Vertrauensstelle

Ein (weiteres) Statement

Liebe Menschen in der und um die Jesus Freaks Bewegung,

seit längerer Zeit beschäftigt uns das Thema grenzverletzendes Verhalten. Sowohl Betroffene als auch Menschen, die Grenzen anderer übertreten haben, kommen aus dem Umfeld der Jesus Freaks und haben ihre eigenen Geschichten mit der Bewegung. Teilweise haben sie sich an uns gewandt. Manche Vorfälle haben sich im privaten Rahmen ereignet, manche auf unseren Veranstaltungen.  Deshalb sind wir als Leitung von JFD involviert worden. Dabei sind die Erwartungen, die an uns herangetragen werden und wurden, ganz unterschiedlich. Was der richtige Weg ist, mit solchen Ereignissen umzugehen, scheint für manche ganz klar. Als Leitung von JFD ringen wir sehr mit dieser Frage. Für uns ist diese Situation neu und auch total komplex. Ein Vorgehen zu finden, das den verschiedenen Wünschen, Bedürfnissen und Kritiken gerecht wird, scheint uns oft beinahe unmöglich.

In den letzten Monaten wurden Gespräche mit Betroffenen geführt, Wege des Umgangs mit Geschehenem gesucht, und teilweise haben auch Versuche praktischer ‚Wiedergutmachung‘ stattgefunden.

Ein wichtiger Schritt war für uns die Einrichtung der Vertrauensstelle. Diese soll ein Ort sein, wo Betroffene sich mitteilen können, an denen ihnen geglaubt wird und wo versucht wird gemeinsam Wege zu finden, um mit Erlebtem umzugehen. Wir haben uns bewusst für einen Weg entschieden der Beziehung stärkt und einen Schutzraum bietet. Andrea und Alex aus dem Leitungskreis lesen die Mails und unterstützen die Absender:innen dabei, die richtige Hilfe zu bekommen (siehe dazu das Statement vom März).

Weitere Schritte sind Beratung durch Fachstellen, Workshops auf Freakstock und Schulungen, die auch unabhängig vom Freakstock stattfinden sollen, um für das Themengebiet zu sensibilisieren, ein Hinterfragen von Dynamiken zu ermöglichen und einen besseren Umgang damit zu schaffen. Auch das Awarenessteam auf Freakstock wurde im Vergleich zu den letzten Jahren stark vergrößert.
In Zukunft wollen wir ein Interventionsteam mit einer konkreten Handlungskette aufbauen. Freakstock hat das schon, aber übers Jahr brauchen wir das auch.

Gleichzeitig gab es auch Gespräche und Konfrontation mit Menschen, die Grenzen überschritten haben, und Konsequenzen in Bezug auf mögliche Teilnahme am diesjährigen Freakstock.

Unter anderem haben wir die Rückmeldung bekommen, dass wir zu lange gebraucht haben, um auf die Ereignisse zu reagieren oder dass unsere Reaktionen nicht transparent genug waren. Das verstehen wir und das tut uns leid.

Dennoch ist uns wichtig: Wir waren weder untätig noch wollen wir Strukturen ermöglichen, bei denen grenzverletzendes Verhalten begünstigt wird.

Öffentlich Namen zu nennen, Menschen aus unserer Bewegung komplett auszuschließen und Social Media Kommentarspalten als Diskussionsort zu wählen, sind und waren für uns keine passenden Wege.

Wir wollen bei Jesus Orientierung suchen, der immer auf der Seite der Schwächeren steht und Heilung bei Verletzungen schenken will, und der gleichzeitig auch Barmherzigkeit, Umkehr und Versöhnung predigt.

Wir wünschen uns, dass wir als Bewegung immer mehr ein Ort werden, an dem festgefahrene ungerechte und unsichere Strukturen unserer Gesellschaft aufgebrochen werden und wir jesusmäßig zusammen unterwegs sind.

Arbeitskreis Statement (bestehend aus Leuten des BewegungsLeitungsTeams, des Interventionsteams und des Vorstands)

PS: Das ist vermutlich nicht das letzte Mal, das wir etwas zu diesem Themenkomplex schreiben. Es wurde und wird viel über diese Themen geredet. Das ist wichtig und nur so werden wir einen guten Umgang damit finden. Wenn ihr Fragen und Gesprächsbedarf habt, meldet euch gern bei uns unter

oder

Juli 2026


Liebe Jesus Freaks und Freund_innen, 

uns ist bewusst, dass es auch innerhalb unserer Bewegung zu Fällen von unangemessenem, übergriffigem Verhalten und Machtmissbrauch gekommen ist. Das nehmen wir sehr ernst und bedauern das zutiefst. Den betroffenen Personen gilt unsere volle Solidarität. Unser Hauptaugenmerk liegt auf ihrem Schutz.  

In den letzten Jahren haben wir ein Schutzkonzept entwickelt und beschäftigen uns mit dem Thema Awareness.

Wir haben eine Mailadresse eingerichtet, an die ihr euch vertraulich wenden könnt, wenn ihr so etwas erlebt habt. Die Mails werden aktuell nur von Andrea Abbing vom Interventionsteam und Alexandra Schmelzer vom Leitungskreis gelesen. Hier wird euch zugehört, ihr werdet ernst genommen und wir versuchen zusammen, geeignete Hilfe zu finden. Wir lassen uns dabei durch eine professionelle Fachstelle beraten.

Die E-Mail-Adresse lautet:

Es ist uns ein Anliegen, Betroffene zu unterstützen, und es ist uns wichtig, dass die Bewegung der Jesus Freaks und das Freakstock besonders für sie ein sicherer Ort sein kann.

Für die Jesus Freaks

das Leitungsteam und der Vorstand

März 2026