1997 bin ich in den Sommerferien zusammen mit einer Familie, die ich aus der Gemeinde kenne, nach Albanien geflogen. Dort konnte ich Gottes wunderbares Wirken erleben. Ein paar Begebenheiten seien nun erwähnt:

Ein paar Tage vor dem Abflug hatte ich Fieber. Da habe ich mir gedacht: „Hauptsache, ich bin fit, wenn es nach Albanien geht.“ Und das war dann auch so.

Als wir vom Flughafen in Tirana nach Elboran mit dem Auto weiterfuhren, sah es so aus, als ob uns eine Polizeistreife herauswinken wollte. Als Hubbi (das ist der Mann der Familie) das merkte, betete er, weil er möglichst schnell ankommen wollte. Als wir uns nun der Streife näherten, ließ sie uns durch, ohne daß wir halten mussten.

Als wir in Elboran waren, erzählte die Mutter von Rudina (das ist die Mama von der Familie ), wie während der Unruhen, die am Anfang des Jahres wüteten, Rebellen in die dortige Gemeinde eindrangen. Einer von der Gemeinde hat dann angefangen, laut zu beten. Darauf meinten die Rebellen: „Warum schreist du so? Schrei doch nicht so, wir tun euch nichts.“ Die Rebellen legten dann ihre Waffen nieder und zischten ab. Außerdem erzählte sie, wie sich die Gemeinde zusammentat, um für Regen zu beten. (Es hatte nämlich längere Zeit nicht geregnet, so dass das Land ziemlich ausgedörrt war.) Und Gott hat dann auch Regen geschenkt.

Leider war, als wir da waren, nicht mehr viel von dem Regen übrig, und so haben wir, der Hubbi und ich, auch mal für Regen gebetet. Tja, und dann hat es geregnet. Das war echt stark, Gottes Wirken so hautnah zu erleben (und nass).

Da wurde mir ganz anders, weil ich nicht gedacht hatte, dass Gott so abrupt wirkt.

Einmal haben wir einen jungen Kerl im Café getroffen. Der hat dann von seinem Leben erzählt. Er hat berichtet, wie er ziemlich schlimm war und vor einem Jahr sein Leben Jesus gegeben hat. Der hat ihn dann ziemlich verändert. Und dadurch haben sich seine Mutter und seine Schwester auch bekehrt. Vor ein paar Tagen, hat er dann weitererzählt, war die Polizei bei ihm auf Razzia, um nach Waffen zu suchen. Aber es waren keine mehr da. Dann hat er noch erzählt, wie die Freundin seiner Schwester dreimal mit Kaiserschnitt geboren hatte und ihr 4. Kind erwartete. Seine Schwester hatte dann zu ihr gesagt: „Lass mich für dich beten und du wirst ohne Kaiserschnitt gebären.“ . . . Bei dieser Geburt war das Kind innerhalb von drei Minuten auf normalem Wege da! Er hat dann auch noch erzählt, wie er dadurch, dass er Jesus sein Leben gegeben hat, seine alten Freunde verloren hat, aber dass Gott ihm neue Freunde dafür geschenkt hat.

Nachdem wir schon über eine Woche in Albanien waren, habe ich mich etwas kränklich gefühlt (so, wie wenn man eine Grippe kriegt). Da haben dann Hubi und Rudina für mich gebetet. Tja – und dann habe ich so richtig gescheit Fieber bekommen. Ich lag dann am Abend im Bett und das Fieberthermometer zeigte 40,5 Grad Celsius an. Und da ist mir die Geschichte eingefallen, wie Jesus zu einem Blindgeborenen kommt und ihn seine Jünger fragen, ob der Blinde oder seine Eltern gesündigt hatten und Jesus antwortete, dass weder dieser noch seine Eltern gesündigt hatten, sondern dass er blind ist, damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden (Johannes 9,1-3). Am andern Tag war dann das Fieber auch drastisch herunter gegangen, so dass das Fieberthermometer am Vormittag nur noch auf 36,8 Grad Celsius stieg.

Der Bruder von Rudina wollte nach Deutschland zu Besuch. Dazu brauchte er ein Visum. Solch ein Visum zu bekommen ist normalerweise keine einfache Sache. Man muss dazu verschiedene Formulare ausfüllen und diese dann bei der Deutschen Botschaft abgegeben. Deshalb haben wir uns am Abend bevor wir zur Botschaft gefahren sind zum Gebet zusammengetan. Vor der Botschaft war eine riesige Menschenmenge. Nachdem wir dort dann schon einige Zeit gestanden waren, meinte eine Frau, dass wir es mal weiter vorne versuchen sollten. Also sind wir mal dahin marschiert und haben geklingelt. Nach kurzer Zeit kam dann auch ein Beamter. Dieser meinte: „Machen wir mal eine Ausnahme, weil es so schönes Wetter ist. “ und lotste dann den Hubbi bis zu dem Büro vor, zu dem er musste. Dort kam gerade jemand heraus, so dass er hinein konnte. Innerhalb weniger Minuten war alles o.k. Er erfuhr nebenbei, daß sie 20 Minuten im Verzug seien, da ein Visa- Bearbeiter krank ist. Um etwaigen Vorurteilen gegen Deutsche (dass sie bevorzugt genommen würden) Einhalt zu gebieten, sei auch erwähnt, dass in der wartenden Menge sich auch etliche Deutsche befanden.

Es ist einfach wunderbar, einen Gott zu haben, der Gebete erhört. Zwar handelt er nicht immer sofort und nicht immer so wie wir es und vorstellen, aber immer so, wie es für uns das Beste ist.

Dazu fällt mir gerade eine Begebenheit ein, die ich vor ein paar Jahren erlebte:

Ich wollte gerne in den Ferien arbeiten, und da es in der Nähe, wo ich wohnte einen Obst- und Gemüseversand gab, und ich außerdem gerne Gemüse und Obst esse (ich dachte da an die Ware, die man nicht mehr verkaufen kann, aber die zu schade zum Wegschmeißen ist) , wollte ich mich dort bewerben. Da es schon ziemlich bald Ferien gab und die Chance, dass ich genommen würde, nicht so riesig groß war, habe ich auf dem Wege dahin gebetet. Zuerst habe ich Gott darum gebeten, dass ich da eine Stelle kriege. Aber kurz bevor ich ankam habe ich noch gebetet, dass sein Wille geschehe. Ich erhielt eine 100 prozentige Absage. Interessanterweise ging ich nicht betrübt, wie es eigentlich zu erwarten gewesen wäre, sondern fröhlich wieder heim. Nach ein paar Wochen erfuhr ich von meiner Schwester, dass ich bei ihr wohnen und arbeiten könne.

Sie hatte vor, wegzufahren und wollte, dass ich ihre Pflanzen gieße. Ihre Wohnung war größer und schöner als meine. Außerdem war die Arbeit genau das, was ich wollte: Biowarenversand-Frischwarenabteilung; Obst und Gemüse, was zu schlecht zum Verkaufen und zu gut zum Wegschmeißen war, gab es gratis!

 

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