die Mauer sichtbar nachgegeben hat. Ihm allein sei Ehre!

Daniel Riediger ist 34, Lehrer an einer christlichen Privatschule in Niedersachsen und engagiert sich im Predigtdienst und in der Jugendarbeit der EfG-Herford.

1 Holland, Martin; in: Wuppertaler Studienbibel, Das Buch Josua, Wuppertal 1993, S.85.

Fragen zum Nachdenken:

Wo im Alltag erlebst du Frust als Nachfolger Jesu?

In welchen Situationen reißt dein „Geduldsfaden“?

Hoffst du noch darauf, dass Gott deine Gebete erhört oder denkst du, dass es im Endeffekt egal ist, ob du betest oder nicht?

Welche „Mauer“ könnte für die Macht Gottes zu dick sein?

Über den Jordan gehen – Die Vollmacht der geliebten Überwinder

Über den Jordan gehen – Die Vollmacht der geliebten Überwinder Josua 3,1 – 4,7

Foto: Marcus Bellamy
Foto: Marcus Bellamy

Predigt von Dr. Heinrich Christian Rust am 27.01.2019 in der Friedenskirche Braunschweig über die Jordanüberquerung der Israeliten unter der Führung von Josua.

Überwinden heißt mehr als Heilung. Es bedeutet mehr als Glück und Zufriedenheit in dieser Welt. Überwindung richtet sich hoffnungsvoll in allen Nöten und Leiden unserer Zeit auf das ewige Leben mit Christus aus. Wir neigen dazu uns in den Herausforderungen und Schmerzen unseres vergänglichen Daseins zu verlieren, uns auf die schlimmen Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart zu fokussieren. Das ist oft gar nicht Ausdruck von Sünde oder dergleichen, sondern ein Ausdruck unserer geschöpflichen Schwäche.

Das Evangelium ist die frohe Kunde des Überwindens. In unserer Fokussierung auf Christus haben wir Anteil an der Kraft, die sich in Kreuz und Auferstehung Jesu gezeigt hat. Rust zeigt drei Aspekte einer vollmächtigen Spiritualität auf, die uns helfen können, in schwierigen Zeiten auf dem Weg der Hoffnung zu bleiben:

1. Jesus zuerst   2. Gehorsam – Schritt für Schritt   3. Gemeinsam nicht einsam

 

 

Fragen zum Nachdenken:

Worum dreht sich dein Gebetsleben?

Wie stellst du dir die Ewigkeit mit Gott vor? Langatmig und monoton oder kraftvoll und inspirierend?

Stell dir vor, es gibt eines Tages keinen Schmerz mehr. Welche Lasten werden dann in Gottes Gegenwart von deinen Schultern fallen? Schreib sie dir vielleicht mal einzeln auf.

Begegnung mit dem König des Friedens

Begegnung mit dem König des Friedens

Mehr als „zufrieden sein“

Foto: Robert Nyman
Foto: Robert Nyman

Frieden – ein Wort, das so geläufig und dennoch so groß und oft so weit weg zu sein scheint. Nicht nur so etwas wie Weltfrieden scheint angesichts der Geschehnisse in unserer Welt nahezu unerreichbar und unrealistisch zu sein. Auch der eigene, ganz persönliche Frieden wirkt nicht selten wie ein Traum. Und was heißt das überhaupt: Frieden? Heißt das einfach zufrieden sein mit dem, was man hat?

Wenn ich mir mein Leben so ansehe, dann muss ich zugeben, dass ich ganz, ganz viel Grund zum Danken habe. Ich habe eine liebevolle Familie, einen tollen Beruf und eine kleine, aber sehr herzliche Gemeinde. Es geht mir gesundheitlich, bis auf gelegentliche Kopf- und Rückenschmerzen gut und ich kann meine Energie sowohl in meine Familie, meinen Beruf, meine Gemeinde und unser Haus stecken, ohne dass ich beständig ans Limit komme. Und trotz all dieser großartigen Gaben, die ich genießen darf, fühle ich mich oft nicht zuFrieden. Ich merke das ganz besonders dann, wenn wir mal für eine längere Zeit kein Gemeindetreffen mehr hatten. Denn dann neige ich dazu, mich in meinen Alltagsaufgaben zu verlieren. Doch so sehr ich mich auch engagiere, ich komme darin nie wirklich zu der Ruhe, die ich eigentlich suche.

Nicht die Untadeligen

Immanuel Kant hat einmal sinngemäß geschrieben, dass nur ein Mensch, der alle seine Aufgaben und Pflichten erfüllt, dem glückseligen Frieden würdig sei. Bei aller Bewunderung für den Philosophen der Aufklärung, aber das kann und will ich nicht glauben (hat er vermutlich auch etwas anders gemeint…). Denn wenn ich in der Bibel blättere, erkenne ich ein anderes Muster. Es waren nie diejenigen, die alle ihre Pflichten erfüllten, die dann von Jesus auserwählt wurden. Es waren sogar im Gegenteil genau diejenigen, die ihre Pflichten untadelig erfüllten, die an Jesus jedoch Anstoß nahmen. Gerade die, die eine geradlinige Biographie vorzuweisen hatten, wie etwa Paulus, konnten mit Jesus und seinen Anhängern zunächst nicht viel anfangen. Als aufrichtiger Pharisäer, lebte Paulus in allen Tugenden, die das göttliche Gesetz forderte, „untadelig“, wie er selbst sagte. Und doch zerschlägt die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn Jesus seinen ganzen Stolz in Stücke, so dass er etwas später sogar das, was er vor seinem Leben mit Christus für gut erachtete, als „Scheiße“ bezeichnete. Was war es, das Paulus zu dieser 180°-Wende brachte?

Als Jesus fragte, warum er ihn verfolge, muss Paulus wohl das ganze Ausmaß seines Irrtums erkannt haben. Dieser Schlag hat ihn so hart getroffen, dass er sein Augenlicht für ein paar Tage einbüßte. Auch wenn er gewiss noch nicht alles verstanden hatte, so muss ihm doch klar geworden sein, dass er am Wesentlichen vorbeigelebt hatte. Erst durch die Unterweisung anderer Nachfolger Jesu war er im Stande, mit seinem Verstand der Erkenntnis seines Herzens nachzukommen, so dass er den unermesslichen Frieden, diesen unerschöpflichen Lebensquell und Schatz der von allem befreienden Gnade Gottes ergreifen konnte.

In der Begegnung mit Jesus

Mit einem lückenlosen und vorbildlichen Lebenslauf konnte er das nicht erlangen. Und selbst durch seinen ganzen Eifer für Gott konnte er diese Gabe nicht empfangen. Einzig der Entschluss Christi, sich Paulus als Werkzeug auszuwählen, zog ihn mit in den Heilsplan Gottes für die Welt hinein. Und diese Erfahrung einer völlig unverdienten Annahme brachte ihn dazu, fortan nichts anderes mehr wissen zu wollen als allein Christus den gekreuzigten, der auferstanden zur Rechten Gottes sitzt und den nichts als Liebe und Hingabe für ihn und jeden einzelnen Menschen bewegt.

Paulus nahm dann in den Folgejahren ein Leben voller Entbehrungen und Leiden auf sich, weil ihm alles andere mehr oder weniger unwichtig erschien. Sein unbändiges Verlangen danach, allen Menschen diese Erfahrung der befreienden, bedingungslosen Annahme durch Gott zu ermöglichen, hat uns neben vielen starken Gemeinden, die die Jahrhunderte überdauern sollten und den christlichen Glauben nicht mehr aus der Welt wegzudenken erlauben, auch gut die Hälfte des Neuen Testamentes beschert. Er sprach von einem Frieden, der alle Vernunft übersteigt, den wir also nie wirklich ganz verstehen können, aber der in der Begegnung mit Jesus erlebt wird.

Paulus‘ Leben ist für mich so ziemlich das inspirierende Zeugnis für die Nachfolge. Und wenn ich so über diesen Apostel Christi nachdenke, dann sehne ich mich noch viel mehr danach, mir von dem Frieden, den Paulus in seiner Verbundenheit mit Christus gefunden hat, meine Prioritäten noch einmal und immer wieder „durchschütteln“ zu lassen. Wenn meine Alltagsaktivitäten mich oder andere nicht mehr und mehr in diesen Frieden eintauchen lassen können, was haben sie dann für einen Sinn? Wenn sie den Frieden Gottes in meinem Herzen oder in den Herzen anderer hemmen, dann sind sie „Scheiße“. Es reicht wohl einfach nicht, wenn man im Leben viel Grund zum Danken hat, auch wenn ich das nicht missen will. Aber um im Frieden Gottes atmen, wandeln, tanzen zu können, braucht man nicht mehr und nicht weniger als eine Begegnung mit Jesus, dem König des Friedens, der nicht den Weltfrieden, aber den Frieden Gottes bringt.

Anstelle einer Frage:

„ Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. “ Philipper 4,7

Die strahlende Schlichtheit des Evangeliums

Vergiss das nicht!

Foto: Lukas Langrock
Foto: Lukas Langrock

Wie verläuft dein Leben zur Zeit? Gibt es wichtige Entscheidungen, die du zu treffen hast? Fühlst du dich fit und gesundheitlich gut in Form? Oder hast du momentan eigentlich gar keine Kraft, dich für irgendetwas zu entscheiden? Plätschert dein Leben so vor sich hin und du lässt dich mittreiben? Bist du voller Kraft und Lebensenergie oder eher matt, ausgelaugt und betrübt? Ich bin mir sicher, dass es unter uns sowohl die einen, als auch die anderen gibt. Trotzdem gibt es eine Sache, die uns eint: Wir haben es gewagt unseren Lebensweg mit Jesus zu gehen. Und ob wir gerade erfüllende oder erdrückende Aufgaben zu bewältigen haben, eines ist sicher:
Jesus in dir, die Hoffnung auf Herrlichkeit! Jesus ist bei dir!
Die strahlende Schlichtheit des Evangeliums ist die, dass du gewollt bist. Mit all deinen Fehlern und
ungeschliffenen Kanten, mit deinen Tugenden, deinem Willen, Gott zu gefallen und mit deinen Brüchen und deinem Versagen, wenn du gute Laune hast und wenn du schlechte Laune hast. Man kann nicht oft genug hören, dass Gott dir sein bedingungsloses Ja zuspricht, ganz gleich in welcher Lebenssituation du gerade stehst. Das ist Seelennahrung, ohne die wir verhungern. Es ist kein Ja, aber… ! Gott spricht dir, deiner ganzen Existenz, deinem ganzen Wesen, sein Ja zu. Gott ist mit dir!

Ben aus Münster bringt bei allen Anstrengungen und Experimenten, die wir als Nachfolger Jesu unternehmen, in seiner Predigt genau das auf den Punkt, ruft es uns in Erinnerung: Du MUSST gar nichts machen. Denn Gott hat bereits alles für dich vollbracht. Alles, was wir im Namen Jesu tun wollen, beginnt mit dem „Sitzen“. Es gibt nichts, was wir im Gehorsam gegenüber Jesus tun können, das nicht mit dem Stillewerden vor ihm seinen Anfang nimmt. Gerade jetzt, in der Adventszeit, werde dir der strahlenden Kraft der frohen Botschaft von deiner absoluten und unumkehrbaren Errettung bewusst und komme wieder zurück zur Mitte des Lebens: zu Jesus!

 

link zur Homepage der Jesus Freaks Münster (Predigt von Ben – „Vergiss das nicht“ vom 21.10.2018 anklicken…)

http://jesusfreaksmuenster.de/predigten/

 

Fragen zum Nachdenken:

In welchem Bereich deines Lebens solltest du dich erst einmal „hinsetzen“?

Wie könnte dein „Wandeln“ aussehen, nachdem du ausreichend „gesessen“ hast?

Was kann es für dich dann bedeuten, zu „stehen“?

Fluide Kirche – Herausforderungen für eine christliche Gemeinschaft

Foto: Joel Forestbird
Foto: Joel Forestbird

Jens Stangenberg predigt in der Zellgemeinde Bremen über die Veränderungen in der Gesellschaft und was das für uns bedeutet, wenn wir eine Form von Glaubensgemeinschaft haben/bauen wollen. Gerade für uns Jesus Freaks ist das sehr relevant und könnte uns neue Anstöße geben, wie wir mit dem Rückgang von klassischen Gemeindestrukturen und dem Wegfall von Mitarbeit und Verbindlichkeit umgehen können. Die Predigt hat eher Vortragscharakter, dauert ca 1 std. aber es lohnt sich!
https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/predigten/2018/09/30/fluide-kirche/

 

 

 

Direkter Link zur Predigt:

Das atlantische Gefühl der Ermattung

Das atlantische Gefühl der Ermattung

Atlas trägt die Welt
Atlas trägt die Welt

Atlas kämpfte nach Vorstellung der Alten Griechen nach der Entstehung der Erde zusammen mit anderen Titanen auf der Seite des Kronos gegen dessen Sohn Zeus. Nachdem Zeus diesen Kampf gewann, legte er Atlas eine unglaubliche Strafe auf: Er sollte fortan das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern tragen, damit Himmel und Erde zukünftig auf Distanz gehalten werden konnten, um ein Aufeinanderprallen zu verhindern. Klingt komisch, ist aber so. Interessanterweise hat sich im Laufe der Kunstgeschichte die Darstellung des Atlas, der ja eigentlich nur das Himmelsgewölbe tragen sollte, dahingehend weiterentwickelt, dass er zunehmend als derjenige in Erscheinung trat, der nicht nur das Himmelsgewölbe, sondern den ganzen Globus, die ganze Last der Welt auf seinen Schultern zu tragen hatte.

Was haben wir mit Atlas zu tun?

Unser Jahresthema bei den Jesus Freaks ist ja das Thema „Nachfolge“. Alle überregionalen Angebote z.B. auf dem Educamp usw., kreisen um dieses Thema „Nachfolge“. Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen? Was muss ich dafür aufgeben? Was bekomme ich dafür? Was bekommt die Welt dafür? Schaffe ich das überhaupt oder ist es eine so große Last, dass ich es nicht schaffe? Und was ist überhaupt das Ziel von Nachfolge?

Für mich ist das ein sehr herausforderndes Thema, das jedoch schlichtweg unumgehbar ist, wenn man sich weiterhin Christ nennen will. Die Bergpredigt spiegelt den ganzen Anspruch, den Jesus an uns stellt wieder. Und es ist glaube ich sehr deutlich, wie unbedingt dieser Anspruch Jesu an unser ganz persönliches Verhalten im Alltag und in jeder Situation unseres Lebens ist. Und dieser Anspruch setzt ethische Maßstäbe, die Gold wert sind.

Ich erlebe allerdings auch Tage, an denen ich mich so ähnlich wie Atlas fühle. Gold wiegt eben auch ne ganze Ecke was. Viele von uns kennen dieses Gefühl glaube ich. Woher es aber kommt, weiß man manchmal nicht so genau. Wir wachen morgens auf, nachdem uns wahlweise der Wecker oder unsere Kinder oder Haustiere aus dem Schlaf reißen. Wir waschen uns im Bad den Schlaf aus den Gliedern und schlingen uns schnell was in die Wampe, um nicht mit knurrendem Magen durch den arbeitsreichen Vormittag zu stolpern. Nebenbei checken wir noch unsere Benachrichtigungen auf Whatsapp, gmx und Co., stöbern noch einige Schlagzeilen aus diversen Newslettern durch und würgen uns dann solche Mitteilungen rein wie z.B.:

  • 135 Tote bei Terroranschlag in Kabul,
  • Beziehungsdrama in Beckendümpel: Mann ersticht Ehefrau aus Eifersucht,
  • Verbraucherschutz zieht negative Bilanz – Keine Lösung im Dieselskandal in Sicht,
  • Youtubestar Bibi kurz vor der Geburt,
  • Humanitäre Katastrophe bahnt sich an – Erdbeben in Indonesien fordert immer mehr Tote jetzt spenden.

Und die klugen unter uns schlagen dann noch, bevor der Alltag so richtig ins Rollen kommt, das biblische Wort auf und lesen dann so etwas wie:

  • Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Gal 6,10“
  • Wer da weiß Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.“ Jak 4,17
  • Was ihr nun wollt, das euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihnen.“ Mt 7,12

Es ist doch offensichtlich, dass wir, wenn wir diese biblischen Handlungsanweisungen vor dem Hintergrund aller Nöte dieser Welt auf uns wirken lassen, wir schnell ein solches atlantisches Gefühl der Ermattung entwickeln können.

Gottes Wort wird so schnell zur Überforderung, wenn man die täglichen Horrornachrichten mitbekommt. Und wenn ich an mich selbst den Anspruch stelle, dass ich alles Gute, das ich zu tun wüsste, auch tue, dann merke ich sehr schnell, wie ich an meine Grenzen stoße. „Ich schaffe das nicht. Mein ganzes Leben besteht aus Kompromissen.“ Ich merke dann bei jeder Entscheidung, die ich treffe oder getroffen habe, dass sie ein Kompromis war zwischen dem, was ich für Gottes Anspruch an mich halte und dem, was ich mit Anstrengung und manchmal enormer Selbstüberwindung gerade noch zustande bringe.

Wer unreflektiert und leichtfertig seinen Blick auf die Katastrophen und das Leid unserer Welt ziehen lässt, steht in der Gefahr, zu kapitulieren und vielleicht sogar den ethischen Anspruch Jesu an sein eigenes kleines Leben zu ignorieren. Ich stehe spürbar immer wieder in dieser Gefahr. Vielleicht geht es dir ja ähnlich. Dann sei gegrüßt! Du bist nicht allein.

Wir haben heute sehr viel mehr Gelegenheiten uns mit Meldungen über Chaos, Leid und belanglosem Mist aus der ganzen Welt zuzumüllen, als zu jeder anderen Epoche in der Geschichte der Menschheit. Und Angesichts der gigantischen Last, die sich vor allem durch die neuen Medien im Sekundentakt in unsere Gefühlswelt hineinbohren kann, wenn wir bspw. ein ertrunkenes Kind am Strand liegen sehen oder von Mitmenschen hören, die unsägliche Schrecken durchlebt haben, dann macht sich bei uns eine fassungslose Ohnmacht breit, dass sie alle Freude am Christusglauben zu ersticken droht. Kann ich Eltern ihr gestorbenes Kind wiedergeben? Kann ich Tsunamis aufhalten oder Erdbeben? Kann ich das? Wie gehe ich mit so einem atlantischen Gefühl der Ermattung um, so dass es mein Vertrauen in Christus nicht zerstört?

Wie kann ich damit umgehen?

Es gibt ein paar Punkte, die mir helfen. Sie lösen nicht alle Probleme, aber sie geben mir Lichtblicke und eine Art Anker, an dem ich mich festhalte, wenn es wieder schlimm wird:

1. Gott leidet mit

Als Johannes der Täufer Jesus sieht, bezeugt er: „Siehe, das ist das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt.“ Joh 1,29) Nicht Atlas soll die ganze Last der Welt tragen, nicht wir sollen die ganze Last der Welt tragen, sondern Christus, das Lamm Gottes trägt die Last der ganzen Welt!“ Dabei geht es nicht nur um meine und deine eigenen Sünden, sondern um die Sünden der ganzen Welt, des ganzen Kosmos. Nur mit diesem Christus an meiner Seite kann ich mich den Nöten und dem Leid dieser Welt stellen. Nur wenn ich glauben darf, dass ich nicht alle Last auf mich nehmen muss, traue ich mich, Leid anzusehen und es näher an mich heranzulassen und mitzuleiden. Gott schaut nicht weg vom Leid, sondern zieht sich das Leid an, ist im Leiden gegenwärtig. Mitleid ist ein Wesenszug Gottes. Die Lehre von der Inkarnation Gottes sagt genau das aus. Das heißt für mich, dass Gott auch in meinem Leid und in meinem Mitleid gegenwärtig ist. Und ich will lernen, das zu akzeptieren, auch wenn es sich alles andere als schön anfühlt, weil ich Gott dort finden kann.

2. Gott hat den (Zeit-)Plan

Ein Blick darauf, was Jesus bewegt hat, gibt mir Orientierung in den unzähligen Möglichkeiten, Gutes zu tun: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selber tun, sondern was er sieht den Vater tun; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet.“ Joh 5,19

Jesus war ohne Sünde. So bezeugt es uns das biblische Wort. Nun gab es jedoch auch zur Zeit Jesu Leid und Nöte, die er nicht beseitigt hat. Beispiel hierfür ist der Kommentar des Judas bei Jesu Salbung, man könne doch das Geld für das teure Öl an die Armen verteilen. Wäre das nicht besser gewesen? Oder: Wenn er das Brot vermehrt hat für ein paar tausend Menschen, warum dann nicht gleich für alle Hungernden oder wenigstens für alle Hungernden in Israel? Ohne Sünde sein heißt wohl nicht, alles Leid zu beseitigen. Aber es heißt sehr wohl, das zu tun, was einem der Vater im Himmel zeigt.

Gott herrscht nach seinem eigenen Plan und er tut das offensichtlich zusammen mit Menschen, die ihm gehorchen. Das ist das Ziel meiner Nachfolge, gehorsam gegenüber Gottes Reden werden. Nicht um das als faule Ausrede dafür auszunutzen, wenn man mal keinen Bock hat, jemanden zu lieben oder Gutes zu tun. So nach dem Motto: Ja, „ich hab den Eindruck“, dass Gott gerade nicht will, dass ich spende oder meiner Frau treu bin oder die andere Wange hinhalte. Der Kanon heißt nicht umsonst Kanon, also Maßstab. Hier finden wir die Definition für eine gottgefällige Lebensweise und können damit erkennen, ob wir uns wirklich nach Gottes Reden sehnen. Also nicht als Ausrede, sondern als eine Art Priorisierung.

Jedesmal, wenn mich die Last unserer geplagten Welt erdrücken will, will ich mit Gott ins Gespräch kommen und ja! ich meine ins Gespräch kommen. Ich will keine Monologe führen, sondern möchte, dass Gott mir zeigt, was ich in diesen belasteten Momenten tun soll. Denn Gott kennt den perfekten Zeitpunkt, die Bibel spricht auch von dem kairos, um uns ganz konkrete und wirkmächtige Aufträge zu erteilen:

Als ein kleines Beispiel für die Tragweite gehorsamer Taten von Menschen sei hier Hananias erwähnt. (Apg 9,10-19) Hananias gehorchte dem, was er gehört hatte und Paulus trug das Evangelium in die Welt hinaus und schrieb fast die Hälfte des Neuen Testaments. Kleine gehorsame Tat → enorm große Wirkung.

3. Gott schafft eine vollendete Welt ohne Leid

Im Missionsbefehl bezeugt uns die Bibel, dass Jesus alle Macht und Autorität im Himmel und auf Erden innehat. Mir gibt das die Hoffnung, dass es jemanden gibt, der Eltern ihr gestorbenes Kind wiedergeben kann und dass es eine Welt geben kann, in der es keine Katastrophen und kein Leid mehr geben muss. In der der Tod nicht das letzte Wort haben wird, sondern der Heiland. Atlas ist eine Erfindung des Menschen, aber Jesus ist real!

Fragen zum Nachdenken

Kennst du auch das Gefühl, dass dir alles zu viel wird?

Trägst du vielleicht Lasten, die du gar nicht tragen sollst?

Hast du Leute um dich, die dir dabei helfen, Gottes Reden in deinem Leben wahrzunehmen und umzusetzen?

Vertraust du darauf, dass Gott dich frei machen und nicht erdrücken will?

 

Säen und danken

pflanzen_kircheHeute wird in vielen Gemeinden das Erntedankfest gefeiert. Die Menschen danken Gott für die Ernte. Obwohl sich kaum jemand komplett aus eigenem Anbau versorgt, haben die meisten ein Bedürfnis danach, Pflanzen wachsen und gedeihen zu sehen – und sei es ein Topf Basilikum auf dem Fensterbrett.

Wenn ich ans Erntedankfest denke, frage ich mich, was habe ich dieses Jahr gesät und gepflanzt? Die Buntnessel und die Petersilie zählen nicht wirklich. Dafür kommt mir diese Rubrik in den Sinn: Sunday Sermon. Im letzten Herbst keimte eine Idee, wie der Medienbereich Jesus Freaks mit guten Impulsen versorgen könnte.

Warum nicht vorhandene Predigten nutzen und aufbereiten? Aber schaffe ich das regelmäßig? Eigentlich höre ich kaum Onlinepredigten. Vielleicht könnte man auch mal Texte über eine Bibelstelle oder eine Glaubenserfahrung nehmen? Mit diesen Überlegungen startete ich das Experiment beim Adventskalender 2017. Vier Sonntage, ein überschaubarer Zeitrahmen. Gedacht, getan. Und siehe da – es hat funktioniert.

Ermutigt durch die positiven Rückmeldungen, nahm ich mir vor, es im Jahr 2018 weiterzuführen. Doch allein hätte ich das nie geschafft! Mir standen Menschen zur Seite, die mir Predigten, Podcasts und Blogs empfohlen sowie eigene Texte und Predigten beigesteuert haben. Vielen Dank an euch! Vor allem aber möchte ich Matze danken, der seit dem Frühjahr für Kontinuität gesorgt, zahlreiche Predigten aufgespürt und eigene Gedanken geteilt hat.

Wenn ich jetzt zurückschaue, kann ich erkennen, wie aus einer kleinen Idee etwas Größeres gewachsen ist. Ich sehe die wertvollen Impulse und freue mich, dass sie Leser*innen ermutigt, erinnert und getröstet haben. Das ist unsere Ernte und dafür danke ich Gott.

Bettina

Möchtest du die Sunday Sermon beim Wachsen und Gedeihen unterstützen? Wir als Medienbereich freuen uns, über weitere Autor*innen, Predigtsucher*innen und technische Unterstützer*innen, aber auch über Feedback und Hinweise. Schreib an: medien@jesusfreaks.de

Fragen zum Nachdenken

Was hast du seit dem letzten Jahr gesät?

Was hast du wachsen lassen?

Welche Person hast du begleitet und in ihrem Wachstum unterstützt?

Die Hauptsache

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.“ Mt 22,37

Foto: Aaron Huber
Foto: Aaron Huber

Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt. Mit Esprit und viel Charme lehrt Pastor Dr. Tillmann Krüger in der Friedenskirche Braunschweig über die zentralen Inhalte des christlichen Glaubens. Eine ermutigende Auffrischung unserer Glaubensüberzeugungen mit einer klaren Aufforderung zur Nächstenliebe, die in der Erfahrung des Geliebtseins gründet.

Fragen zum Nachdenken:

Gibt es Dinge in deinem Alltag, die wie Hauptsachen wirken, aber eigentlich Nebensachen sind?

Was hindert dich daran, Gottes Liebe zu erleben?

Was hindert dich daran, deinen Nächsten zu lieben?

Könnte man das ändern?

 

Predigt von Dr. Tillmann Krüger

 

Jüngerschaft – Lernen mit Herz, Kopf und Hand

Jüngerschaft – Lernen mit Herz, Kopf und Hand

Foto: Denisse Leon
Foto: Denisse Leon

Pastor Dr. Heinrich Christian Rust lehrt in seiner Predigt „Zugehörig – Vom Wesen der Christusnachfolge“, gehalten am 02.09.2018 in der Friedenskirche Braunschweig, über das Wesen jesuanischer Jüngerschaft. Er zeigt dabei auf, dass sich die „Lehrlinge“ Jesu in ihrer Nachfolge in einem ganzheitlichen Lernprozess befinden, der von der Beziehung zu ihrem Lehrer geprägt ist. Es geht dabei um eine Zugehörigkeit zu Jesus Christus und welche Implikationen sich daraus für mein Leben ergeben.

 

 

 

Fragen zum Nachdenken

Wo wird Jüngerschaft in deinem Leben konkret?

Wo erlebst du deine „Zugehörigkeit“ zu Christus?

Hörst du Gottes Reden in deinem Leben?

Gehorchst du seinem Reden?

Das lass mal meine Sorge sein! – Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

 

Foto by Ben White
Foto by Ben White

Predigt von Pastor Dr. Heinrich Christian Rust 

Es gibt drei Faktoren, die unsere Beziehung zu Gott stören wollen: Sünde, Schwäche und Sorge. Pastor Dr. Heinrich Christian Rust stellt in seiner Predigt anschaulich dar, wie insbesondere die Sorge unsere Nachfolge beeinträchtigt und weist dabei auf die zentrale Frage hin, was uns im Leben am meisten wert ist. Wenn wir beten oder in Veranstaltungen gehen und nehmen danach alle unsere Sorgen wieder mit nach Hause, dann haben wir vom lebendigen und Leben verändernden Gott wenig verstanden. Unser Vater ist ein Gott der Fürsorge, der zu uns spricht: „Das lass mal meine Sorge sein!“

 

Predigttext:

Matthäus 6, 19-34 – Aus der Bergpredigt Jesu

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Das Auge ist die Leuchte des Leibes. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein! Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise 3 und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken?, oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Menschen, die Gott nicht kennen, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.

 

Fragen zum Nachdenken

Was ist deine größte Sorge?

Wie beeinflusst diese Sorge deinen Alltag?

Ist diese Sorge realistisch oder übertrieben?

Was müsste passieren, damit diese Sorge sich auflöst?

Vertraust du darauf, dass Gott dich letztlich mit allem versorgen wird, was du brauchst?