Am 31.10. gedenken wir dem Thesenanschlag Martin Luthers. Die Anklage der katholischen Praktiken durch einen Mönch und Theologen gaben den Anstoss zur Reformation in Deutschland und zur Kirchenspaltung. Eine Spaltung, die eher eine Zersplitterung war, da sich immer mehr Einzelkirchen von der westlichen Kirche abspalteteten. (West- und Ostkirche hatten sich schon eher getrennt.) Mit dieser Entwicklung ging etwas Wertvolles verloren: die Einheit der Christenheit.

Daher frage ich mich, obwohl ich getaufte Lutheranerin bin: Warum war die Abspaltung der Protestanten notwendig? Warum ließen geistliche und weltliche Amtsträger die Erneuerung innerhalb ihrer Instutionen nicht zu? War es Angst vor dem Machtverlust oder vor dem Unbekannten? Im Gegenzug müssen wir Jesus Freaks uns die Fragen gefallen lassen, ob wir mit unserer Bewegung die Zersplitterung nicht weiter vorantreiben.

In den1990ern konnte man durch abgrenzende Parolen diesen Eindruck bekommen. Doch bis heute haben wir keine neue Konfession begründet. In den Reihen der Jesus Freaks finden sich Lutheraner und Katholiken, Baptisten und Methodisten, Heilsarmisten und Pflingstler und viele Menschen, die in keine dieser Schubladen gehören, weil sie dort abgewiesen oder sich dort nicht angenommen fühlen. Trotz der Unterschiedlichkeit halten wir zusammen, denn wir wissen, dass Gottes Liebe nicht zur Teilung aufruft, sondern zur Einheit. Im Konzilprozess der Jesus Freaks, als eine Spaltung der Bewegung drohte, wurde der Gedanke der Einheit umso wichtiger und in der Charta an zentraler Stelle positioniert:

„Was uns zusammenhält sind weder gleiche Lebens- und Musikstile noch gemeinsame theologische Lehrmeinungen. Uns verbindet die erlebte Liebe unseres genialen Gottes. Er demonstriert an einem Haufen völlig unterschiedlicher Freaks, dass ER durch Ergänzung Einheit in gigantischer Vielfalt schaffen kann – nicht auf Kompromiss-, sondern auf Wunderbasis.“ (aus: Charta. Jesus Freaks Deutschland 2008)

Ich wünsche mir daher, dass wir den Reformationstag im Wortsinn begehen können, indem wir gemeinsam mit anderen Christen als Glieder eines Leibes die Einheit Christi „wiederherstellen“.

Bettina Kammer

 

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